Der Verdienstorden wird in Hessen seit dem 1. Dezember 1989 verliehen. Seine Die Höchstverleihungszahl wurde auf 800 festgesetzt. 

Ministerpräsident Volker Bouffier hat drei Hessen für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Der Regierungschef überreichte der ehemaligen Landtagsabgeordneten Brigitte Kölsch aus Friedrichsdorf, dem früheren Staatssekretär Dr. Herbert Hirschler aus Mainz und dem in der Kommunalpolitik aktiven Dr. Heinz-Lothar Worm aus Linden den Hessischen Verdienstorden.

„Wer seine Zeit und seine Energie, sein Fachwissen und sein Engagement anderen Menschen widmet, verdient unsere Anerkennung und unseren Respekt. Ich freue mich sehr, heute drei Hessen ehren zu können, die sich in besonderer Weise für das Wohl unseres Landes und der Menschen eingesetzt haben.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Verdienstorden für Brigitte Kölsch

Kölsch setzt sich seit mehr als vier Jahrzehnten in verschiedenen Bereichen für ihre Mitmenschen ehrenamtlich ein. Die gelernte Kauffrau bekleidete nach ihrem Eintritt in die CDU eine Vielzahl von Ämtern in ihrer Heimatregion, dem Hochtaunuskreis. So war sie beispielsweise Stadtverordnete in Usingen und später in Friedrichsdorf, zudem 20 Jahre lang – von 1981 bis 2001 – Mitglied im Kreistag. Für die Christlich Demokratische Union war sie jeweils auch Vorstandsmitglied der Stadtverbände sowie von 1992 bis 2004 Vorsitzende des Kreisverbandes Hochtaunus. Dieser ernannte sie 2005 zur Ehrenvorsitzenden. Die heute 74-Jährige gehörte von 1995 bis zu ihrem Ausscheiden im Jahre 2008 dem Hessischen Landtag an. Sie war stellvertretende Vorsitzende des kulturpolitischen Ausschusses und Mitglied der 12. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten.

„Brigitte Kölsch ist dafür bekannt, dass sie sich besonders für die Belange der Bürgerinnen und Bürger ihrer Region einsetzt. Dabei hat sie stets ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier.

Die verheiratete Mutter von zwei Kindern und vier Enkelkindern engagiert sich in vielen Vereinen ihrer Region ehrenamtlich, besonders im kulturellen Bereich. Dank ihres Einsatzes für den Burgverein Reifenberg e.V. konnten die notwendigen Gelder für die Sanierung und den Erhalt der Burg bereitgestellt werden. Im Vorstand der Bad Homburger Schlosskonzerte trägt sie seit 2011 durch die Akquirierung von Spendengeldern und weiteren Zustiftungen zur positiven Entwicklung der Konzerte bei.  Kölsch war zudem 2009 Gründungsmitglied und bis 2014 Mitglied des Kuratoriums der Musikschule Friedrichsdorf und ist seit 2007 Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Opel-Zoos e.V.. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die zoopädagogischen Projekte und der Zoo-Jugendklub.

Auszeichnungen und Verdienste

Ein besonderes Anliegen war ihr auch die ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirche. Von 2007 bis 2015 war sie im Pfarrgemeinderat St. Bonifatius in Friedrichsdorf tätig. In dieser Zeit arbeitete sie mit großem zeitlichem Aufwand für die beiden Projekte Neuzugezogene und Mission-Entwicklung-Frieden. Von 2008 bis 2015 war sie als Mitglied und Vorstandsmitglied des Bezirkssynodalrates Hochtaunus aktiv. Dabei unterstützte sie besonders die Ökumenische Wohnhilfe im Taunus e.V. bei der Suche nach Wohnraum für Mittellose. Im Jahr 2011 wurde Kölsch mit der St. Georgs-Medaille des Bistums Limburg und 2016 mit dem Bürgerpreis der Taunus-Sparkasse in der Kategorie Lebenswerk ausgezeichnet.

Verdienstorden für Dr. Herbert Hirschler

Dr. Herbert Hirschler schloss sein Studium an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt als Diplom-Volkswirt und Diplom-Handelslehrer mit anschließender Promotion ab. Mitte der 1970er Jahre wechselte der gebürtige Frankfurter in den Staatsdienst und war von 1976 bis 1991 im Hessischen Ministerium für Wirtschaft und Technik tätig. Dort koordinierte er in den Wendejahren die energiewirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hessen und Thüringen und half mit, die Wiedervereinigung positiv zu gestalten. Von 1991 bis 1999 war Dr. Hirschler Regierungsvizepräsident in Darmstadt, wo er unter anderem die Gründung der Regionalgalerie Darmstadt begleitete. Sodann wurde der Geehrte bis 2004 Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Anschließend war er bis 2012 für die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen tätig, zuletzt als Sprecher der Geschäftsführung. Von Januar bis Mitte Mai 2012 war Dr. Hirschler erneut als Staatssekretär im Kultusministerium tätig, bevor er bis Dezember 2015 die Aufgabe als Beauftragter der Landesregierung für das Wohnungswesen übernahm.

