Wenn die Welt im Ausnahmezustand ist, müssen wir ein Stück näher zusammenrücken. Wiesbadens Kulturszene zeigt Solidarität untereinander und entwickelt Ideen für die Zukunft.

Von Kulturdezernent Axel Imholz

Nichts ist mehr so, wie es war. Die Wiesbadener Kulturszene, in all ihrer Vielfalt, Individualität und dem Sehnen nach Publikum, welches miterlebt, nachspürt und beobachtet was Künstler ausdrücken wollen, war und ist von der Zeit des Distanzhaltens betroffen. Vor unglaubliche Herausforderungen gestellt, mit denen wir alle lernen mussten uns in einer anderen, einer neuen Realität zurecht zu finden, sind gerade auch die Kulturschaffenden mit großer Kreativität, starkem Handlungswillen und einem unerbittlichen Optimismus, diesen begegnet.

Unbürokratische Hilfestellung

Die Landeshauptstadt Wiesbaden, und allen voran das Kulturamt, versuchte seit Beginn der Krise kurzfristige, objektive und unbürokratische Hilfestellung zu geben. Dass Wiesbaden sehr bald und sehr schnell ärmer an Kulturangeboten sein würde, das sollte es nie geben. Kulturdezernent Axel Imholz macht klar, dass es sein Ziel sei, keiner und keinem Kulturschaffenden Corona-bedingt bei der Aufgabe ihres Wirkens zusehen zu müssen.

Liquiditätssicherung der Kulturinstitutionen

Ergänzend zu den Sofortprogrammen von Land und Bund stellte das Kulturdezernat deshalb kurzfristig Hilfe bereit. Sowohl Vorgriffe auf städtische Zuschüsse und Förderungen, als auch tolerante Regelungen bei der Absage von Projekten sollten der Liquiditätssicherung der Kulturinstitutionen dienen. Auch weitere Mittel, die der Absicherung der Kultureinrichtung dienen, wurden rasch bereitgestellt.

Extrem wichtig für einen schnellen Überblick war dabei vor allem der direkte und unkomplizierte Kontakt des Kulturamtes. In zahlreichen persönlichen Gesprächen und Telefonaten war man bemüht ganz individuell nach Lösungen zu suchen und Hilfestellung im Antragsdschungel zu geben. Das blieb nicht unbemerkt, zahlte sich der über viele Jahre vor allem durch den Kulturamtsleiter Jörg-Uwe Funk aufgebaute Kontakt zu den Einrichtungen doch spürbar aus.

Solidarität untereinander

Trotz dieser Hilfestellung von Seiten der Stadt fielen gerade Soloselbstständige und lange Zeit auch Kulturvereine durchs Raster, da die Vorgaben durch Land und Bund in diesem Bereich unzureichend waren. Nicht zuletzt deshalb entwickelte die Szene auch für sich selbst neue Ideen der gegenseitigen Unterstützung. So entstand die Konzeptskizze für ein Festival, welches Kulturschaffende schon frühzeitig in die Entwicklung eines Programmprozesses aufnehmen, und auch schon vor Durchführung des Festivals Gagen ermöglichen würde. Ideen zu Online-Veranstaltungen, deren Erlös beteiligten Kulturschaffenden zu Gute kommen sollen, wurden geboren und die Diskussion über Kulturräume bekam neuen Schwung.

Wohin will die Kulturszene?

Die Politik im Rathaus zeigte und zeigt sich offen, denn man weiß um die Bedeutung einer lebendigen, einer erfüllten und starken Kulturszene in unserer Stadt. Und so hat sich vielleicht gerade aus dieser Krise heraus eine andere eventuell sogar eine bessere Sicht auf die Kultur in unserer Stadt entwickelt. Der Austausch darüber und wo wir in Wiesbaden gemeinsam mit der Kulturszene hin wollen, der ist noch lange nicht am Ende! ∆

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