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Schematische Zeichnung die Fernwärme udn Windenergie in den Mittelpunkt stellt.

Magistrat beschließt Wiesbadens Wärmeplan bis 2045

Wie wird Wiesbaden künftig heizen? Der Magistrat hat die Kommunale Wärmeplanung beschlossen. Das Konzept zeigt, wo Fernwärme ausgebaut werden soll, welche Rolle Wärmepumpen spielen und wie die Stadt ihre Wärmeversorgung bis 2045 schrittweise klimaneutral gestalten möchte.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 3 Monaten vor 0

Der Magistrat hat die Kommunale Wärmeplanung verabschiedet. Sie soll Wiesbadens Weg zur klimaneutralen Wärme ebnen.

Die Frage, wie künftig geheizt werden soll, beschäftigt Hausbesitzer, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen. In Wiesbaden liegt nun erstmals ein umfassender Fahrplan vor. Der Magistrat hat am Dienstag die Kommunale Wärmeplanung verabschiedet und damit die Grundlage für die künftige Wärmeversorgung der Landeshauptstadt geschaffen. Bis zum 30. Juni wird das Konzept fristgerecht beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht.

Die Planung soll Orientierung geben – nicht nur für die Stadtverwaltung und die Politik, sondern auch für Bürger, Unternehmen sowie Energieversorger. Sie beantwortet die zentrale Frage, welche Form der Wärmeversorgung in welchem Stadtgebiet künftig sinnvoll und technisch umsetzbar sein kann.

Fernwärme soll deutlich wachsen

Im Mittelpunkt der Planungen steht ein deutlicher Ausbau der Fernwärme. Vor allem in dichter bebauten und zentral gelegenen Stadtteilen sieht die Stadt großes Potenzial, künftig mehr Gebäude an das Fernwärmenetz anzuschließen. Dort lassen sich Wärmenetze wirtschaftlich betreiben und fossile Energieträger schrittweise ersetzen. In den äußeren Stadtteilen hingegen könnten Wärmepumpen künftig eine größere Rolle spielen. Dort wäre ein Ausbau der Fernwärme nicht wirtschaftlich und häufig nur mit erheblichem Aufwand möglich.

Das zeigt: Der Wärmeplan ist keine Einbahnstraße. Er betrachtet unterschiedliche Technologien und Energiequellen. Neben Fernwärme und Wärmepumpen flossen auch industrielle Abwärme, Flusswasserwärme, Thermalwasser, Geothermie und weitere erneuerbare Energiequellen in die Untersuchungen ein.

Zusammenarbeit von Stadt und ESWE

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende bezeichnete die verabschiedete Planung als wichtigen Schritt für die Zukunft von Wiesbaden. „Die Kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Energieversorgung unserer Stadt“, erklärte Mende. Besonders hob er die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der ESWE Versorgung hervor. Gemeinsam sei eine „praxisnahe und umsetzungsorientierte Planung“ entstanden, die die Besonderheiten Wiesbadens berücksichtige.

Tatsächlich entstand das Konzept in enger Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden, der ESWE Versorgung AG und externen Fachbüros. Grundlage bildeten die Vorgaben des bundesweiten Wärmeplanungsgesetzes sowie die entsprechenden Regelungen des Landes Hessen.

Orientierung statt Verpflichtung

Für viele Bürger dürfte dabei vor allem eine Botschaft wichtig sein: Die Kommunale Wärmeplanung hat zunächst keine unmittelbaren rechtlichen Folgen für einzelne Grundstücke oder bestehende Heizungsanlagen. Die Planung schreibt niemandem vor, welche Heizung eingebaut werden muss. Sie dient vielmehr als strategisches Instrument, das mögliche Entwicklungspfade aufzeigt und Investitionsentscheidungen erleichtern soll.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger betonte die Bedeutung des Projekts für die Klimaziele der Stadt. „Die Kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein, damit Wiesbaden und unsere Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral werden können“, sagte sie. Die Planung sei eine wichtige „Orientierungs- und Entscheidungsgrundlage für Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft“.

Wegweiser für die kommenden Jahrzehnte

Bereits im Vorfeld hatten sich die Ortsbeiräte mit den Ergebnissen beschäftigt. Dadurch konnten die Planungen bereits auf Stadtteilebene vorgestellt und diskutiert werden.

Mit dem Beschluss des Magistrats endet die Arbeit allerdings nicht. Nach der Einreichung beim Land soll der Wärmeplan veröffentlicht und regelmäßig fortgeschrieben werden. Denn technologische Entwicklungen, neue Energiequellen und veränderte Rahmenbedingungen werden die Wärmewende in den kommenden Jahren weiter prägen.

Fest steht bereits heute: Wiesbaden hat seinen strategischen Kompass für die Wärmeversorgung der Zukunft gesetzt. Nun beginnt die eigentliche Herausforderung – die Umsetzung.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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