Werden Menschen künstlich beatmet, bildet sich die Muskulatur schnell zurück. Der Umstieg aufs selbstständige Atmen ist nicht leicht.

Schwere Unfälle oder auch schwere Operationen machen es häufig erforderlich, dass Patienten künstlich beatmet werden müssen. Der Weg zurück, zum alleine Atmen, gestaltet sich nicht immer leicht. Darauf hat die DKD Helios Klinik reagiert und das erste Weaning-Zentrum in Wiesbaden eröffnet.

Das neue Weaning-Zentrum Wiesbaden ist auf Patienten spezialisiert, die nach einer schweren Operation oder einem Trauma über längere Zeit künstlich beatmet werden müssen und nun von der maschinellen Beatmung entwöhnt werden können. Dieses so genannte Weaning ist bereits nach wenigen Tagen einer maschinellen Beatmung erforderlich, denn die Atemmuskulatur ist dadurch relevant geschwächt. Je länger der Patient maschinell beatmet werden musste, desto aufwändiger gestaltet sich dieser Prozess.

„Der Weaning-Prozess ist anspruchsvoll, denn er erfordert die Einbindung unterschiedlichster Experten. Genau das ist die Stärke der DKD Helios Klinik mit ihrem fachübergreifenden Behandlungskonzept.“ – Tobias M. Bingold, Direktor der Klinik

Er erfordert neben der intensivmedizinischen Betreuung auch ein multiprofessionelles Team aus Pneumologen, Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden. Speziell ausgebildete Pflegekräfte wissen um die Bedürfnisse dieser besonderen Patienten. Weitere Spezialisten der DKD Helios Klinik, z. B. aus den Bereichen Radiologie, Neurologie, Kardiologie oder Nephrologie, können für besondere Fragestellungen dieser  Patienten, die häufig auch unter weiteren Grunderkrankungen, wie z. B. einem dialysepflichtigen Nierenversagen leiden, zu jedem Zeitpunkt hinzugezogen werden.

„In dem neuen Weaning Zentrum haben wir ideale Voraussetzungen, die Behandlung ganz individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten abzustimmen.“ – Tobias M. Bingold, Direktor der Klinik

Für das Weaning-Zentrum hat Helios eine neue Intensivstation mit 14 Betten an der DKD Helios Klinik eingerichtet. Das Zentrum wird vom Direktor der Klinik für Interdisziplinäre Intensivmedizin und Intermediate Care der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Tobias M. Bingold geleitet.

„Wir tragen Sorge dafür, dass der Prozess so reibungslos wie möglich verläuft und begleiten unsere Patienten eng auf dem Weg zurück in ihren Alltag.“ – Tobias M. Bingold, Direktor der Klinik

Neben dem multiprofessionellen Behandlungskonzept ist das Weaning-Zentrum Wiesbaden auch räumlich auf die speziellen Anforderungen dieser Patientengruppe eingerichtet, damit diese so schnell wie möglich mobilisiert und auf die Rückkehr ins häusliche Umfeld oder gegebenenfalls auch eine Pflegeeinrichtung vorbereitet werden können. Anders als auf einer regulären Intensivstation, auf der Weaning-Patienten üblicherweise versorgt werden, bietet das Weaning-Zentrum Wiesbaden einen strukturierten Tag-Nacht-Rhythmus. So ermöglicht beispielsweise ein angepasstes Alarmmanagement eine weitestgehend ungestörte Nachtruhe. Stress, der sich nachteilig auf den Entwöhnungsprozess auswirken kann, wird so auf ein Minimum reduziert.

Wachsender Bedarf

„Die Zahl der Patienten, die von der Beatmung entwöhnt werden müssen, steigt kontinuierlich. Das ist zum einen dem demographischen Wandel und einer älter werdenden Gesellschaft mit entsprechenden Begleiterkrankungen geschuldet. Aber auch der medizinische Fortschritt trägt dazu bei, dass immer mehr Patienten eine schwere Operation, eine Sepsis (Blutvergiftung) oder ein akutes Lungenversagen überleben. Mit der Eröffnung des Weaning-Zentrums Wiesbaden tragen wir dieser Entwicklung Rechnung und zu einer besseren Versorgung der Patienten in Wiesbaden und dem Rhein-Main-Gebiet bei. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Eröffnung des Weaning-Zentrums das Leistungsspektrum der DKD Helios Klinik mit ihrem Fokus auf spezialisierte Therapien um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzen können, der im Rhein-Main-Gebiet bislang einmalig ist“, erklärt Klinikgeschäftsführer Michael Nowotny. ∆

 

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