Der eine oder andere hat die Natur in den letzten Wochen schätzen gelernt. Hat sie doch ihre lebensspendenden Kräfte eindringlich verschenkt. Auch Fatler wurden dabei erspäht. Gleichen Sie Ihre Erinnerungen ab.

Schon seit März sind die ersten Schmetterlinge, wie der Zitronenfalter und der Kleine Fuchs, draußen in der Natur unterwegs. Ab dem 17. Mai 2020 können diese scheuen Flieger und viele weitere Schmetterlingsarten in einer Sonderausstellung im Museum Wiesbaden bewundert werden. Doch eine große Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen wird es zur Ausstellungseröffnung nicht geben. Es handelt sich um eine ,stille Eröffnung‘, bei der die Türen der Ausstellung „Schmetterlingen auf der Spur“ zeitgleich nur für 40 bis 50 Besucher offen stehen.

Landesmuseum (Museum Wiesbaden), kurz gefasst

Ausstellung –„Schmetterlingen auf der Spur“
Wann: 17. Mai 2020 bis zum 31. Januar 2021
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur (Museum Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags von 10:00 bis 20:00 Uhr, mittwochs und freitags 10:00 bis 17:00 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 10:00 bis 18:00 Uhr,  montags geschlossen
Eintritt: 10,00 (Sonderausstellung) // Kinder- und Jugendliche freier Eintritt

Die Ausstellung „Schmetterlingen auf der Spur. Mit Illustrationen von Johann Brandstetter“ führt vom 17. Mai 2020 bis zum 31. Januar 2021 in die Vielfalt, das Leben und die Besonderheiten der Tag- und Nachtfalter ein. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung 50 Schmetterlingsstudien und Aquarelle des preisgekrönten Naturillustrators und Künstlers Johann Brandstetter.

„Wer heute mit größter Selbstverständlichkeit sagen kann, dass aus Raupen Puppen und schließlich Schmetterlinge werden, der hat als Kind sicher die Geschichte der Raupe Nimmersatt gelesen. Für das Landesmuseum war es an der, der dominantesten Organismengruppe in den Museumsdepots eine eigene Ausstellung zu widmen. Wir fühlen uns auch Merian verpflichtet.“ – Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter im Landemuseum

Mit über 500 verschiedenen Schmetterlingen gibt die Ausstellung einen eindrucksvollen Einblick in die Artenvielfalt der tag- und nachtaktiven Tiere. Insbesondere die wichtigsten Falter vor den Türen Wiesbadens sind gut vertreten. In drei Räumen auf einer Ausstellungsfläche von 700 qm erfahren Besucher Wissenswertes und Erstaunliches aus dem Leben der Schmetterlinge. Dabei geht es genauso um ihre Beziehungen im Ökosystem der Natur, wie auch um die Bedeutung für den Menschen. Ein Highlight der Ausstellung werden die lebenden Raupen sein. Besucher können sie beim Fressen und beim Verpuppen beobachten. Kinder werden ihre Freude an diesen kleinen Fressmaschinen haben und können dazu die Details einer Raupe an einem 18-mal vergrößerten naturgetreuen Modell bestaunen. Erwachsene haben die Möglichkeit, sich von neuen Forschungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen inspirieren zu lassen, um sich für die Lebensräume der Schmetterlinge einzusetzen.

„Als Maria Sibylla Merian 1647 auf die Welt kam, kümmerte sich kaum jemand um Krabbeltiere – sie galten einzig als lästige Wesen des Teufels. Forschung im heutigen Sinne gab es kaum. Dank ihres großen Talents und ihre geduldigen Beobachtungsgaben gelang es Merian, bis dahin Unbekanntes hervorragend darzustellen und zu beschreiben.“ – Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter im Landemuseum

In den Naturhistorischen Sammlungen des Museums Wiesbaden befinden sich über 400 Jahre alte Schmetterlingsexemplare, welche die Naturforscherin Maria Sibylla Merian in ihren Büchern abgebildet hat. Außerdem besitzt das Museum die große historische Sammlung Johann Christian Gernings und die wissenschaftlich bedeutende Sammlung des Wiesbadener Arztes und Ehrenbürger Arnold Pagenstecher. Insgesamt umfasst die Schmetterlingssammlung weit mehr als 800000 Exemplare

„Das Museum Wiesbaden präsentiert nicht nur eines der Werke von Maria Sibylla Merian, sondern auch Schmetterlingspräparte, die die die Forscherin in Südamerika studiert hat.“ – Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter im Landemuseum

Für das Museum war es ein Glücksfall, dass der preisgekrönte Illustrator und Künstler Johann Brandstetter den Vorschlag des Landesmuseums  – seine Schmetterlingsaquarelle zusammen mit den Sammlungen des Museums zu zeigen, so positiv aufgenommen hat. Seit seiner frühesten Jugend ist Johann Brandstetter von Schmetterlingen fasziniert. Er beobachtet sie wie ein Forscher und hält Formen, Farben und ihre Lebensweise in Zeichnungen und Aquarellen fest. Über 200 Natur-, Sach- und Kinderbücher hat er illustriert.  In der Ausstellung, wie in den Bildern Brandstetters, ist viel zu entdecken.