„Sie haben sich für Ihre Heimatregion und Ihr Land stark gemacht und Gemeingeist und Bürgersinn gelebt. Dadurch haben Sie sich die Achtung der Menschen erworben, die mit Ihnen zusammengearbeitet haben – stets über Parteigrenzen hinweg.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Auf kommunalpolitischer Ebene engagierte sich der heute 70-Jährige bereits seit 1967, als er in die Partei der Freien Demokraten eintrat. In den 80er- und 90er-Jahren war er Kreis- und Fraktionsvorsitzender im Rheingau-Taunus-Kreis und hat damit wesentlich die Arbeit der hiesigen FDP geprägt. Dr. Hirschler sei ein durch und durch politischer Mensch, der sich lange Jahre auf verschiedenen Ebenen eingebracht und sie mitgestaltet habe, hob der Regierungschef die kommunal- und landespolitische Arbeit des heute in Mainz lebenden Geehrten vor.

Verdienste

Mit großer Freude und Begeisterung engagierte sich Dr. Hirschler für die Karl-Hermann-Flach-Stiftung in Wiesbaden, der er von 2007 bis Anfang dieses Jahres ehrenamtlich vorstand. In dieser Zeit wurde der eingetragene Verein in eine Stiftung öffentlichen Rechts überführt und die Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung vereinbart. Die Stiftung fördert demokratische Gedanken und die liberale Auffassung der Gesellschaft durch ihre überparteiliche Bildungsarbeit. Von 2000 bis 2010 war Dr. Hirschler zudem Mitglied im Präsidium der Deutsch-Ibero-Amerikanischen Gesellschaft e.V. in Frankfurt, die sich für die Verständigung zwischen der Bundesrepublik und der ibero-amerikanischen Welt, von Spanien und Portugal bis hin zu den aufstrebenden Ländern Mittel- und Südamerikas, engagiert.

Verdienstorden für Dr. Heinz-Lothar Worm

Dr. Heinz-Lothar Worm hat nach seinen Studiengängen für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie für Sonderschulen an der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Fach Philosophie promoviert. Er arbeitete bis 1997 an Sonderschulen in Wetzlar und war zusätzlich 14 Jahre lang als Sprachheillehrer im Gesundheitsamt in Wetzlar tätig. Dr. Worm ist habilitiert und hat seit 1981 Lehraufträge an verschiedenen deutschen Universitäten.

„Das Engagement von Dr. Heinz-Lothar Worm für das Museum ist außerordentlich. Er hat es stets verstanden, in besonderer Weise den Besuchern die Heimat näher zu bringen. Weit über die Ortsgrenzen hinaus hat er sich als Heimatforscher des ‚Hüttenberger Landes‘ einen renommierten Ruf erarbeitet.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Der in Bad Wildungen Geborene ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kommunalpolitik aktiv. Von 1990 bis 1997 zog er erstmals in die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Linden ein, wo er seit der Kommunalwahl 2001 sein Mandat ausübt. In seiner Heimatstadt ist Dr. Worm in zahlreichen Vereinen aktiv, unter anderem als Gründungsmitglied des Heimatkundlichen Arbeitskreises Linden. Außerdem ist er seit 1989 ehrenamtlicher Museumsleiter des Hüttenberger Heimatmuseums in Leihgestern.

„Dr. Heinz-Lothar Worm hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass mit der FTH ein weiterer fachlich spezialisierter Hochschulstandort das Land Hessen repräsentiert.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Eine weitere große Aufgabe, der er sich angenommen hat, ist die Mitgliedschaft im Hochschulrat der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, in den er seit zwölf Jahren sein besonderes pädagogisches Wissen einbringt. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement in den letzten Jahren bei Unterrichtsbesuchen der Lehrerfortbildung. Mit großer Leidenschaft hat sich Dr. Heinz-Lothar Worm im sozialen Bereich engagiert: Als Mitbegründer der Kleiderkammer im Evangelischen Gemeindehaus in Linden steht er bis heute jede Woche in der Ausgabe, die vor allem seit dem Zuzug von Flüchtlingen große Nachfrage erfährt. Für seine umfangreichen Verdienste wurde Dr. Heinz-Lothar Worm 2009 bereits mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen geehrt.

Hintergrund

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. Es gibt zwei Ordensstufen: Hessischer Verdienstorden am Bande (niedrigere Stufe) und Hessischer Verdienstorden (höhere Stufe).

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