Autos stoßen CO2 aus – einige von ihnen Unmengen davon. Für das Anheizen des Klimawandels gibt es eine Belohnung: die Abwrackprämie. Das lassen sich Umweltaktivisten nicht gefallen.

Am 5. Juni haben die Aktivisten von Fridays for Future Wiesbaden zum zweiten Mal in dieser Woche (wir berichteten) die Straßen erobert. Diesmal mit dem Fahrrad. Hessenweit haben sich mehr als sieben Ortsgruppen der Bewegung zusammengeschlossen u. In einer Sternfahrt sind sie in die Autostadt Rüsselsheim zum Sitz der Opel Automobile GmbH gefahren. Dort protestierten sie für eine Verkehrswende und gegen die Abwrackprämie.

„Für die Klimawende brauchen wir eine Verkehrswende. Das heißt, Mobilität für alle verbessern.“ – Teilnehmer

Die Umweltprämie, auch Abwrackprämie, war eine staatliche Prämie in Höhe von 2500 Euro. Wer sein altes Kratfahrzeug verschrottet hat, bekam das Geld für sein neues Auto dazu. 2009 wurde sie eingeführt und wieder abgeschafft: Finanzmittel in Höhe von 5 Milliarden Euro waren innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht. Heute, zu Zeiten der Corona-Krise, war sie wieder im Gespräch. Die Wissenschaft ist sich einig: Wir müssen bei der Antwort auf Corona jetzt auch die Klimakrise mitdenken. Eine Kaufprämie für neue PKW tut das nicht, findet Jaspar Reimann. Ganz im Sinne von Fridays for Future entschied sich die Große Koalition gegen die Prämie.

„Wir brauchen einen starken ÖPNV, bessere Fahrradinfrastruktur und erneuerbare Energien, um E-Mobilität sinnvoll zu machen. Für die Menschen, nicht die Lobby! – Teilnehmer

Die Kundgebung nahe des Rüsselsheimer Opelwerkes am Landungsplatz fand unter dem Motto Klimaziel statt Lobbydeal statt. Trotz strömenden Regens haben rund 300 Aktivisten in sicherem Abstand und mit Maske demonstriert. Herbert Debus vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. freute sich in seiner Rede über den jungen Aktivismus der Bewegung und plädierte für eine zügige Verkehrswende. Dem schloss sich Uli Molter von den Scientists for Future an. Er stellte klar, dass Fahrrad fahren zur Aufhaltung des Klimawandels beitragen kann. Auch die IG Metall war mit von der Partie und zeigte auf, wie wichtig Bildung für das umfassende Verständnis des Klimawandels ist. Mit Musikbeiträgen der Darmstädter Band Zwiebeln im Auge und einem Flashmob wurden die nassen Aktivisten warm gehalten.

Deutschland fährt Fahrrad

Die Aktivisten aus Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden & Co bleiben an diesem Freitag mit ihrer Fahrraddemo nach Rüsselsheim nicht alleine. Auch in Berlin und Karlsruhe wurden die Räder aus dem Keller geholt. Hunderte Aktivisten waren auf den Straßen und heizten sie mit Klingeln, Sprechchören und Musik ein.

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Die offizielle Internetseite der Fridays for Futur Bewegung finden Sie im Internet unter fridaysforfuture.de.

 

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