Nicht Vater und Sohne, sondern Mutter und Sohn – im Film wie im realen Leben. Götz George spielt an der Seite  Berta Drews die Rolle Clemens Baumle. 

Klassiker am Filmnachmittag heißt die Reihe. Das Thema diesmal sind Täuschung und Selbsttäuschung, die  in Die Fastnachtbeichte ausführlich beschrieben und paraphrasiert werden. Die Identität einiger handelnder Personen bleibt lange Zeit unklar, ebenso die Liebesbeziehungen, die sich ergeben.

Seniorenbeirat, kurz gefasst

Filmvorführung – Die Fastnachtbeichte
Wann: Mittwoch, 6. März 2019, 15:30 Uhr
Wo: Murnau Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Eintritt: 5,00 Euro

Die Fastnachtbeichte ist eine 1959 erschienene Novelle von Carl Zuckmayer, die unter der Regie von Wilhelm Dieterl ein Jahr später verfilmt wurde. Erschließen sich in der Buchvorlage viele Sachverhalte erst aus der Erzählung dritter oder im Rückblick, bemüht sich der Film das Thema chronologisch anzunehmen.

„Der Film ist etwas verwirrend ausgefallen. Wer Zuckmayers Erzählung nicht kennt, findet sich bisweilen weder in den Schauplätzen noch in den Charakteren zurecht.“ – Film Echo

Fastnacht im Jahr 1913 – noch bevor sich ein junger Mann bei der Beichte von seinen Sünder erleichtern kann, wird er mit einem Messer erstochen. Hätte seine Beichte jemand anderen belastet? Vor der schauprächtigen Kulisse der Mainzer Fastnacht fördert dieser Mordfall die Geheimnisse einer Familie zu Tage.

„Obwohl in der Diktion kraftvoll und würzig – verschnörkelt konstruiert und kaum mehr als Kriminal-Kolportage.“ – Der Spiegel

Die Dreharbeiten zum Film begannen mit den Außenaufnahmen während der Fastnachtszeit im Februar 1960 und endeten im Mai 1960. Gedreht wurde in Mainz, Hallgarten und dem Schloss Reichartshausen (Rheingau). Götz Georges Filmmutter Berta Drews ist auch seine leibliche. Ernst Neger singt im Rahmen einer originalen Fastnachtssitzung Ja so was des gibt´s nur in Meenz.

Pressestimmen

„Das Bestreben deutscher Produzenten, von der literarischen Fruchtbarkeit Carl Zuckmayers zu nutznießen (unter anderem: „Des Teufels General“, „Der fröhliche Weinberg“, „Ein Mädchen aus Flandern“, „Der Hauptmann von Köpenick“), ließ die Filmemacher auch nach der jüngsten Novelle Zuckmayers greifen. Doch die „Fastnachtsbeichte“, vor der Kulisse des Mainzer Karnevals von 1913, ist – obwohl in der Diktion kraftvoll und würzig – verschnörkelt konstruiert und kaum mehr als Kriminal-Kolportage. Die lasche, auf Seelen- und Kostümpomp bedachte Regie des Hollywood-Spätheimkehrers William (Wilhelm) Dieterle vermochte der literarischen Vorlage nicht mehr abzugewinnen als matten Kino-Schwulst.“ Der Spiegel, Nr. 42 vom 12. Oktober 1960

„Regisseur William Dieterle gelangte in die Nähe des Films ‚Orfeu Negro‘: Der Tod schwebt über ausgelassener Lebensfreude, überall spürt man mittelalterliche Gruftatmosphäre zwischen bunt gezeichneten Bürgerfiguren. Der Film erinnert an die ‚Jedermann‘-Thematik oder an Bilder des Hieronymus Bosch. Schauspielerisches Bravourstück: Götz George als zu Unrecht Verdächtigter. Gute Film-Musik von Siegfried Franz.“Die Zeit vom 7. Oktober 1960

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