Wohnen und Integration durch Nachbarschaft und Sport waren die bestimmenden Themen des siebten hessischen Asylkonvents.

Die Hessische Landesregierung hat die Mittel für den sozialen Wohnungsbau kräftig aufgestockt. Bis 2019 stehen 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon profitieren nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Geringverdiener, Familien und Menschen mit mittleren Einkommen gleichermaßen. Vorgestellt wurde das Konzept der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB), das Flüchtlinge bei der Wohnungssuche und -einrichtung unterstützt und mit dem Zukunftspreis der Deutschen Wohnungswirtschaft ausgezeichnet wurde.

„Viele strebsame und aktive Frauen, Männer und Kinder bemühen sich nach Kräften, Teil unserer Gesellschaft zu werden. Sie brauchen auch ein Zuhause, um in unserer Gesellschaft anzukommen.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier.

Wohnungsbauministerin Priska Hinz skizzierte gemeinsam mit Dr. Axel Tausendpfund, dem Leiter der Fachgruppe Wohnen und Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, die Situation auf dem hessischen Wohnungsmarkt. „Insgesamt haben wir die Mittel für den sozialen Wohnungsbau kräftig aufgestockt und bis 2019 1,2 Milliarden Euro dafür bereitgestellt. Zudem haben wir in diesem Jahr erneut für vier Millionen Euro Belegungsrechte erworben, um Sozialwohnungen, die aus der Bindung fallen würden, zu erhalten. Wir möchten keine reinen ‚Flüchtlingswohnungen‘, sondern eine Integration in den sozialen Wohnungsbau“, sagte die Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz. „Darüber hinaus wurde die Städtebauförderung auf knapp 100 Millionen Euro aufgestockt: Denn wir benötigen nicht nur bezahlbare Wohnungen, sondern auch ein entsprechendes Wohnumfeld. Im neuen Bund-Länder-Programm ‚Soziale Integration im Quartier‘ stehen allein für Hessen 18,7 Millionen Euro zur Verfügung.“

„Insgesamt haben wir die Mittel für den sozialen Wohnungsbau aufgestockt und stellen bis 2019 1,2 Milliarden Euro dafür bereit. Außerdem haben wir erneut für vier Millionen Euro Belegungsrechte erworben, um Sozialwohnungen zu erhalten. – Prisca Hinz,  Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Nach der Unterbringung in Sammelunterkünften und der Zuweisung in die Kommunen benötigen anerkannte Flüchtlinge mit Bleibeperspektive ein richtiges Dach über dem Kopf. Nur so kann die notwendige Integration bereits in diesem Umfeld beginnen. „Mangelnde Sprachkenntnisse, Hürden der Bürokratie und kulturelle Unterschiede erschweren nach der Anerkennung als Flüchtling oft die Anmietung einer Wohnung und die anschließende Integration“, so Ministerin Priska Hinz.

„Mit dem Projekt soll sichergestellt werden, dass Flüchtlinge sich in ihrer neuen Wohnung und neuem Wohnumfeld gut einleben.“ – Prisca Hinz,  Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Mit dem Konzept der HWB stellen sich die Vermieter auf die neue Gruppe Wohnungssuchender und Mieter ein. Sie werden in Themenbereichen wie soziales Engagement, interkulturelle Kompetenz oder im Verwenden „leichter Sprache“ in Dokumenten oder Beratungsgesprächen geschult. Darüber hinaus unterstützt die HWB die neuen Mieter während des gesamten Mietverhältnisses durch persönliche Ansprachen.

„Die Integration von Flüchtlingen ist eine zentrale Aufgabe, der sich die hessische Wohnungswirtschaft stellt. Anerkannte Flüchtlinge müssen in den regulären Wohnungsmarkt und in unsere Gesellschaft integriert werden.“ – Axel Tausendpfund, Fachgruppenleiter

Der Sprecher der Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer, gab den Teilnehmern des Konvents einen Überblick über die Respektkampagne und stellte einzelne Projekte vor, die sich mit der Integration von Flüchtlingen beschäftigen. So wurde mit „Respekt im Sport“ oder „Löwen im Herz – Hessen integriert“ gezielt das respektvolle Miteinander von alten und neuen Hessen gefördert. In einem Theaterworkshop werden Flüchtlingen die Werte unserer Gesellschaft vermittelt.  In den Proben werden Alltagsszenen erarbeitet, die beispielhaft für respektvolles Verhalten stehen.

„Integration gelingt in gemischten Quartieren mit aktiven Nachbarschaften besser als in Flüchtlingsunterkünften auf der grünen Wiese.“ – Axel Tausendpfund, Fachgruppenleiter

Die integrative Kraft des Sports und die Chancen, die dieser vor Ort bietet, werden durch das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ unterstützt, das Innen- und Sportminister Peter Beuth vorstellte. Das auf dem Modellprojekt der Sportjugend Hessen 2016 aufbauende Landesförderprogramm wurde in diesem Jahr mit 2,4 Millionen Euro erneut aufgelegt und unterstützt Städte und Gemeinden mit einer pauschalen finanziellen Förderung bei der Anschaffung von Sportgeräten oder der Aufwandsentschädigung von Sport-Coaches und Trainern. Unterstützt werden können damit auch Sportvereine und Institutionen, die Sportangebote mit Flüchtlingen anbieten

Hintergrund

Der Asylkonvent hat sich am 14. Oktober 2015 konstituiert. Ihm gehören mehr als 60 Spitzenvertreter aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen an. In insgesamt sieben Fachgruppen erarbeiten die Beteiligten Maßnahmen für die zentralen Themenfelder Bildung, Arbeitsmarkt, Sicherheit, Wohnen, Gesundheit, Ehrenamt und Integration. Die Facharbeitsgruppen ziehen bei Bedarf weitere Experten und Engagierte hinzu und erhalten fachliche Unterstützung durch Mitarbeiter des Landes.

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