Ist der Frosch unschlüssig, ob er die Leiter hoch oder runter steigen soll, werden Bauernregeln zur Wettervorhersage herangezogen. Da heißt es:  „Hundstage heiß, Winter lange weiß.“

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August nennen wir Hundstage. Der Ursprung dieser Bezeichnung liegt tausende Jahre zurück und geht auf die Sichtbarkeit des Sirius zurück, dem hellsten Stern des Sternbildes Großer Hund. Der Zeitraum der Hundstage steht dabeinormalerweise für die heißesten Tage des Jahres. Und tatsächlich stehen die Zeichen auf Hitze.

Die Hundstage beginnen heiß

In den kommenden Tagen geht es mit den Temperaturen verbreitet bergauf. Genau zum traditionellen Beginn der Hundstage am 23. Juli wird es dann mit richtig heiß. Nach heutigem Stand können die Temperaturen dann im Westen verbreitet auf über 35 Grad klettern, im Rest des Landes werden 30 bis 35 Grad erreicht. Dabei ist es verbreitet sonnig und trocken, erklärt Matthias Habel, Meteorologe bei WetterOnline. Die Hundstage dauern etwas länger als vier Wochen – und in dieser Zeitperiode werden in Mitteleuropa tatsächlich oft die höchsten Jahres-Temperaturen Erreicht. Die Zeichen stehen auf Hitze und es sind deutlich über 30 Grad zu erwarten. In manchen Jahren, wenn alles zusammenpasst und der Südwind direkt aus der Sahara weht, sind auch Rekordwerte um 40 Grad in Deutschland möglich, weiß Habel.

Astronomischer Hintergrund

Der astronomische Hintergrund der Hundstage liegt Tausend Jahre zurück. Im alten Ägypten kehrte in diesem Zeitraum langsam das Sternbild Großer Hund mit seinem gut sichtbaren Fixstern Sirius an den Morgenhimmel zurück. Die Dauer der Hundstage erklärt sich daraus, dass vom ersten Auftauchen des Sirius in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des gesamten Sternbilds Großer Hund rund ein Monat vergeht. Für die Ägypter war die Zeit der Sirius-Wiederkehr von herausragender Bedeutung, da sie als sicheres Vorzeichen des nahenden Nil-Hochwassers galt.

Tausendjähriger Hinhtergrund

Heute taucht Sirius übrigens erst Ende August am Morgenhimmel auf. Der Grund dafür sei, dass die Erde im Weltall wie ein Kreisel torkelt. Dadurch verändere sich der Zeitpunkt der Sichtbarkeit aller Gestirne im Laufe von Jahrtausenden, der Begriff ‚Hundstage‘ jedoch beziehe sich nach wie vor auf das historische Auftreten des Sternbildes vor vielen tausend Jahren, so der Meteorologe weiter.

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Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als Thema des Tages unter www.dwd.de.

 

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