Die Russische Kirche auf dem Neroberg ist das Symbol einer tragischen Liebesgeschichte und steht  für gepflegte deutsch-russische Beziehungen. 

Sind die goldenen Dächer der Russischen Kirche hessenweit bekannt, sind es die Neroberger Weinreben deutlich weniger. Seit dem 19. Jahrhundert wird auf dem Neroberg – auch mit Wein – gefeiert: die Geburtstage der Herzöge, die Gründung des Kaiserreichs, das neue Jahr. Ein trauriges Ereignis lenkte den Blick der Gäste auf den 245 Meter hohen Ausläufer des Taunus: im Alter von 19 Jahren starb die nassauische Herzogin Elisabeth im Kindbett.

Stadtführung, kurzgefasst

Stadtführung: „Hausberg der Wiesbadener und Grabstätte der Herzogin“
Wann: Sonntag, 21. April 2019
Uhrzeit: 15:00 Uhr (etwa 2 1/2 Stunden)
Wo: Talstation der Nerobergbahn, Wilhelminenstraße 51, 65193 Wiesbaden (Anfahrt planen)
Treffpunkt: Talstation der Nerobergbahn
Teilnahme: 12,00 Euro

Um die Zarennichte nach orthodoxem Ritus würdevoll bestatten zu können, entstand nach den Plänen von Philipp Hoffmann einer der wichtigsten Kirchenbauten des Historismus in Deutschland. In der Nachbarschaft der Kirche entstanden ein russischer Friedhof, ein Aussichtstempel, Restaurationen und Hotels, auf deren Terrassen die Besucher an Sommertagen mit dem schönsten Blick auf die Stadt einen Zentner Kaffee und 2000 Stück Kuchen konsumierten.

Eckdaten

Die EntdeckungsTour unter der Leitung von Rainer Niebergall startet am Sonntag an der Talstation der Nerobergbahn im Nerotal. Sie dauert etwa 2 – 2 ¼ Stunden und endet wieder im Nerotal. Die Teilnahme kostet 12,00 Euro (enthalten sind die Kosten für die Nerobergbahn und der Eintritt in die russische Kirche).

Geschichte der Russisch-Orthodoxe Kirche

Die Russisch-Orthodoxe Kirche in Wiesbaden wurde 1847 bis 1855 von Herzog Adolf von Nassau anlässlich des frühen Todes seiner Gemahlin, der 18-jährigen russischen Prinzessin Jelisaweta Michailowna, Großfürstin von Russland und Herzogin von Nassau (1826–1845), erbaut. Diese war die Tochter von Michael Romanow (1798–1849), dem jüngeren Bruder der Zaren Alexander I.(Regierungszeit: 1801 bis 1825) und Nikolaus I.(Regierungszeit: 1826 bis 1855). Adolf hatte die Prinzessin 1844 geheiratet, doch als sie im darauffolgenden Jahr bei der Geburt des ersten Kindes zusammen mit dem Kind starb, geriet er in eine solche Trauer, dass er beschloss, für sie eine Grabeskirche zu errichten. Das Geld für diese Kirche bezog er mit dem Segen des Zaren Nikolaus I. aus ihrer Mitgift.

Mit dem Bau der Kirche wurde der Oberbaurat Philipp Hoffmann beauftragt, der eigens dafür zunächst in Russland die russische Kirchenbauweise studierte. Am 25. Mai 1855 wurde die Kirche schließlich zu Ehren der heiligen Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers und Namensheilige der Verstorbenen, geweiht. Kurz darauf wurde der Sarg mit der verstorbenen Prinzessin und dem toten Säugling in einer Prozession aus der Bonifatiuskirche in die Krypta der Russischen Kirche überführt und dort in einem vom Bildhauer Emil Hopfgarten geschaffenen Sarkophag beigesetzt. Die Kuppelfresken der Kirche schuf der Maler August Hopfgarten.

1856 wurde der russisch-orthodoxe Friedhof geweiht. (Quelle:aus Wikipedia)

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!