Von montags bis freitags steht das Team im Umweltladen in kniffeligen Fragen beratend zur Seite. Alle drei Monate präsentiert die Umweltberatung spannende Ausstellungen.

Im Dezember 1990 wurde die städtische Beratungsstelle für Umwelt, Natur und Gesundheit am Michelsberg eröffnet. Inzwischen ist der Umweltladen in der Luisenstraße zu finden. Mehr als 434000 Mal wurde die kostenlose Umweltberatung in dieser Zeit in Anspruch genommen. Stark nachgefragt sind dabei die zahlreichen Serviceangebote – waren die 251 Ausstellungen zu Themen wie Abfall, Energie, Mobilität, Ernährung, Konsum oder Naturschutz.

„Nach 30 Jahren Wiesbadener Umweltladen zeigt sich, dass der damalige Leitgedanke ´Raus aus dem Amt, hin zu den Bürgern´ zukunftsweisend und goldrichtig war.“ –  Andreas Kowol, Umweltdezernent

Als eine der ersten städtischen Umweltberatungseinrichtungen hat der Umweltladen sein Angebot in den vergangenen 50 Jahren stetig ausgebaut. Heute zählt die Service-Stelle des Umweltamtes als fester Bestandteil zur Stadtverwaltung und ist vielfältig mit Umweltverbänden und -organisationen innerhalb und außerhalb der Stadt vernetzt.

„Der Aufruf allein zu klimafreundlichem Verhalten, nützt nichts, wenn den Menschen keine praktische Möglichkeiten aufgezeigt werden.Wichtig ist der persönliche Austausch, um Ratsuchenden konkret unterstützen zu können.“ – Roland Petrak

Roland Petrak, Leiter der Wiesbadener Umweltberatung, ist davon überzeugt, dass nachhaltiges und umweltfreundliches Handeln im Alltag wichtiger geworden ist denn je. Dabei wird deutlich: Wissen alleine reicht nicht. Es geht ums Tun! Beispielsweise ist vielen bekannt, dass Ökostrom klimafreundlicher ist, plastikfreies Einkaufen die Umwelt schont und dass zu Fuß gehen oder Rad fahren zur Luftreinhaltung beiträgt. Aber wer weiß, welche Ökostromlabel vertrauensvoll sind, wo man in Wiesbaden plastikfrei einkaufen kann oder welche Fahrradschleichwege es gibt? Ziel der Umweltberatung ist es hier zu informieren und mit individuellen und praktischen Tipps die Menschen zum Handeln zu motivieren.

„Manche Kinder haben uns im Kindergartenalter kennengelernt und später als Schüler wieder besucht oder unser Informationsangebot für Schulprojekte genutzt.“ – Isa Aussem, Mitarbeiterin im Umweltladens

Inzwischen ist der Umweltladen für all diejenigen zu einer wichtigen Adresse geworden, die sich im Gespräch über umweltgerechte Handlungsweisen und Produkte informieren wollen. Die hohe Resonanz und die Zufriedenheit der Besucher zeigen, dass der persönliche Kontakt im Gegensatz zur Informationsflut im Internet Sicherheit bietet und geschätzt wird. Dazu gehören neben den Ausstellungs- und Beratungsangeboten eine Fülle von Informationsmaterialien.

Ernährung, Konsum, Natur und Garten

Die Themen reichen von Abfallvermeidung und Artensterben über Bauen & Wohnen, Ernährung, Konsum, Natur und Garten sowie Mobilität und Verkehr bis hin zu Fairen Handel und globaler Klimagerechtigkeit. Gerade die letzten beiden Themen machen deutlich, dass der Umweltladen heute weit mehr im Blick hat, als vor 30 Jahren als dieser ins Leben gerufen wurde. Dazu gehören auch die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele oder SDGs – Sustainable Development Goals – , die von den Vereinten Nationen 2015 verabschiedet wurden. Diese müssen von den Kommunen vor Ort umgesetzt werden. Dazu braucht es die Bürger, und der Umweltladen ist für sie eine wichtige Anlauf- und Schnittstelle.

Ausstellungs- und Beratungsangebote

Im Rahmen der Ausstellungen haben in den letzten Jahren zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden. Dazu gehören Exkursionen, Expertenvorträge und Workshops sowie umweltpädagogische Lernwerkstätten für Kitakinder oder Unterrichtseinheiten für Schüler. In Kooperation mit verschiedenen Institutionen wie der Verbraucherberatung oder der Initiative repaircafe4all werden darüber hinaus regelmäßige stattfindende kostenfreie Angebote wie die Energieberatung oder das Repair Café im Umweltladen umgesetzt. Viele dieser Angebote zielen darauf ab, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu befähigen, eigene Entscheidungen mit Blick auf zukünftige Generationen sowie Menschen in anderen Weltregionen zu treffen. Damit tragen die Veranstaltungen des Umweltladens zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei, einem zentralen Baustein der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Recyclingstation Umweltladen

Zahlreiche Besucher wissen, dass der Umweltladen darüber hinaus noch mehr zu bieten hat. Sie nutzen das Angebot zum kostenfreien Büchertausch, die Recyclingstation zur Abgabe von CDs, Korken, Brillen, Handys und anderem mehr oder kaufen Müllsäcke der ELW, Wiesbadener Imkerhonig oder Partnerschaftskaffee.

Der Umweltladen

Der Umweltladen öffnete übrigens fünf Jahre nach Gründung des Umweltamtes 1985 erstmals seine Türen. Seit dem ist die Umweltberatung unter der Rufnummer 0611 – 313600 oder – seit 1990 – persönlich im Umweltaden erreichbar. Aufgrund des aktuellen Lockdowns ist der Umweltladen zurzeit geschlossen. Die Planungen für die Ausstellungen Mobil auf dem Fahrrad und Plastikarm leben laufen bereits. Im Moment steht bis Ende März 2021 die Veranstaltung Blühende Vorgärten zur Förderung des Artenschutzes im Fokus – vielleicht kann der Umweltladen vor Ablauf diese Datums ja seine Angebote wieder der Öffentlichkeit anbieten.

Rückblick auf 25 Jahre Umweltladen

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Die offizielle Internetseite vom Umweltladen finden Sie im internet unter www.wiesbaden.de.

 

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