Helga Schubert und erzählt von Freiheit, Erinnerung und einem Leben zwischen Zeiten. Ein Abend mit Nachklang.
Wenn Helga Schubert liest, wird Literatur plötzlich leise – und zugleich laut im Kopf. Am Mittwochabend bringt sie genau diese Spannung ins Literaturhaus Villa Clementine. Und das Publikum darf sich auf einen Abend freuen, der nicht einfach liest, sondern erzählt, zweifelt, tastet.
Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst
Lesung – „Luft zum Leben“
Eintritt: 12,00 Euro, ermäßig 9,00 Euro (günstiger im Vorverkauf)
Wann: Mittwoch, 6. Mai 2026, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden
Der Titel „Luft zum Leben“ klingt wie ein Versprechen – und wirkt wie eine Einladung. Helga Schubert greift tief in ihr eigenes Werk, streift durch sieben Jahrzehnte Schreiben und sammelt, was bleibt: Erinnerungen, Beobachtungen, Gedanken. Sie springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, verbindet Privates mit Politischem – und zeigt, wie eng beides zusammengehört.
Wer zuhört, begegnet nicht nur der DDR und ihren Brüchen, sondern auch einer Gegenwart, die Fragen stellt: nach Freiheit, nach Haltung, nach dem eigenen Platz im Leben. Schubert antwortet nicht laut, sondern klar. Ihre Texte wirken knapp, präzise, fast lakonisch – und treffen genau deshalb.
Ein Abend zwischen Gespräch und Gegenwart
Im Literaturhaus bleibt es nicht beim Vorlesen. Die Autorin spricht mit der Journalistin Ariane Binder – und öffnet damit den Raum für Zwischentöne. Was treibt sie an? Was bleibt vom Schreiben, wenn Jahrzehnte vergehen? Und wie klingt Hoffnung, wenn sie nicht laut sein will?
Dabei schwingt auch Geschichte mit: 1980 durfte Schubert nicht zum Bachmann-Preis reisen. Vierzig Jahre später kehrte sie zurück – und gewann. Ein literarischer Bogen, der fast zu schön ist, um erfunden zu sein. Aber genau das macht diesen Abend so besonders: Er erzählt von Brüchen, die weiterführen.
Literatur, die bleibt – und bewegt
„Luft zum Leben“ wirkt nicht nostalgisch. Es schaut nach vorn, während es zurückblickt. Schubert schreibt über Übergänge – im Leben, in der Gesellschaft, im eigenen Denken. Und sie zeigt: Freiheit ist kein Zustand, sondern eine Bewegung.
Wer also glaubt, Lesungen seien stille Veranstaltungen, sollte diesen Abend nicht verpassen. Hier spricht eine Autorin, die sich nie angepasst hat – und gerade deshalb heute so aktuell klingt.
Foto – Rabauke Filmproduktion UG, CC BY-SA 4.0
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