„Die Bilder entstehen meist auf Reisen, die ich sehr genau dokumentiere und fotografiere. Diese Natur-Bilder bringen meine Freiheit in der Illustration zum Ausdruck. Ich möchte dem Kunstinteressierten die überraschenden Zusammenhänge in der Natur erläutern, wie auch dem naturverbundenen Betrachter einen Einblick in die künstlerische Sichtweise vermitteln.“ – Johann Brandstetter, Künstler und Illustrator

Neben den einheimischen Arten können in der Ausstellung auch prachtvolle exotische Schmetterlinge studiert werden. So ist in einer Regenwaldinszenierung der größte heute lebende Schmetterling, die Weiße Hexe, aufzuspüren. Wie der wissenschaftliche Name der Schmetterlinge Lepidoptera ausdrückt, unterscheiden sie sich durch ihre besonderen Flügelschuppen von allen anderen Insekten. In weiteren Kapiteln erfahren die Besucher etwas über die Metamorphose von der Raupe zum erwachsenen Schmetterling. Dass auch das Puppenstadium seine ästhetischen Reize hat, zeigt ein weiteres mehrfach vergrößertes Modell, mit dem der Präparator Detlev Gregorczyk einen Weltmeistertitel der Präparationskunst erzielt hat.

„Obwohl wir in unseren Sammlungen ein breites Spektrum an Arten haben, besitzen wir bei Weitem nicht alle und wir können auch nicht jede Art mit Sicherheit bestimmen. Immerhin sind die Schmetterlinge mit 160 000 bekannten Arten die zweit größte Ordnung innerhalb der Insekten.“ – Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter im Landemuseum

Die Ausstellung widmet sich der ökologischen Rolle der Schmetterlinge. So haben weit mehr als 100 einheimische Schmetterlingsarten ihr Leben auf Eichenbäume abgestellt, während die Kiefer nur acht Arten Nahrung bietet. Der Mensch im Umgang mit der Natur trägt die Verantwortung für die Vielfalt der Lebewesen. Der engagierte Schmetterlingsforscher Joseph Reichholf nimmt in einem Video zu diesem Thema Stellung. Die Ausstellung zeigt auch am Bespiel des Wiesbadener Rabengrunds, mit welchen Naturschutzmaßnahmen Lebensräume für Schmetterlinge erhalten werden können.

Schmetterlinge aus dem peranischen Regenwald

Schmetterlinge aus dem peranischen Regenwald ©2020 Volker Watschounek

Fritz Geller-Grimm und das Museumteam erhielten Unterstützung durch externe Experten, wie Petra Zub von der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Lepidopterologen. Es engagierte sich auch Alfred Westenberger, Schmetterlingsexperte und Buchautor über die Schmetterlinge der Region. Er stellte für die Ausstellung aus seinen Fotografien und Sammlungen 60 Lebensbilder von heimischen Schmetterlingen wie die Landkärtchen, C-Falter oder den großen Schillerfalter zusammen. Dank dem Engagement von Matthias Sanetra können die lebende Raupen beim Wachsen, Verpuppen und Ausschlüpfen beobachtet werden.

Zugangsregeln und Hygienebestimmungen

Die Ausstellung öffnet unter den aktuellen Maßgaben zu Hygiene- und Abstandsregelungen. Veranstaltungen und Führungen können bis auf Weiteres nicht angeboten werden, auch stehen die Hands-on-Stationen nicht im geplanten Maße zur Verfügung. Im gesamten Haus können sich während der Corona-Pandemie nur noch 300 Besucher gleichzeitig bewegen. Für die Schmetterlingsausstellung mit mehr als 1000 qm Ausstellungsfläche sind es 40 bis 50 Besucher. Das Museum Wiesbaden bitte um das Verständnis der Besucher, wenn es aufgrund des Besuchherandrangs kurzzeitig zu Schließungen kommt. Diese Maßnahme ist unumgänglich, um die Besucherfrequenz zu regulieren. Hinweis: Ausschließlich an Sonn- und Feiertag von 12:00 bis 16:00 Uhr kommen die jungen Forscher und Biologen voll auf ihre Kosten. An diesen Tagen ist Mikroskopierstation geöffnet. Sie wird nach jeder Benutzung für den Gast nächsten Gast desinfiziert.

Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Mitte lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!