Studierende der Wiesbadener Musik- und Kunstschule zeigen im Kulturforum, wie lebendig Konzertabende heute klingen können.
Wer im Mai glaubt, Kultur müsse geschniegelt daherkommen, der hat die Rechnung ohne die Wiesbadener Musik- und Kunstschule gemacht. Hier greifen junge Musiker beherzt in die Tasten, streichen über Saiten – und lassen im Kulturforum keinen Zweifel daran, dass Klassik alles kann: leuchten, flirren, überraschen.
Kulturforum, kurz gefasst
Konzert – Klavier-, Streicher- und Violinenkonzert
Eintritt: frei
Wann: Dienstag, 7., 11. und 12. Mai 2026, 18:00 Uhr
Wo: Kulturforum, Friedrichstraße 16, 65185 Wiesbaden
Der Monat beginnt für die Studierenden am 7. Mai mit einem Klavierabend, der nicht lange um den heißen Flügel herumspielt. Studierende der Klasse von Prof. Franz Vorraber steigen direkt ein – und lassen Werke von Claude Debussy, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert lebendig werden. „Clair de lune“ schimmert, Mozart tänzelt, Schubert erzählt – und zwischendrin blitzen Bach und Rachmaninoff auf. Wer hier zuhört, merkt schnell: Diese Abende sind kein Pflichtprogramm, sondern pure Spiellust.
Streicher, die erzählen statt flüstern
Am 11. Mai wechseln die Hände von Tasten zu Saiten. Beim Streicherabend steht das Violoncello im Mittelpunkt, doch es bleibt nicht allein. Studierende musizieren gemeinsam, lassen Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Dmitri Schostakowitsch aufeinanderprallen – mal zart, mal mit Nachdruck. Hier wird nicht geflüstert, hier wird erzählt, gestritten, geliebt. Musik als Gespräch, nicht als Dekoration.
Geigen, die fliegen lernen
Nur einen Tag später, am 12. Mai, hebt die Violine ab. Studierende der Klasse Igor Mishurisman zeigen, wie vielseitig ein Instrument klingen kann. Zwischen Jean Sibelius und Niccolò Paganini spannt sich ein Bogen, der Virtuosität nicht behauptet, sondern einfach liefert. Wer meint, Geigen seien brav, wird hier eines Besseren belehrt.
Eintritt frei – Neugier Pflicht
Das Schönste an diesem Konzert-Reigen: Niemand muss lange überlegen. Der Eintritt ist frei, die Plätze offen, die Atmosphäre entspannt. Statt steifer Etikette gibt es konzentrierte Energie – und das leise Gefühl, vielleicht gerade die Stars von morgen zu hören.
Symbolfoto ©2026 Timo Klostermeier / pixelio.de
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Erstveröffentlichung: 30.04.2026


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