Die Johannes-Maaß-Schule knüpft am dem überarbeiteten Gesamtkonzept von vor zahn Jahren an: an dem Ideal einer Schule in der es Spaß macht zu lernen und zu arbeiten.

Gut zehn Jahre ist es her, da trafen sich Bürgermeister, Dezernenten und Kollegen aus dem Magistrat an gleicher Stelle zum Spatenstich. Bereits 2021 ist an entlang der Johannes-Maaß Straße im ersten Bauabschnitt das neue Hauptgebäude entstanden. Auch wenn es seinerzeit anders geplant war: Nur das Hauptgebäude betonte WiBau Geschäftsführer Andreas Guntrum in seiner Ansprache zum Spatenstich und zur Grundsteinlegung am Montagvormittag. Geplant sei das einmal ganz anders gewesen, denn eigentlich hätte vor mehr als einem Jahrzehnt ein Gesamtkonzept umgesetzt werden sollen. Die Wirtschafts- und Immobilienkrise sowie Investitionskürzungen im städtischen Haushalt wussten das zu verhindern.

Was im Bereich des Schulbaus in Wiesbaden passiert ist einzigartig. Wo Schulen lange Zeit in der Prioritätenliste hinten runtergefallen sind, wird jetzt gehandelt, saniert und neu gebaut.“ – OB Gert-Uwe Mende

Jetzt machen wir an diesem Standort „Nägel mit Köpfen“. Die Johannes-Maaß-Schule wird auf dem vorhandenen Schulgelände neu gebaut. Nachdem der erste Bauabschnitt bereits fertig ist, wird in jetzt im zweiten Bauabschnitt ein zusätzlicher Klassentrakt inklusive Mensa, Betreuungsbereich und einer 2-Feld-Turnhalle umgesetzt – und auch die Außenflächen neu gestaltet. Hierfür wurden Mittel in Höhe von rund 27 Millionen Euro bereitgestellt.

„Was wir hier bauen, wird dem Stand der Bildungslandschaft gerecht. Die Schule bekommt eine Photovoltaik-Anlage für die Energieversorgung, eine verkehrsberuhigte Zufahrt mit versenkbaren Pollern zu den Parkplätzen der Lehrerschaft und für die Vereinssportler, die Sporthalle im Rahmen des Vereinssports mit nutzen.“ – OB Gert-Uwe Mende

Mit Blick zu Wiesbadens Stadtkämmerer und Schuldezerneten wiederholte der Geschäftsführer der WiBau, was er zuletzt in Breckenheim betonte. Die Umsetzung der vielen Schulbaustellen sei nur möglich, weil die WiBau  diese im Rahmen von  Mieten macht Schule realisiere. Das heißt, dass die WiBau wie in Breckenheim das Gebäude in der Johannes Maaß Straße über einen Zeitraum von 30 Jahren betreut und an die Stadt Wiesbaden vermietet. Ich verrate sicherlich auch kein Geheimnis, dass Lieferschwierigkeiten und Baukostensteigerungen uns in diesen Monaten vor große Herausforderungen stellen, Versprechungen zum avisiertem Kostenrahmen mache er daher lieber keine. Wiesbadens Stadtkämmerer Axel Imholz nahm den Faden auf und zeigte Verständnis für die Situation: Beeinträchtigungen lassen sich im Moment nicht vermeiden. Er wisse, dass die WiBau stets bemüht sei, im Finanzfenster zu bleiben. Gelingt das nicht, sehen ich das Verschulen am Ende sicher nicht bei den Beteiligten.

„Wir holen Defizite nach. Wiesbaden investiert in einer historischen Dimension in Bildung.“ – OB Gert-Uwe Mende

Wenn alles gut geht und sich die Lieferschwierigkeiten bei den Baumaterialien in Wohlgefallen auflösen, wird der zweite Bauabschnitt zum Ende des Sommers 2023 eingeweiht bevor dann noch die Turnhalle folgt, die zum Start des Schuhljahrs 2025/2026 ihrer Bestimmung übergeben werden soll. 1960 wurde Theo Baumstark, Ortsvorsteher von Nordost, hier eingeschult. Die Schule verfolgt mich mein ganzes Leben. Zuerst war es die Gärtnerei meine Großeltern – und später die Schule von meinen Geschwistern und mir. Er habe den Bezug zu der Schule seither nicht verloren, denn auch seine Kinder, Nichten und Neffen haben hier die Schulbank gedrückt.

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Zum Namensgeber

Johannes Maaß wurde als Sohn des Gastwirtes Hermann Maaß geboren. Bevor er 1909 als Lehrer m´nach Biebrich kam, studierte er in Berlin. 1919 zog Maaß als Abgeordneter der SPD in der Stadtverordnetenversammlung ein. 1920 gründete er zusammen mit Carl Broglie in Wiesbaden die städtische Volkshochschule und übernahm zugleich als Studienleiter und Geschäftsführer deren Leitung. Als 1933 die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten, wurde Maaß 1933 aus allen Ämtern entlassen und unter Polizeiaufsicht gestellt und 1944 von Wiesbaden in das KZ Dachau deportiert. Nach Kriegsende kehrte er nach Wiesbaden zurück.

Fotos ©2021 Volker Watschounek

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Die Internetseite der Johannes-Maaß-Schule finden Sie unter www.johannes-maass-schule.de

 

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