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Nordfriedhof: Bis zur Reformation begruben die Wiesbadener ihre Toten um die Mauritiuskirche. Danach… ©2017 Rainer Niebergall

Memento mori – die Kunst zu Sterben

In der Reihe „Lust am Denken“ beschäftigt sich der Kunstverein Bellevue-Saal am 2. Dezember mit dem Thema „Memento mori – Philosophieren über Tod und Leben“. Unter der Leitung von Dr. Christian Rebanus werden Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens ausgetauscht.

Redaktion 7 Jahren vor 0

Der lateinische Ausspruch Memento mori ist dem mittelalterlichen Mönchslatein entnommen und galt seinerzeit als klösterliche Bewegung gegen den moralischen Verfall.

Memento mori steht für die Erinnerung an die eigene Sterblichkeit. Auf Deutsch kann man diesen Ausspruch mit „Gedenke zu sterben“ wiedergeben. Im Gegensatz zum alt-römischen Memento moriendum esse – „Bedenke, dass Du sterblich bist“, mit dem Feldherren während ihres Triumphzuges in Rom vor Hybris gewarnt wurden,  ruft das mittelalterliche „Memento mori“ den Menschen in die Selbstreflexion über seine eigene Existenz und konfrontiert ihn mit dem Faktum seiner eigenen End- und Vergänglichkeit.

Kunstverein Bellevue-Saal, kurz gefasst

Diskussion – „Memento mori – Philosophieren über Tod und Leben“
Wann: Samstag2. Dezember 2017, 16:00 bis 18:00 Uhr
Wo: Kunstverein Bellevue-Saal, Wilhelmstraße 32, 65183 Wiesbaden
Eintritt: 5,00 Euro

Nicht zuletzt das Wirken von Hildegard von Bingen atmet den Geist, der durch „Memento mori“ zum Ausdruck gebracht wird. Es sei vermutet, dass gerade in unserem gegenwärtigen Zeitalter, das von grassierenden Ressentiments und allenthalben erstarkendem Autokratismus immer mehr geprägt wird, eine Wiedervergegenwärtigung wesentlicher Grundlagen der menschlichen Existenz hilfreich und vielleicht sogar heilsam sein kann.

Morgen ist auch noch ein Tag

Die Gewissheit des eigenen Todes, die Gewissheit der Vergänglichkeit des irdischen Daseins gehört nun wie kaum etwas anderes zu den Grundtatsachen der menschlichen Existenz – und ein Leben eingedenk des eigenen Todes, ein Leben so, als ob es kein Morgen gäbe, bedeutet ein ganz anderes Leben als das, das im Gefühl der Endlosigkeit nach dem Motto „morgen ist auch noch ein Tag“ gelebt wird. Die Gewissheit des eigenen Todes ist es, die – nach Martin Heidegger – die eigene Existenz in Eigentlichkeit erst ermöglicht. Gleichzeit wird dem Tod als existentiellem Phänomen in unserer modernen Gesellschaft immer weniger Raum gegeben.

Lust am Denken

Das medial und distanziert konsumierte, massenhafte Sterben geht oftmals einher mit einer Tabuisierung all dessen, was die eigene Vergänglichkeit erfahrbar macht. In der Philosophie ist der Tod und die menschliche Vergänglichkeit seit jeher ein wichtiges Thema. Die Frage nach der Bedeutung des Todes für das Leben nimmt immer wieder eine zentrale Rolle im Denken philosophischer Klassiker ein. Diesem Nachdenken über den Tod will die nächste Veranstaltung der Reihe Lust am Denken kurz nach Ende des „Todesmonats“ November auf die Spur kommen – und damit dazu beitragen, die Erfahrung der eigenen Lebendigkeit zu vertiefen.

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