Alle Wiesbadener Kinder haben nach elf Wochen Kita-Schließung einen enormen Bedarf nach gemeinsamer Zeit mit anderen Kindern. Daher gilt: Viel Kita-Zeit für möglichst viele Kinder.

Mit der 12. Verordnung zur Anpassung der Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 25. Mai (wir berichteten) wird ab Dienstag, 2. Juni, die Zweite Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus angepasst und in Richtung eingeschränkter Regelbetrieb erweitert. Nach wie vor gilt ein allgemeines Betretungsverbot für Kindertagesstätten. Für die Kinder bestimmter Berufsgruppen und besonders benannte Kindergruppen gibt es eine Notbetreuung. Neu ist, dass die Träger im Rahmen der Betreuungskapazitäten der Kindertageseinrichtung zusätzliche Kinder aufnehmen können – und mehr Kindern Kita-Zeit bieten können.

„Letztlich ist das Betreuungsangebot wesentlich davon abhängig, wie die personelle und räumliche Situation in jeder einzelnen Kita ist. Je mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen, desto mehr Kinder können betreut werden.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Die Zahl derer, die wieder zurück in die Kitas können, hängt aber auch von der jeweiligen Raumsituation ab. Das kann die Anzahl der zu betreuenden Kinder deutlich einschränken. Zum weiteren Vorgehen haben sich die Kindertagesstätten in städtischer und freier Trägerschaft – Kirchen, AWO, Mitglieder des paritätischen Wohlfahrtsverbands, Elterninitiativen – daher im Rahmen einer Sitzung auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und eine Orientierungshilfe verständigt.

„Unser gemeinsames Ziel lautet: Möglichst viel Kita-Zeit für möglichst viele Kinder. Dazu braucht es Solidarität unter den Eltern. Vor allem jene, die in die Notbetreuung dürfen, sollten diese nur nutzen, wenn sie diese wirklich brauchen. Das nützt allen Kindern.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Ab Dienstag, 2. Juni, werden neben den priorisierten Kindern mit Notbetreuung zunächst alle Vorschulkinder und deren Geschwister wieder tageweise die Kita betreten dürfen. Eine Woche später, ab Montag, 8. Juni, sollen dann die Vier- und Fünfj-jährigen Kinder und deren Geschwister tageweise dazu stoßen können und spätestens ab Montag, 22. Juni, sollen alle Kinder mindestens zwei Tage pro Woche die Kindertagesstätte besuchen. Je nach Betreuungskapazitäten in den einzelnen Kitas kann dies auch schneller umgesetzt werden.

„Um größtmögliche Planungssicherheit für Eltern und auch das Personal zu erhalten, werden die Eltern in der Regel am Ende einer Woche von ihrer Kita darüber informiert, an welchen Tagen der kommenden Woche ihr(e) Kind(er) betreut werden kann.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Der Umfang der Betreuungszeit wird in den Einrichtungen unterschiedlich sein. Die Reduzierung des Leistungsangebotes kann mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden, zum Beispiel Halbtags-, Dreiviertel- und Ganztagsangebote. Halbtagsangebot bedeutet dabei fünf bis sechs Stunden Betreuungsumfang mit Frühstück und Mittagessen. Andere Modelle, zum Beispiel zwei Schichten pro Tag, wollen wir aufgrund pädagogischer Erwägungen vermeiden.

„Hinsichtlich der Neuaufnahmen gibt es die Empfehlung der Träger, diese auf die Zeit nach den Sommerferien zu verschieben. In den nächsten Wochen geht es zunächst darum, wieder etwas „Normalität in den Alltag“ zu bekommen.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Der Magistrat hat in seiner Sitzung am 27. Mai beschlossen, dass für Juni – wie auch im April und Mai – keine Abbuchung erfolgt, die Beiträge also ausgesetzt bleiben. Ausnahme: Für die Tagespflege gibt es seit 25. Mai keine Beschränkungen mehr. Wer seine Tagesmutter im Juni also wieder in Anspruch nimmt, zahlt Beiträge. Für alle anderen (Krippe, Kita, Hort und Grundschulbetreuung) findet noch nicht annähernd Normalbetrieb statt. Sollten sich die Betreuungszeiten im Laufe des Junis noch stark erhöhen, können zumindest rückwirkend zu erhebende, anteilige Beiträge nicht ausgeschlossen werden. Die finale Entscheidung darüber trifft die Stadtverordnetenversammlung.

„Jede Kindertagesstätte hat einen aktualisierten einrichtungsspezifischen Hygieneplan entwickelt und wird diesen zeitnah öffentlich aushängen. Sie Stadt bittet um Beachtung und um strikte Einhaltung der Regeln.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Von der neuen Härtefallregelung sollten nur Eltern Gebrauch machen, die sich durch außergewöhnliche und schwerwiegende Schicksale in einer absoluten Notlage befinden. Eltern, die von dieser Härtefallregelung Gebrauch machen wollen, richten bitte einen formlosen Antrag mit Begründung an die Mailadresse kita-service-corona@wiesbaden.de.  Zudem sollen die betroffene Kita, sowie Namen und Geburtsdatum des Kindes und eigene Kontaktdaten angegeben werden. Wenn dem Antrag stattgegeben werden kann, wird die Kita-Leitung informiert. Diese setzt sich dann mit den Eltern in Verbindung, um die Abläufe zu besprechen. Für Fragen steht eine extra eingerichtete Kita-Corona-Servicestelle unter den Telefonnummern (0611) 314378, 315487 oder 315479 zur Verfügung.

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Die offizielle Internetseite des Robert-Koch-Instituts mit Fallzahlen finden Sie unter: www.rki.de.

 

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