Aus Hauptmanns libidinösem Kindesmörderinnen-Drama ist ein koloriertes Bilderbuch mit sorgfältig komponierten Gruppen, Landschaften und Interieurs entstanden.

Gerhart Hauptmann war Nobelpreisträger, sein Stück Rose Bernd jedoch ist eher unbekannt. ZuDer Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden lädt am 2. September in der Reihe Filmklassiker am Nachmittag und in Kooperation mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in das Murnau Filmtheater ein.

Seniorenbeirat, kurz gefasst

Filmvorführung – Rose Bernd
Wann: Mittwoch, 2. September 2020, 15:30 Uhr
Wo: Murnau Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden (Anfahrt planen)
Eintritt: 5,00 Euro

Nach einer kurzen Einführung durch die Filmwissenschaftlerin Marie Dudzik steht der Film Rose Bernd aus dem Jahr 1957 auf dem Programm. Die Verfilmung des Gerhart Hauptmanns Bühnenstück stand gleich in der Kritik. So befand das Lexikon des Internationalen Films, dass er durch die Verlegung der Geschichte in eine andere Region nichts mehr von dem Naturalismus der Vorlage Hauptmanns enthalte. Nichtsdestotrotz bescheinigt das Lexikon dem Streifen das Prädikat handwerklich und darstellerisch im westdeutschen Film der 50er Jahre weit überdurchschnittlich zu sein.

„Dass Rose sich als Kindesmörderin bekennt und dass am Ende nichts als ein hilfloser und zu spät kommender Seufzer des Mitleids steht, diese dunkle und ausweglose Konzeption Hauptmanns wird abgewandelt in die Andeutung einer Überwindung von Schuld und Leid durch die vergebende Liebe. Gerade diese Änderung macht den Film zu einem in sich geschlossenen Gesamtwerk.“ – Evangelischer Filmbeobachter

Die Gerhart Hauptmann-Adaption erzählt von der jungen Magd Rose, die aus Schlesien geflüchtet ist und nun auf einem Hof im Westen für den Gutsherrn Flamm arbeitet. Als sie nach einer Affäre mit ihrem Arbeitgeber schwanger wird, überschlagen sich die Ereignisse. Von einem ehemaligen Verehrer wird sie erpresst und auch von ihrem frommen Vater kann sie keine Hilfe erwarten. Der Nassauer Bote schreibt, dass „die Gestalt der ‚Rose Bernd‘ im Film, die in ihrer Charakteristik dem Werk Gerhart Hauptmanns verpflichtet ist, hätte keine bessere Interpretin als Maria Schell finden können. Es ist eine Gestalt von menschlicher Tiefe und Vielschichtigkeit. Leidenschaftliche Lebensfreude und triebhafte Sinnlichkeit stehen neben kindlicher Naivität, gemüthafter Wärme und der Fähigkeit zu fraulicher, mütterlicher Liebe.“

Vorschau auf „Rose Bernd“

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