Wiesbaden ist nicht seit gestern ein bedeutender Gesundheitsstandort. Für seine warmen und heilsamen Quellen über die Grenzen der Region bekannt, ist gilt es als medizinisches Zentrum.

„Mein Ziel ist es, Wiesbaden als eine führende Gesundheitstadt in Deutschland zu positionieren“, sagte Wiesbadens Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz. Für ihn gehe gehe es darum, Gesundheit als Schlüsselbranche neu zu besetzen. Das gehe aber nur gemeinsam, so Franz weiter. Er plädierte dafür, eine gemeinsame Dachmarke aufzubauen, unter der die Beteiligten ihre Aktivitäten noch besser entfalten können.

„Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Anliegen der Kliniken und niedergelassenen Ärzte, muss der Patient im Mittelpunkt stehen.“ – Dr. Oliver Franz, Wirtschaftsdezernent

Wiesbadens Bürgermeister machte direkt einen Vorschlag zur Stärkung einer neuen Dachmarke Gesundheitsstadt Wiesbaden. In seinem Vorschlag betonte Franz, dass dies sowohl der Außendarstellung der Kliniken und Ärzte nutze, aber vor allem für die Patienten einen großen Service darstelle. Sei Ziel sei es, in der Stadt ein Informations- und Lotsensystem aufzubauen, dass die Leistungen der Kliniken und Ärzte transparent und sichtbar mache. So werde es für Patienten einfacher, die bestmögliche fachgerechte Behandlung in Wiesbaden zu erhalten. Franz stellte dafür auch eine Anschubfinanzierung der Stadt in Aussicht. Die anwesenden Klinikgeschäftsführer sowie die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Kaschlin Butt, begrüßten die Idee einhellig.

Neue Fachkräfte

Die Vertreter aus den Geschäftsführungen der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, Sandra Henek,, des St. Josefs Hospitals, Thomas Reckmeyer, der Asklepios Paulinen Klinik, Norman Westphal, der DKD Helios, Michael Nowotny, der Vitos Rheingau gGmbH, Marco Sonnek und von Median NRZ, Heidi Hins –  priorisierten dabei am Dienstag drei Themen, bei denen sie sich vorstellen können, gemeinsam zu arbeiten. Als wichtigste Aufgabe wurde die Fachkräftegewinnung im Bereich der Pflege, Physio- und Ergotherapie aber auch beim ärztlichen Personal identifiziert.

Medizin studieren in Wiesbaden

Die Kliniken wünschen sich bezahlbare Wohnungen für ihr Pflegepersonal, um dadurch den Standort Wiesbaden attraktiver für Fachpersonal zu machen. Ein weiteres Anliegen der Kliniken ist, eine medizinische Fakultät in Wiesbaden aufzubauen, um die universitäre Ausbildung künftig in der Landeshauptstadt Wiesbaden anbieten zu können. Dahinter steht unter anderem das Ziel, Fachkräfte vor Ort zu gewinnen.

Neuorganisation der Notfallversorgung

Das dritte priorisierte Thema betrifft in erster Linie die drei Akutkrankenhäuser Helios HSK, JoHo und die Asklepios Paulinen Klinik: eine Neuorganisation der Notfallversorgung in Wiesbaden, für die die Landeshauptstadt als Pilot auch Fördermittel einwerben könnte. Einig waren sich Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz und die Klinikgeschäftsführer, dass das Thema Notfallversorgung nur gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten angegangen werden kann.

Medizinische Versorgung im wandel

Mit dem Treffen am Dienstag setzt Bürgermeister Dr. Franz den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 15. März 2018 unter dem Titel „Pflegenotstand bekämpfen – Gesundheitsstandort Wiesbaden stärken“ um. Die im Beschluss benannten Aufgaben decken sich mit den diskutierten Themen vom Dienstag. Unter Federführung des Gesundheitsdezernates, mit tatkräftiger Unterstützung des Gesundheitsamtes und der städtischen „Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden“ und ihrer Geschäftsführer Lutz Hammerschlag und Ralf Jäger, sollen nun die Aufgabenstellungen verfeinert und ausgearbeitet werden, sodass die Beteiligten gezielt die Fragestellungen bearbeiten können. „Sie bestimmen die Themen, die wir angehen“, sagte Bürgermeister Dr. Franz zu den Teilnehmern der Gesprächsrunde. Franz formulierte auch den Wunsch, nach dem erfolgreichen Auftakt, ein Gesundheits- und Kliniknetzwerk mit weiteren Akteuren der Gesundheitswirtschaft in Wiesbaden aufzubauen.

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