Wenn der Wunsch nach einem Kind endlich Wirklichkeit geworden ist, hat der Körper in der Schwangerschaft Großes geleistet. Nun braucht er Zeit zur Regeneration: Das ist nicht einfach, wenn Baby und Alltag gestemmt werden wollen.

40 Wochen lang hat die Mutter ihren Körper mit einem kleinen Menschen geteilt. Das Baby währen der Schwangerschaft in sich wachsen lassen: eine Kraftanstrengung, die dem Körper vieles abverlangt und ihn auch verändert. Wurde die Frau als Schwangere meist umsorgt und gehegt, ist sie nach der Geburt mit ganz neuen Anforderungen konfrontiert, die sie schon bald alleine meistern muss. Während der Körper Zeit und Muße braucht, um sich zu regenerieren, stellt der Alltag immer neue Anforderungen: Es dreht sich alles ums Baby, um den Haushalt oder die Partnerschaft. Viele Mütter fühlen sich auch unter Druck, weil sie darüber nachdenken, wie es mit ihrer Karriere weitergehen soll. Immerhin soll man bei der Beantragung von Elterngeld schon wissen, wie lange man aus dem Beruf ausscheiden möchte.

Zwischen Gelassenheit und überflutenden Gefühlen

 Einerseits ist es sinnvoll, wenn Mütter sich in Gelassenheit üben, andererseits sind sie durch die hormonellen Umstellungen einer Reihe von Empfindungen ausgesetzt. Wenn alles gut läuft, schütten sie eine große Menge Oxytocin aus und fluten über vor Liebe für ihr Baby. Dadurch sind sie jedoch sensibler als sonst und empfänglicher für Stress. Stress ist alles andere als förderlich für die Gesundheit und sollte abgeschaltet werden. Dabei kann es helfen, wenn Mütter Antistress-Techniken lernen, um abschalten zu können.

Hilfe von außen

Der Körper braucht nach der Schwangerschaft und Geburt Zeit, um sich zu erholen. Das betrifft sowohl die organischen als auch die hormonellen Veränderungen. Nach der Geburt beginnt das Wochenbett, das rund acht Wochen dauert. In dieser Zeit wird die Hebamme zur wichtigen Ansprechperson und Beraterin. Sie beobachtet die Entwicklung des Kindes, versorgt die Narben von Damm- oder Kaiserschnitt und hilft bei Milchstau und Brustentzündung. In Deutschland hat sich rund um die Hebammenversorgung eine prekäre Lage entwickelt, wogegen Wiesbaden mit dem Fachkräftepakt Hebammenausbildung ein Zeichen setzt. Es bleibt zu hoffen, dass jede junge Mutter eine Hebamme an ihrer Seite weiß.

Rückbildung der Gebärmutter

Rund acht Wochen braucht die Gebärmutter, um wieder auf die ursprüngliche Größe zu schrumpfen. Der Wochenfluss, die Lochien, kann sich über die gesamte Zeit hinziehen. Anfangs ist es eine starke Blutung, später ähnelt es mehr einer schwachen Periode.

Die Narbe vom Kaiserschnitt muss ebenso verheilen wie ein eventueller Dammschnitt. Nach einigen Wochen ist von den Schmerzen nicht mehr viel zu spüren. Üblicherweise entspannt man im Wochenbett, schöpft neue Kräfte und lässt sich von den Familienmitgliedern versorgen. Die Realität sieht für viele Frauen anders aus, denn sie leben in Kleinfamilien ohne echten Familienanschluss und haben vielleicht schon Kinder daheim, die versorgt werden müssen. Von Entspannung ist nicht viel zu spüren. Mütter können versuchen, wenigstens die Zeiten des Stillens bzw. Fläschchengebens als ruhige Momente zu nutzen. Das klappt natürlich nur, wenn das Stillen auch funktioniert. Dabei kann die Nachsorge-Hebamme behilflich sein.

