Binnen sieben Tagen hat die Kassenärztliche Vereinigung in Hessen 16 Testcenter auf den Weg gebracht. Davon zwei Testcenter in Wiesbaden. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen.

In einem ersten Schritt hatte die Kassenärztliche Vereinigung vergangene Woche in Hessen zehn Testellen für Corona eröffnet – und zur Überraschung von Wiesbadens Gesundheitsamt die Landeshauptstadt vergessen. Auf der ersten Pressekonferenz zum Stand des Coronavirus in Wiesbaden hatten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oliver Franz ihren Unmut hierzu freien Lauf gelassen. Man habe einen Brandbrief an das Hessische Sozialministerium geschickt und Hessens Staatsminister für Soziales und Integration Kai Klosee darum gebeten, hier zu intervenieren. Es könnte nicht sein, dass Wiesbadens Bürger zur Testung bis nach Hochheim fahren müssten, so Mende und Franz im Einklang

„Wir sorgen mit der Aufstockung der Testcenter dafür, dass fast jeder Bürger Hessens innerhalb eines Radius von 30 km ein Testcenter erreichen kann.“ –  Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, Vorstandsvorsitzende der KVH

Die Kassenärztlichen Vereinigung reagierte unmittelbar und erklärte bereits vergangenen Freitag, dass man Wiesbaden, Hessens zweitgrößte Stadt hinter Frankfurt, keinesfalls vergessen habe. Der Aufbau der Testcenter sei jedoch keine ad hoc-Aktion, sondern ein dynamischer Prozess. Die KV verfolge damit das Ziel, Bürger in ihrer Region zu testen: das heißt, ihnen keine längere Anfahrt mit mehr als 30 Kilometer zuzumuten.

„Die Labore sind mittlerweile an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen – deshalb müssen wir die Tests dringend auf diejenigen Patienten beschränken, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht.“ – Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, Vorstandsvorsitzende der KVH

Mit der Aufstockung von 10 auf 16 Testcenter und insbesondere mit den beiden neuen Teststellen in Wiesbaden kommt die KV Wiesbadens Forderung und ihrem Ziel die Anfahrtstrecken zu reduzieren nach. Nachdem die neuen Teststellen heute im Rheingauviertek und auf der Bierstädter Höhe installiert worden sind, nehmen am Mittwoch ihren Betrieb auf.

„Da die Labore am Wochenende nicht arbeiten, sind auch Abstriche am Wochenende nicht sinnvoll.“ – Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, Vorstandsvorsitzende der KVH

Wie an allen anderen hessischen Testcentern werden auch in Wiesbaden täglich zwischen 9:00 und 13:00 Uhr Abstriche gemacht und gleich in die Labore weiter geleitet. In den Laboren werde aktuell nahezu 24/7 gearbeitet, heißt es. Dem Ernst der Lage wegen, nimmt das privat organisierte Drive-In-Testcenter in Bierstadt täglich zwischen 9:00 und 17:00 Uhr Abstriche.  Dr. Kaschlin Butt, Amtsleiterin des Gesundheitsamt in Wiesbaden, weist eindringlich darauf hin, dass an beiden Testcenter keine sogenannte Selbsteinweiser berücksichtigt werden. Eine vorherige Anamnese durch einen Arzt sowie eine Überweisung desgleichen seien zwingend nötig. Insbesondere wegen der hohen Ansteckungsgefahr werde das Personal vor Ort rigoros durchgreifen, Personen abweisen und gegebenenfalls die Polizei hinzuziehen.

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Die offizielle Internetseite des Robert-Koch-Instituts mit Fallzahlen finden Sie unter: www.rki.de.

 

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