Dort, wo einst Geisen und Kühe geweidet haben, befindet sich eines der elegantesten Villenviertel der Stadt. Die Erschließung begann spät und war nicht leicht.

Arbeitet der Archtiekt bei der Erschließung von Grundstücken mit und nicht gegen die Hanglage, sind an Hängen gelegene Grundstücke nicht wirklich problematisch. Das war jedoch nicht immer so – weshalb die Erschließung des Wiesbadener Nordens auch lange auf sich warten ließ.

Stadtführung, kurz gefasst

Entdeckungstour – Landhäuser, Gasthäuser und eine herrliche Fernsicht
Wann: Sonntag, 8. April 2018
Uhrzeit: 15:00 Uhr (etwa 2 1/2 Stunden)
Wo: Wiesbadener Villenviertel
Treffpunkt: Dambachtal – an der Einmündung in die Kappenstraße (Karte / Navigation)
Teilnahme: 8,00 Euro

Die Karten für beide EntdeckungsTouren sind vor Ort zu haben; Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 / 507427 gerne entgegen genommen.

Lange Zeit schien die wunderschöne Aussicht mit der schwierigen Hanglage im Norden der Stadt unüberwindbar – zu kostspielig um im Bereich der Rosselstraße oder dem Ahornweg Wohnhäuser und Villen anzusiedeln.

Villenbau im späten Historismus

Die Öffnung neuer Bauquartiere links und rechts der Idsteiner Straße erfolgte erst nach 1900, als der Baugrund in den Villengegenden weitgehend erschöpft war und man malerisch gewundene Straßen schätzen lernte. Die Bebauung versammelt das gesamte Spektrum des Villenbaus im späten Historismus: neben spätklassizistischen Villen, solche in der Tradition der Neorenaissance, und neobarocke Prachtbauten neben solchen, die unter dem Einfluss des englischen Cottage-Stils auf eine ländliche Note setzen.

In Wiesbaden unterrepräsentierter Villenbau

Da viele der zum Teil parkartigen Grundstücke unbebaut blieben, blieb die Verdichtung späteren Zeiten vorbehalten. Und so finden sich auch Beispiele für den in Wiesbaden unterrepräsentierten Villenbau der 1920er Jahre, etwa die 1928 von Ernst Haiger entworfene Villa von Schertel in der Rosselstraße 19 – die heutige Dienstvilla des Hessischen Ministerpräsidenten.

Unnützes Wissen

Die Nutzung als private Wohnung endete mit der „Dienstvilla-Affäre“ von Ministerpräsident Hans Eichel (SPD). Anfang 1993 wurde das Haus für den Betrag von 1,6 Millionen DM im Auftrag von Eichel umgebaut. Die von der Opposition veranlasste Prüfung durch den Landesrechnungshof ergab keine illegalen Ausgaben. Dennoch wird Eichel wegen der Bauaufträge „Naivität vorgeworfen“.

Seit Eichel hat kein hessischer Ministerpräsident die Villa mehr privat genutzt. Dazu trug auch eine Änderung des hessischen Ministergesetzes bei, nach dem der Ministerpräsident die Wohnung nicht mehr kostenlos sondern gegen eine ortsübliche Miete nutzen kann. (Quelle: Wikipedia)

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