Dürfen wir uns auf weiße Weihnachten freuen. Bleibt der Schnee länger liegen als nur eine Nacht? Wann wird’s mal wieder richtig …

Noch knapp zwei Wochen bis Weihnachten und die Frage nach Schnee zum Fest wird immer lauter. Schneeballschlacht und Schlittenfahrt standen schließlich in früheren Wintern ständig auf der Tagesordnung – das bilden sich viele  zumindest ein. Die Wetterdaten belegen jedoch: Weiße Weihnachten sind die Ausnahme.

„Leider stehen die Chancen für Weiße Weihnachten statistisch gesehen aber grundsätzlich schlecht.“ – Matthias Habel, Meteorologe bei von WetterOnline

Knapp 14 Tage vor Weihnachten werfen viele Wetterexperten schon mal einen Blick in die Glaskugel und wagen schon mal eine Prognose, ob es Schnee zu Weihnachten gibt. Nach aktueller Wetterlage sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Nach dem vierten Advent könnte ein neuer Schwall kalter Luft zu uns gelangen. Ob dies dann auch Flocken bis in die Täler bedeutet, bleibt allerdings abzuwarten.

„Eine weihnachtliche Winterlandschaft in Deutschland ist mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 20 Prozent eher die Ausnahme und kommt nur alle fünf bis zehn Jahre vor.“ – Matthias Habel, Meteorologe bei von WetterOnline

Weiße Weihnachten in Deutschland ist demnach ein Wunschbild und für viele romantisch verklärte Weihnachtsszenen aus Filmen, Fernsehen und Werbung. In Deutschland gab es zuletzt 2010 ein weißes Fest. „Grund für die schneefreien Feiertage ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, welches mit recht hoher Wahrscheinlichkeit rund um die Weihnachtstage eintritt. Wir Meteorologen bezeichnen ein solches Phänomen als Singularität“, so der Wetterexperte.

 „Wenn Tiefs mit ihren Wetterfronten von Nordsee und Atlantik wärmere Luft zu uns führen, so führt dies in Deutschland zu mildem und regnerischem Wetter, eventuell vorhandener Schnee schmilzt rasch.“ – Matthias Habel, Meteorologe bei von WetterOnline

Die kollektive Erinnerung, dass es wenigstens abseits des Weihnachtsfestes früher mehr Schnee gab, entpuppt sich ebenso als Illusion. Ein Blick auf die Wetterdaten der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass sich eine stetige Abnahme der Schneemenge nicht nachweisen lässt. Vielmehr ist es so, dass auch in früheren Jahrzehnten die meisten Weihnachtsfeste grün waren.

Märchenhafte Winterzeit

Dass viele Menschen sich dennoch an weißere Winter erinnern, liegt an einer positiven Gedächtnisverzerrung, die mit dem Alter zunimmt, sagen Psychologen. Man erinnere sich generell besser an besondere Ereignisse aus der Vergangenheit. Das heißt, der schneereiche Winter aus der Kindheit überstahlt in der Erinnerung alle anderen Winter, die nicht so verschneit waren. Das einmalige Ereignis wird dann als Bild für alle Winter abgespeichert. Weiße Winterlandschaften, die durch Kunst, Literatur und Medien als winterliches Ideal verbreitet werden, bestätigen diese Erinnerung zusätzlich.

Wer es ganz genau wissen will, findet auf www.wetteronline.de/schnee die Angaben zu den aktuellen Schneehöhen in Deutschland.

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!