Die 7-Tage Inzidenz in Wiesbaden steigt weiter. Die Krankenhäuser sind aufgefordert nicht wichtige Eingriffe zu verschieben. Aktuell sind auf den Intensiv Stationen 18 Betten frei. Ein Gespräch mit Dr. Dr. Michael Doll.

Seit einem Jahr beschäftigt uns das Coronavirus, wir haben mit Dr. Michael Doll über die aktuelle Lage in Wiesbaden gesprochen. In Wiesbaden gibt es alle drei Varianten des Coronavirus. Wir haben in Wiesbaden die britische, die brasilianische und die südafrikanische Variante, so Doll. Die Britische ist am häufigsten vertreten. Die Zahlen der Corona Positiv getesteten Personen sind hoch, die intensiv Betten sind weitgehend ausgelastet. Aktuell sind 18 Betten von insgesamt 101 Betten in 4 Krankenhäusern verfügbar (Stand 20.4.21). Doll sagt, dass es in Zukunft zu höheren Corona Zahlen kommen könne. Das Pflegepersonal sagt, dass im JoHo vergangene Woche, noch Bettenkapazitäten verfügbar waren. Wir befinden uns in der dritten Welle und die Zahlen sind am steigen. Der Unterschied zur zweiten Welle: Die Patienten werden immer jünger. Der große Unterschied zu den ersten Wellen ist, dass hinter den Patienten eine Familie steht, die sie öfter stärkt.

Gespräch mit Dr. Michael Doll

Ein Leben ohne Corona?

Ein Leben ohne Corona ist eher unwahrscheinlich. Es werden weitere Varianten im Laufe der Zeit nachgewiesen und auf diese sollte man mit einem entsprechenden Impfstoff reagieren können. Der gleichen Ansicht ist auch Robert-Koch-Institut Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler. „Es wird kein Leben mehr ohne Corona geben.“

„Der Virus entwickelt sich nicht nur in den verschieden Ländern sondern auch in der Tierwelt. Dieser ist nicht mehr auszurotten. Wir werden mit dem Virus weiter leben müssen.“ – Lothar Wieler, Leitung des Robert-Koch-Instituts

Auch wenn mancher Impfstoff in der Kritik steht, helfen Impfungen dabei mit dem Virus leben zu können. Trotz der Kritik ist AstraZeneca ein sicherer Impfstoff, so Doll. Es gibt sehr selten Komplikationen, wie eine Hirnvenenthrombose oder ein Abfall der Bluttplättchen im Blut. Die Komplikationen fanden selten statt und es waren auch fast nur Frauen unter 55 Jahren betroffen. Die STIKO und das Paul-Ehrlich-Insitut empfehlen den Impfstoff daher für über 60-Jährige (wir berichteten).

Corona – Immunität?

Der Mediziner Doll sagt, dass man vermutlich mindestens sechs Monate, nach einer Corona Erkrankung, Immun ist und sich COVID- Erkrankte erst nach sechs Monaten impfen lassen sollten. Wenn man sich früher impfen lassen würde, könnte es zu einer überschießenden Immun-Reaktion kommen.

Wiesbaden ist mit seiner Corona-Strategie gut aufgestellt. Neben der Ausweitung des Impfzentrums auf die Hausärzte haben sich Schnelltests etabliert. Jetzt müssen wir uns nur alle regelmäßig testen lassen. Doll ist der Meinung, dass die Schnelltests ziemlich sicher sind. Eine 100 prozentige Sicherheit gibt es aber nie.

Foto © 2021 Volker Watschounek/ Text: Valentin Korkin

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Die offizielle Internetseite Sankt Josefs Hospital finden Sie unter www.joho.de.

 

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