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Ist Stillen schlecht für die Brust, fürs Dekolté? ©2020 pixabay.com

Ist Stillen schlecht für die Brust?

Mit dieser Frage haben sich verschiedene Studien beschäftigt und sind zu dem Schluss gekommen, dass nicht das Stillen für eine hängende Brust verantwortlich ist, sondern die Schwangerschaft. Die hormonellen Veränderungen wirken sich auf die Haut aus, was besonders bei Frauen mit einem schwachen Bindegewebe zu sehen ist. Auch das Rauchen und andere Lebensgewohnheiten haben einen Effekt. Zudem verdrängen die wachsenden Milchdrüsen das Fettgewebe aus der Brust. Bilden sie sich dann zurück, ob nach dem Abstillen oder kurz nach der Geburt, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sich das Fettgewebe wieder in der Brust sammelt. Bei manchen Frauen passiert das aber gar nicht oder nicht in ausreichendem Maß, sodass die Brust kleiner und schlaffer ist als vor der Geburt.

Zurück zu einer schönen Brust

Cremen, massieren und bürsten hilft nicht viel, wenn einfach nicht genügend Fettgewebe in den Brüsten ist, um sie aufzupolstern oder das Bindegewebe nicht stark genug ist, um die Brust wieder anzuheben. Viele Frauen sind, wenn sie das Ergebnis nach einem oder zwei Jahren betrachten, sehr unglücklich mit ihrer Brust und suchen nach einer Lösung. Es gibt in diesem Fall keine Veränderung, die von innen kommt, sodass für viele Frauen eine Operation der beste Weg ist. Die Schönheitschirurgie ist so weit entwickelt, dass die Straffung und Aufpolsterung der Brüste heute zu den Standardeingriffen gehört, bei denen man die möglichen Risiken weitgehend minimiert hat und überzeugende Ergebnisse liefern kann.

Beckenbodentrining

Die Bänder des Beckenbodens wurden während der Schwangerschaft und Geburt stark gedehnt und müssen sich wieder zurückbilden. Dabei kann man den Körper unterstützen, indem man Rückbildungsgymnastik und regelmäßige Bauchübungen macht. Allerdings sollte man damit erst nach dem Wochenbett beginnen. Die Festigung des Beckenbodens ist wichtig für die Gesundheit der Frau, denn bildet er sich nicht richtig zurück, kann eine spätere Inkontinenz die Folge sein. Beim Lachen oder Niesen kann es bereits in der Schwangerschaft tröpfeln.

Kleiner Tipp: Muss man niesen, sollte man den Kopf zur Seite drehen. So entsteht weniger Druck auf dem Beckenboden.

Lästige Schwangerschaftsstreifen?

Die gefürchteten Dehnungsstreifen sind umso schlimmer, je schwächer das Bindegewebe einer Person ist. Sie können auch bei Männern auftreten, die zum Beispiel schnell zugenommen haben. Meist sind jedoch Frauen betroffen, denn deren Bindegewebe ist von Natur aus dehnbarer als das eines Mannes.

Dehnungsstreifen sind Risse in der Haut, die weder durch Cremes noch Öle oder mechanische Anwendungen wieder verschwinden. Man kann versuchen, vorzubeugen, indem am früh in der Schwangerschaft beginnt, die Haut regelmäßig einzuölen, doch es gibt keine Garantie. Bildet sich zudem die Bauchdecke nicht wie gewünscht zurück, was bei einer starken Zunahme oder nach einer Mehrlingsschwangerschaft besonders häufig der Fall ist, sind den Frauen selbst die Hände gebunden. Ein Chirurg ihres Vertrauens kann jedoch mit einem kleinen Eingriff die Bauchdecke straffen, was auch die Dehnungsstreifen abmildert.

Mit der Zeit verblassen diese ohnehin und werden heller, zu sehen werden sie jedoch für immer sein.

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