Die Jusos und SPD-Rathausfraktion fordern mehr bezahlbaren Wohnraum für Studenten in Wiesbaden und suchen nach neuen Konzepte. Die Mieten aktuell seien einfach zu hoch.

Laut einer Datenbank des Studentenwerks seien die Mietpreise für Studenten deutschlandweit um mehr als fünf Prozent seit dem vergangenen Wintersemester gestiegen. Besonders gestiegen seien die Mieten in Berlin. Und am teuersten ist die Musterwohnung in München. Dort bezahlen Studenten für 30 Quadratmetern mit 2,5 Kilometern Entfernung zur Universität eine  Warmmiete von 787 Euro. Für ein 20-Quadratmeter-WG-Zimmer werden dagegen 540 Euro fällig. In Wiesbaden sind es nach Angaben der SPD-Rathausfraktion 428 Euro. Wie hoch war noch mal das Einkommen?

Pressemitteilung, SPD

Neue Konzepte dringend benötigt

(12.10.2022) Angesichts der hohen Mieten und steigenden Nebenkosten zum Start des Wintersemesters fordert die SPD-Rathausfraktion Wiesbaden gemeinsam mit den Jusos Wiesbaden, dass die Studierenden nicht allein gelassen werden. 428 Euro müssen Wiesbadener Studierende im Durchschnitt für die eigenen vier Wände zahlen. 360 Euro sollten es laut BAföG-Satz eigentlich sein. Das stellt gerade Erstsemester, die jetzt im Oktober anfangen zu studieren, vor Probleme. Auch wenn laut jüngsten Daten des Berliner Forschungsinstituts MMI in der Landeshauptstadt weniger starke Preissteigerungen als in anderen Städten zu verzeichnen sind: Die Preise sind weiter hoch und eine Entspannung der Situation nur durch das Ergreifen weiterer Maßnahmen möglich.

Wiesbaden muss sich mehr als Hochschulstadt begreifen

Wiesbaden ist mit seiner vielfältigen Hochschullandschaft, mit der Hochschule Rhein-Main, der Hochschule Fresenius, der Polizeihochschule und mehreren kleineren Hochschulen sowie der neu gegründet Charlotte Fresenius-Hochschule längst auch Hochschulstadt. Deswegen war es richtig, dass wir einen Maßnahmenplan Wohnen beschlossen haben. Denn es braucht gerade für das studentische Wohnen spezifische Konzepte, wie WG-taugliche Grundrisse und Fördermöglichkeiten,  sagt die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Stadtverordnetenfraktion Silvana Sand. Jetzt gilt es unseren eigenen gestellten Ansprüchen gerecht zu werden und dafür zu sorgen, dass genügend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Dort wo die Stadt baut, muss konsequent geprüft werden, wie man auch Studierende mit integrieren kann und Projekte wie das Studierendenwohnheim mit Kita am Campus Kurt-Schumacher-Ring der Hochschule RheinMain sollten rasch realisiert werden. Allerdings sehe sie nicht nur die Kommune sondern auch das Land in der Verantwortung. Traditionell wird studentischer Wohnraum von den Studierendenwerken zur Verfügung gestellt. Damit diese das aber auch in ausreichendem Maße können, brauche es mehr Geld. Vor allem in Krisenzeiten ist eine Finanzierung aus den Semesterbeiträgen für solche Großprojekte nicht ausreichend, so Sand.

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist knapp

Gerade jetzt, wo das Leben überall teurer wird, ist es für junge Menschen umso schwieriger sich ein Zimmer leisten zu können. Denn was häufig nicht steigt, sind die Einkünfte. Gerade finanziell schwache Familien können das nicht stemmen. Es ist daher unerlässlich, dass wir nicht nur mehr Wohnraum schaffen, sondern auch bezahlbaren, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende der Wiesbadener Jusos, Carl Gibis.

Hochschulen und Bibliotheken müssen für Studierende geöffnet bleiben

Die Energiekrise wirkt sich aber nicht nur auf das private Budget aus. So steht bei einigen Hochschulen bereits die Überlegung im Raum, das kommende Semester wieder digital stattfinden zu lassen. Dem steht Gibis kritisch gegenüber: In den letzten vier Coronasemestern habe ich selbst erfahren, welche Einschränkungen die digitale Lehre hat. Sie sollte als Ergänzung beibehalten werden, kann Präsenzveranstaltungen aber nicht ersetzen – insbesondere da Studierende sich häufig nur wenige Quadratmeter eigenen Wohnraum leisten können. Darüber hinaus erscheint es mit Blick auf die gestiegenen Heizkosten nicht vernünftig statt eines Hochschulraumes die privaten Wohnungen von allen Studierenden zu beheizen. Die Internetübertragung benötigt zusätzliche Energie. Die gestiegenen Kosten würden also bloß auf die Studierenden abgewälzt werden. Dass wir Energie sparen müssen, ist klar, aber eine Wiederabschaffung der Präsenzlehre ist weder zumutbar noch sinnvoll.“

Foto oben ©2021 Wiesbaden lebt

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Die Internetseite der SPD Rathausfraktion finden Sie unter www.spd-wiesbaden.de.

 

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