Die Hitzewelle lässt den Wasserverbrauch steigen. Hessenwasser sieht die Versorgung gesichert, mahnt aber Vorsorge an.
Die aktuelle Hitzewelle macht sich nicht nur auf Thermometern bemerkbar. Auch der Trinkwasserverbrauch in Hessen zieht deutlich an. Am 22. Juni erreichte Hessenwasser mit 396.000 Kubikmetern abgegebenem Trinkwasser den bislang höchsten Tageswert des Jahres. Damit blieb das Versorgungsunternehmen zwar unter dem Rekordwert von 426.312 Kubikmetern aus dem Sommer 2019, dennoch zeigen die Zahlen, wie stark Hitzeperioden die Wasserversorgung belasten.
Wenn Gärten bewässert, Pools gefüllt und anhaltend hohe Temperaturen den täglichen Bedarf erhöhen, geraten Versorgungssysteme an ihre Belastungsgrenzen. Für viele Kommunen in der Rhein-Main-Region wird der Hitzeschutz damit zunehmend auch zu einer Frage der Infrastruktur.
Versorgung derzeit stabil
Trotz der hohen Nachfrage sieht sich Hessenwasser gut vorbereitet. Das Unternehmen profitiert von einem engmaschigen Verbundsystem, das verschiedene Wasserwerke und Gewinnungsgebiete miteinander verbindet. Dadurch können Fördermengen flexibel gesteuert und regionale Engpässe ausgeglichen werden.
Hinzu kommt eine günstige Ausgangslage nach dem vergangenen Winterhalbjahr. Die Niederschläge der vergangenen Monate haben dazu beigetragen, die Grundwasserstände auf einem stabilen Niveau zu halten. In den Gewinnungsgebieten im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald wird außerdem aufbereitetes Wasser aus Rhein und Main gezielt zur Grundwasseranreicherung genutzt.
Die Technik ist die Herausforderung
Die eigentliche Herausforderung sieht Hessenwasser inzwischen weniger bei den verfügbaren Wasserressourcen als bei deren Verteilung. Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat erklärt: „Für uns als Vorlieferanten ist die zunehmende Abdeckung des Spitzenbedarfs kein Problem der Grundwasserressourcen. Die eigentliche Herausforderung liegt in solchen Phasen in den technischen Kapazitäten von Wasserwerken, Speichern, Pumpwerken und Transportleitungen, die die hohen Wassermengen innerhalb kurzer Zeit bereitstellen und verteilen müssen.“
Gerade an Tagen mit außergewöhnlich hohem Verbrauch könnten technische Störungen deutlich größere Auswirkungen haben als im Normalbetrieb. Deshalb setzt Hessenwasser auf kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur.
Klimawandel verändert die Anforderungen
Die Wasserversorgung steht zunehmend unter dem Einfluss des Klimawandels. Längere Trockenphasen, häufigere Hitzeperioden und veränderte Verbrauchsgewohnheiten führen zu höheren Spitzenlasten. Um darauf vorbereitet zu sein, unterstützt Hessenwasser die Maßnahmen der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main. Ziel ist es, die Versorgung langfristig widerstandsfähiger zu machen.
Bereits umgesetzt wurden wichtige Projekte wie das neue Wasserwerk Allmendfeld sowie die sogenannte redundante Riedleitung. Beide Vorhaben stärken die Versorgungssicherheit und sorgen dafür, dass auch in heißen Sommern ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.
Der aktuelle Sommer zeigt erneut, dass Hitzeschutz weit über Schattenplätze und Trinkbrunnen hinausgeht. Er beginnt bereits tief unter der Erde – in den Grundwasserspeichern und den Leitungsnetzen, die Millionen Menschen täglich mit Wasser versorgen.
Symbolbild ©2025 AI-generiert
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