Ein kluger wie leidenschaftlicher Roman über den marxistischen Denker und Politiker Antonio Gramsci. … Ein Buch, das einen ganz in seinen Bann zieht.

In ihrem Debütroman Gegend von 2006 erzählte Nora Bossong eine abgründige Familiengeschichte. 2009 folgte Webers Protokoll um einen deutschen Konsul in Italien während der NS-Zeit, 2012 Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens über vier Generationen. Villa Clementine, kurz gefasst

Lesung36,9 Grad
Wann: Mittwoch, 6. Februar 2019, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Eintritt: Der Eintritt ist frei

Moderation von der freien Literaturkritikerin Alf Mentze.

Bossongs vierter und bislang letzter Roman 36,9 Grad, erschien 2015. Darin nähert sich die Autorin der historischen Figur des italienischen Politikers und Philosophen Antonio Gramsci über dessen Briefe aus dem Gefängnis an und verknüpft diese Erzählung mit einer in der Gegenwart spielenden Parallelhandlung um den persönlich wie beruflich gescheiterten Akademiker Anton Stöver. Dieser stößt bei seiner Beschäftigung mit Gramsci, der prägenden Gestalt des italienischen Kommunismus, auf dessen Liebesgeschichte mit einer russischen Genossin. Auch Stöver selbst verliebt sich während seiner Forschungsreise in Italien obsessiv in eine junge Frau. Der Konflikt zwischen den großen Gefühlen für einen Menschen und dem Kampf für eine große Sache ist das zentrale Thema des Romans.

„Dass der Journalist, Politiker und Philosoph allen Widrigkeiten zum Trotz auch ein großer Liebender war, zeigt Nora Bossong auf ebenso originelle wie berührende Weise. Der Roman als Ganzes vollzieht eine sinnliche Annäherung an den überragenden Theoretiker und blendet dazu immer wieder in vollendeter personaler Erzählweise in Gramscis Kindheit und Jugend zurück.“ – Kathrin Hillgruber, Frankfurter Rundschau, 12.01.16

Auch einen Ausblick auf ihren nächsten Roman, der im August 2019 erscheint, wird Nora Bossong geben. Von der Kritik wurde sie als hochtalentierte Schriftstellerin und feinfühlige Stilistin gefeiert, deren Sprache Sogwirkung entfaltet. Zudem ist sie eine Autorin mit politischer Sensibilität, deren Bücher ethische und gesellschaftspolitische Fragen stellen.

Pressestimmen

Intelligent verknüpft Schriftstellerin Nora Bossong die Geschichten zweier Männer miteinander, die zugleich getrieben und gelähmt werden von großen Gefühlen und noch größeren Idealen. Das schmückt sie mit starken Beschreibungen und einer herrlich frischen Sprache. – Astrid Benölken, Süddeutsche Zeitung, 22.10.15

Ein Wissenschafts- und Politkrimi, zwei tragische, über ein halbes Jahrhundert hinweg verschlungene Liebesgeschichten und das eindringliche, präzise Porträt eines Philosophen, dessen Konzept einer für alles Fremde offene Zivilgesellschaft bestürzend aktuell ist: Gramsci, dessen Schriften erst 1991 in einer verlässlichen Ausgabe auf Deutsch erschienen, ist hier neu zu entdecken. – Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.15

Zur Person Nora Bossong

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut und an der Humboldt-Universität in Berlin Philosophie und Komparatistik. Neben ihren vier Romanen veröffentlichte sie Gedichte, Essays und Reportagen. Ihr Gedichtband „Sommer vor den Mauern“ wurde 2012 mit dem Peter Huchel-Preis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den Kunstpreis Berlin und den Roswitha-Preis.

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!