Seit einer Woche ist wieder Schule. Den Schülern schaut kein Lehrer über die Schulter, sondern Corona. Unzählige Regeln und Vorschriften bestimmen den „neuen“ Schulalltag.

Die erste Schulwoche nach den Sommerferien ging drunter und drüber. Kaum wurden die ersten Kinder – mit aufwändigen Prozeduren – neu eingeschult, machen zwei Wiesbadener Schulen wieder dicht. An der Herrmann- Ehlers Schule und der Obermayr Europa-Schule Campus Erbenheim gab es zwei Corona-Infizierte. Während die einen nun wieder im Homeschooling festsitzen, versuchen sich die anderen an den neuen Schulalltag zu gewöhnen.

„Der neue Alltag ist sehr gewöhnungsbedürftig. Es gibt viele Regelungen, auf die man achten muss – die manchmal gar keinen Sinn ergeben.“  – Lawrence Schäfer, Schüler an der Theodor-Fliedner-Schule

Das übliche Szenario am ersten Tag nach den Ferien: Massen von Schülern quillen aus den Schulbussen, freudig fallen sich Mädchen in die Arme, das ein oder andere Selfie wird geknipst – das klingt wie ein Stück Normalität. Doch hinter den Toren der Theodor-Fliedner-Schule herrscht Zucht und Ordnung. Auf dem Schulhof gilt die Maskenpflicht, genau wie in den Fluren des Schulgebäudes. Bevor dieses betreten werden darf, muss jeder Schüler die Frage aller Fragen verneinen können: Warst du im Urlaub in einem Risikogebiet?

Fangen spielen ist verboten

Wer sich in den vorigen zwei Wochen noch in Italien am Strand gesonnt hat, der darf die Schule nur unter Vorlage eines negativen Corona-Tests besuchen. Selbst dann hat man keinen Freifahrtschein für das Betreten des Schulgebäudes inne. Jede Klasse wird an einem bestimmten Platz auf dem Schulhof von ihrem Fachlehrer abgeholt und in ihren Klassenraum geführt. Davor gilt es, entsprechende Handhygiene zu betreiben. Diese Prozedur findet nach jeder Pause statt. Während der Pause gibt es für die einzelnen Jahrgangsstufen ebenfalls bestimmte Bereiche, in denen sie sich aufhalten dürfen. Quer über den Schulhof fangen spielen, ist verboten.

Unmaskierte Hygienemaßnahmen

Der Stundenplan ist voll, der Unterricht findet wie gewohnt statt. Das heißt: Bis zu dreißig Schüler sitzen ohne Sicherheitsabstand oder Maske in einem Klassenraum. Trotzdem gibt es besondere Regelungen: Nebenbei ins Brot beißen oder schnell auf die Toilette gehen, ist nicht. Vor und nach dem Verzehr jeglicher Speisen heißt es: Hände gründlich waschen – das gilt auch für das Naseputzen. Wem die Blase drückt, der muss sich vor dem Toilettengang mit Name und Uhrzeit in eine Liste eintragen. Bei außerschulischen Aktivitäten nach dem Unterricht, beispielsweise der Theater-AG oder der Hausaufgabenbetreuung, gilt die Maskenpflicht auch während dem Unterricht und der Betreuung – schließlich vermischen sich dort verschiedene Klassen. Wie sinnvoll diese Hygienemaßnahmen sind, ist fraglich. Nur eins ist klar: Wer sich nicht an die Regeln hält, wird der Schule verwiesen. (Foto: ©2020 Joelle Sander)

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Die offizielle Internetseite des Hessischen Kultusministeriums finden Sie unter kultusministerium.de.

 

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