Wiesbaden zählt zweifelsohne zu den schönsten Städten von Deutschland. Die Kaufkraft seiner Bewohner liehgt deutlich über dem Durchschnitt – und auch das das Umland hat seinen Reiz.

Bei der Frage, ob das Leben in der Großstadt oder auf dem Land lebenswerter ist, gehen die Meinungen auseinander. Viele kommen ohne den Trubel und der Lebendigkeit ihrer Großstadt nicht mehr aus. Nichts lieben sie mehr, als zu jeder Zeit und an jedem Ort etwas erleben zu können. Wer auf dem Land lebt, möchte sich von genau diesem Trubel abgrenzen. Die Stille der Natur und die menschenleeren Straßen möchten Landleben-Liebhaber in der Regel gegen nichts eintauschen.

In der Umgebung von Wiesbaden gibt es beschauliche Dörfer, in denen man den Großstadtrummel hinter sich lassen kann. Dennoch ist es schwer, von „der Großstadt“ und „dem Land“ zu sprechen. Die Grenzen verschwimmen und der Fortschritt ist abseits der Zentren nicht aufzuhalten. Das Ergebnis sind eine aufstrebende ländliche Baukultur, technische Modernisierungen und der generelle Wandel des Altersdurchschnitts der Landbevölkerung. All das führt dazu, dass sowohl Stadt als auch Land ein neues Image erhalten.

Knapp 300000 Einwohner

Die zweitgrößte Stadt Hessens ist gleichzeitig eines der ältesten Kurbäder Europas. Hier lebten schon im Jahre 2019 mehr als 275000 Einwohner. Gerade in dieser Region zeigt sich jedoch, dass der Trend rund um das Landleben ungebrochen ist. Viele Städter zieht es in die ruhigeren Gegenden. Doch worin liegen eigentlich die Unterschiede zwischen „Stadt und Land“? Wo lebt es sich günstiger? Und was sollte auf der Suche nach dem „perfekten Zuhause“ beachtet werden?

Wo ist die Lebensqualität höher? Welche Faktoren mit Hinblick auf eine Steigerung der Lebensqualität eine Rolle spielen, hängt vom Charakter und den persönlichen Vorlieben ab.
In Städten ist es gefühlt zu jeder Tageszeit möglich, etwas zu unternehmen, Menschen zu treffen oder einzukaufen. Die  Großstadt bietet stets einen Mix aus Action, Leben und Getümmel. Ruhige Ecken, um  die Seele baumeln zu lassen, sind hier schwieriger zu finden. Anders ist die Situation auf dem Land. Dort scheint die Zeit stehenzubleiben. Viele Familien bevorzugen das Landleben, da Kinder viel Platz zum Spielen haben und sie die Nähe zur Natur genießen können.

scenic rural landscape in the Taunus region near Wiesbaden, Germany

Taunus vor den Toren von Wiesbaden, Germany adobe.stock / travelview

 

 

 

Anonymität versus Vertrautheit

In Großstädten herrscht hingegen mehr Anonymität. Ein Aspekt, der unter anderem auch bewirkt, dass Kontaktverfolgungen im Rahmen der Corona Krise manchmal schwieriger sind. Während auf dem Dorf scheinbar jeder jeden kennt, wissen viele Großstädter oft nicht einmal, wie ihr Nachbar mit Vornamen heißt. Ein Vorteil liegt auf der Hand: Dass das Jobangebot in den Städten ist meist besser und vielseitiger. Ärzte und wichtige Einrichtungen, wie zum Beispiel Ämter und Dienststellen, können durch das infrastrukturell ausgebaute Netz besser erreicht werden. Statistiken zeigen jedoch, dass Menschen, die auf dem Land leben, meist weniger von Depressionen und Burn Out heimgesucht werden als Stadtmenschen. Weiterhin ist die CO2 Belastung auf dem Land nicht so hoch – und das, obwohl viele Menschen, die auf dem Land leben öfter ihr Auto nutzen müssen, um von A nach B zu gelangen.

Wiesbaden oder Umgebung – wo lebt es sich günstiger?

In Wiesbaden zahlen die Menschen in Zentrumsnähe – im Vergleich zu anderen deutschen Städten – oft mehr. Hier sind circa 10,80 Euro pro Quadratmeter fällig.  Zum Vergleich: der bundesweite Mietspiegel lag im Jahr 2020 bei 7,68 Euro pro Quadratmeter. Besonders interessant sind dabei die Unterschiede innerhalb der Stadt selbst. So liegt die Miete für einen Quadratmeter im Westend bei circa 9,50 Euro pro Quadratmeter, während im Stadtteil Frauenstein circa 11,50 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden.

Das heißt: Wer in Wiesbaden eine Wohnung finden möchte, die zum eigenen Budget passt, sollte sich über die Mietpreise in dem gewünschten Stadtteil informieren. Obwohl die Mieten in der Stadt höher sind, bietet die städtische Umgebung ein reges Wirtschaftsleben. Auch die Konsumbereitschaft der Wiesbadener ist auch weiterhin durchaus hoch, die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im Mai 2020 weniger als noch einen Monat vorher.

