Der Ausländerbeirat Wiesbaden warnt: Besonders Integrierte Gesamtschulen könnten darunter leiden.
Der Ausländerbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden kritisiert die geplanten Kürzungen im hessischen Bildungshaushalt für das Schuljahr 2026/2027. Nach den derzeit bekannten Planungen der Landesregierung sollen Stellen an Integrierten Gesamtschulen gestrichen und zusätzliche Lehrerstellen an Schulen mit besonderem sozialen Unterstützungsbedarf reduziert werden. Insgesamt stehen Einsparungen von mehr als 70 Millionen Euro im Raum.
Der Beirat sieht darin eine Entwicklung, die ausgerechnet jene Bereiche trifft, die soziale Ungleichheiten im Bildungssystem ausgleichen sollen. Integrierte Gesamtschulen ermöglichen längeres gemeinsames Lernen und verzichten darauf, Kinder früh nach Leistungsniveau zu trennen. Gerade viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte besuchen diese Schulform.
Schulen berichten von wachsendem Druck
Aus dem Wiesbadener Schulalltag kommen bereits seit Längerem Hinweise auf zunehmende Belastungen. Lehrkräfte berichten von Personalmangel, großen Klassen und steigenden Anforderungen in heterogenen Lerngruppen. Schulen müssen heute mehr leisten: Sie vermitteln Wissen, fördern Sprache und begleiten soziale Entwicklung.
Fällt Personal weg, geraten diese Aufgaben stärker unter Druck. Eltern äußern ebenfalls Sorge. Viele wünschen sich mehr Unterstützung für Schulen – nicht weniger. Besonders Familien aus sozial benachteiligten Stadtteilen sind auf gut ausgestattete Bildungseinrichtungen angewiesen.
Bildung als Schlüssel zur Teilhabe
Der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Ibrahim Kizilgöz, betont die besondere Bedeutung von Bildung für viele Familien mit Migrationsgeschichte. Bildung eröffne berufliche Perspektiven und ermögliche gesellschaftliche Teilhabe.
Viele Eltern erinnerten sich noch an eigene Erfahrungen im früheren dreigliedrigen Schulsystem. Dort landeten Kinder aus Einwandererfamilien häufig früh auf Hauptschulen. Integrierte Gesamtschulen bieten nach Ansicht des Beirats eine wichtige Alternative, weil sie länger gemeinsames Lernen ermöglichen und unterschiedliche Lernwege offenhalten.
Appell an die Politik
Der Ausländerbeirat fordert daher die politischen Kräfte vor Ort auf, sich für Eltern, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler einzusetzen. Gleichzeitig richtet sich der Appell an die Landesregierung, die geplanten Kürzungen zu überdenken.
Schulen seien nicht nur Orte, an denen Wissen vermittelt wird. Sie schaffen Begegnung, fördern Integration und stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wird hier gespart, warnen die Mitglieder des Beirats, könnte sich das langfristig auf die Bildungschancen vieler Kinder auswirken.
Foto – Der Wiesbadener Ausländerbeirat warnt: Kürzungen im Bildungshaushalt könnten besonders Integrierte Gesamtschulen und Schulen mit Förderbedarf treffen.©2026 KI-generiert
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