Am Freitag meldeten Wiesbadens Ordnungshüter 135 Verstöße gegen die Corona-Auflagen. Am Sonntagmittag sind es 208 Verstöße, plus 73 – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Wer die Gruppen auf Facebook liest, erkennt schnell die Spitze des Eisbergs. Überall berichten User von der Unvernunft vieler Wiesbadener – von gut besuchten Spielplätzen und gut besuchten Parkanlagen. Kommentare wie, dort seien nur die erfasst, die kontrolliert worden wären, decken auf: Würde mit Nachdruck kontrolliert werden, fiele die Zahl deutlich höher aus.

„Wir können hier vom Balkon aus sehen, dass sich auf dem Spielplatz immer wieder mehr als 2 Menschen treffen, augenscheinlich keine Familien, und denken, es merkt schon keiner. Solange die Unvernunft in den Köpfen ist, nutzt kein Appell etwas.“ – Facebook

Vom Schiersteiner Hafen wird gemeldet, dass die Motorboot-Saison in den Startlöchern stehe, dass Boote ins Wasser gelassen werden, dass dort gepaddelt und trainiert wird. Das Wiesbadener sich zum Kaffeekränzchen träfen. Klar raus müssen wir alle, – ist es aber wirklich so schwer sich an die Auflagen zu halten? Vor diesem Hintergrund erhalten die 1656 Kontrollen seit letztem Montag ein anderes Gewicht.

1656 Kontrollen und 208 Verstöße

Die erste Woche galt in Wiesbaden als Schonfrist. Seit bestehen der Kontaktsperre greifen Wiesbadens Ordnungshüter strenger durch. Setzte die Stadtpolizei anfangs in erster Linie auf Beratungsgespräche und lobende Worte, werden seit vergangenem Montag, 23. März, mit Maß Personalien erfasst und Strafen verhängt. Insgesamt wurden bei den durchgeführten Kontrollen 208 Verstöße festgestellt. Besonders massiv ist die Zahl der Verstöße auf Spielplätzen. Bei 376 Kontrollen kam es zu 58 Verstößen bei denen insgesamt 552 Personen angetroffen wurden.

Shisha Bars versiegelt

Negativer Höhepunkt war die Kontrolle von zwei Shisha-Bars und einem Kiosk, die sich nicht an die Auflagen hielten. In einer Shisha-Bar wurden in Zusammenarbeit mit der Landespolizei insgesamt 16 Personen aufgefunden und deren Personalien festgestellt. In der zweiten Shisha-Bar hielten sich fünf Personen auf. Beide Bars wurden versiegelt, um weitere Verstöße zu verhindern. Ebenso hielt sich ein Kiosk nicht an die Auflagen. Schon bei der ersten Kontrolle wurde der Inhaber intensiv beraten und auf sein Fehlverhalten hingewiesen. Bei einer Nachkontrolle am gleichen Abend konnten wieder mehrere Personen festgestellt werden, die sich in und um den Kiosk herum aufhielten und Alkohol konsumierten. Daraufhin untersagte die Stadtpolizei den Betrieb und versiegelte auch diesen Kiosk.

Betreten gesperrter Spielplätze

Aufgrund der anhaltend guten Temperaturen setzte Wiesbadens Stadtpolizei zu Beginn des Wochenendes erstmals in diesem Jahr die Fahrradstreife sein. Der Fokus der Kontrollen lag auf den Ausflugszielen am Rheinufer, den Grünanlagen und den Spielplätzen – und es zeigte sich schnell, dass die Maßnahme gut gewählt war. Das sonnige Wetter hatte am Wochenende viele Menschen noch draußen gelockt. Die Telefone bei der Stadtpolizei standen nicht mehr still. Aufmerksame Bürger meldeten sich immer wieder bei der Stadtpolizei und beschwerten sich über die Nichteinhaltung des Kontaktverbotes oder die Öffnung von Gewerbe. Allein am Samstag rückten die Ordnungshüter 227 Mal aus. Dabei stellten sie zwölf Verstöße fest, wovon fünf Verstöße gegen die Versammlungsobergrenze aufgenommen wurden und viermal  gesperrte Spielplätze betreten wurden.

„Auf dem Platz sind rund 30 Personen und mindestens 10 Kinder spielen Völkerball“ „Wenn wir jetzt dort hinkommen, stellt sich heraus, dass das die Familie ist.“ – Dialog: Bürger mit  Polizei

Was droht den Bürgern jetzt? Aktuell gibt es noch keinen spezifischen Bußgeldkatalog in Hessen. Aus dem Sozialministerium heißt es, dass man daran arbeite. Man orientiere sich an den von der nordrhein-westfälischen Regierung verkündeten Maßnahmen, heißt es. Demnach wären Bußgelder in Höhe von mehreren hundert Euro möglich. So muss beispielsweise jeder Bürger in Nordrhein-Westfalen 200 Euro zahlen, wenn er mit mehr als zwei Personen, mit denen er nicht verwandt ist, in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Bei Wiederholungsfällen kann das Bußgeld bis zu 25.000 Euro betragen (Blick über die Grenze: wir berichteten).

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Die offizielle Seite der Polizei von NRW zum Bußgeld finden Sie unter polizei.nrw.

 

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