Günstiges Umwland

In der ländlichen Umgebung Wiesbadens zahlt der Mieter im Durchschnitt zwischen einem und sieben Euro weniger pro Quadratmeter. In Nidderau liegt der Preis hier beispielsweise bei circa 8,50 Euro und in Neukirchen nur bei circa 4,80 Euro. Die ländlichen Gegenden werden auch von der hessischen Regierung unterstützt und gefördert. Beispielsweise sollen die Dörfer in Zukunft mit schnellerem Internet und besseren Verkehrsverbindungen zu großen Städten ausgestattet werden. So möchte man die Wohnattraktivität in den kleineren Orten unterstützen. So verlockend die Mietpreise auf dem Land auch sind – das Wohnen in einer Mietwohnung in der Innenstadt muss nicht zwingend von Nachteil sein. Dies gilt vor allem deswegen, weil die Menschen in der Großstadt in der Regel mehr verdienen als auf dem Land.

Die Höhe der Miete passt sich dementsprechend an das Einkommen der Wiesbadener an. Daher muss bei einem Vergleich mittlerweile auch unbedingt der Faktor „Verdienst“ berücksichtigt werden.

Wiesbadens Wirtschaftsleben im Aufwärtstrend

Wiesbadens Wirtschaft boomt, auch wenn es hierbei wichtig ist, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass die Entwicklungen noch im Schatten der Corona Krise stehen. In der Vergangenheit wurden viele Projekte ins Leben gerufen, welche die Menschen nach Wiesbaden locken. In den Bereichen Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen setzt die Stadt Maßstäbe.

Auch mit Hinblick auf ausgebildete Nachwuchskräfte muss man sich – vor allem in der Nähe des Stadtzentrums – keine Sorgen machen. In den zahlreichen großen Firmen wird so gut wie immer neues Personal benötigt. Genau deswegen gibt es vor Ort viele Ausbildungsmöglichkeiten und Chancen für junge Menschen, sich in ihrem Bereich zu etablieren.

Die Attraktivität der Großstadt wird jedoch noch in anderer Hinsicht unterstützt. Denn: Wiesbaden blickt optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft. Mittlerweile engagiert sich die Stadt unter anderem auch beim Thema Klimawandel. Mit neuen Projekten soll nachhaltige Energie zum Standard werden – bezahlbar und ohne Ausfälle. Der örtliche Versorger will diese alternativen Energien so schnell es geht einsetzen. Gleichzeitig werden in diesem Bereich wiederum neue Arbeitskräfte benötigt.

Marktkirche Christian Fiedler adobe stock

Marktkirche von Christian Fiedler / adobe stock

 

 

Weshalb ist das Wohnen in Wiesbadener „so teuer“?

Bei Wiesbaden handelt es sich ohne jeden Zweifel um eine – in vielerlei Hinsicht – attraktive Stadt. Dank der florierenden Wirtschaft stehen den Menschen hier durchschnittlich circa 11,6 Prozent mehr Geld als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Im Rahmen einer einschlägigen Untersuchung wurden 55 Großstädte mit mehr als 150000 Einwohnern in ihrem Konsumverhalten beobachtet. Mit einem Kaufkraftindex von 110,3 schafft es die Stadt sogar auf Platz sieben. Nur wenige Städte wie beispielsweise Bonn, Stuttgart, Düsseldorf, München und Hamburg schnitten in diesem Kontext besser ab.Es wäre daher falsch, die Mieten in Wiesbaden als „zu hoch“ einzustufen.

Ein entsprechender Effekt zeigt sich auch im Zusammenhang mit dem Wohnen auf dem Land. Hier sind die Mieten niedriger, die Menschen verdienen jedoch auch weniger.

Kaufen statt mieten?

Aber: wer sich mit den aktuellen Entwicklungen rund um das Leben in Wiesbaden und Umgebung befasst, könnte schnell erkennen, dass sich – gerade mit Hinblick auf die Mietpreise auf dem Land – hier in Zukunft noch einiges tun könnte. Aufgrund der stetigen Bemühungen, das Land – unter anderem auch für junge Menschen – attraktiver zu machen, könnte es sein, dass die Mieten auch dort steigen werden.

Eine sinnvolle Alternative zur Miete könnte daher durchaus der vorausschauende Kauf von Immobilien sein. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine besonders überzeugende Wertanlage, die für ihre Besitzer in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen wird?

Fazit

In Wiesbaden ist die Lebensqualität – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt selbst – sehr hoch. Durch den höheren Verdienst im Stadtzentrum, verfügen die Menschen oft über ausreichend Budget, um die Wirtschaft ankurbeln zu können. In der ländlichen Umgebung dürfte sich die Situation in den kommenden Jahren verändern. Neben der entspannenden Ruhe könnte es bald den gleichen digitalen Komfort geben, wie in der Stadt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich der Altersdurchschnitt der Bewohner auf dem Land in Zukunft weiter verringern dürfte.

Wiesbaden stellt in diesem Zusammenhang jedoch bei Weitem keinen Einzelfall dar. Ähnliche Phänomene lassen sich mittlerweile auch in anderen Städten der Republik (Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Co.) beobachten. (Foto oben: ©2021 adobe.stock / Mustafa)

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