Das Deutsche FernsehKrimi-Festival kehrt zurück und bringt Premieren, Stars und Debatten in die Caligari FilmBühne.
Wenn das Deutsches FernsehKrimi-Festival seine Türen öffnet, verändert sich Wiesbaden für eine Woche. Vom 3. bis 10. Mai flimmern in der Caligari FilmBühne zehn Fernsehkrimis und drei Serien über die Leinwand. Premieren setzen Akzente, Deutschlandpremieren wecken Neugier. Und das Festival zeigt mehr als Filme. Es lädt ein, mitzudenken, mitzudiskutieren, mitzufühlen.
22. Deutsches Fernsehkrimi Festival, kurz gefasst
Festival – Wiesbaden ermittelt wieder
Eintritt: ab 24. April 2026, ab 10:30 Uhr auf der Webseite
Wann: Sonntag, 3. Mai, bis Sonntag, 10. Mai 2026
Wo: Caligari Filmbühne
Nach den Vorführungen bleiben viele sitzen. Sie hören zu, stellen Fragen, widersprechen –, wenn Schauspielerinnen wie Rosalie Thomass oder Eva Löbau über Figuren sprechen, die zwischen Moral und Abgrund stehen. Regisseure erklären Entscheidungen, Autorinnen erzählen von Stoffen, die sich aus der Gegenwart speisen. Das Publikum erlebt, wie aus Drehbüchern Haltung wird.
Auftakt mit Geschichte und Gesichtern
Zur Eröffnung am 3. Mai richtet sich der Blick auf zwei Gesichter, die den deutschen Fernsehkrimi geprägt haben: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erhalten den Ehrenpreis. Sie stehen für Kontinuität und Wandel zugleich. Während draußen die Stadt weiterzieht, richtet sich drinnen die Aufmerksamkeit auf ein Genre, das sich ständig neu erfindet – und doch vertraut bleibt.
Jury mit Gewicht – und Geschmack
Wer am Ende gewinnt, entscheidet eine Jury, die Erfahrung und Perspektive vereint. Schauspielerin Isabell Polak bringt ihre Sicht als Darstellerin und Autorin ein, Redakteurin Denise Langenhan kennt die Mechanismen hinter den Kulissen. Schauspieler Anton Spieker und Tijan Njie stehen für eine jüngere Generation, die neue Töne setzt. Regisseur Jonas Grosch ergänzt den Blick aus der Praxis.
Und dann wartet ein Preis, der in Erinnerung bleibt: 1000 Liter Rheingau-Wein. Eine Auszeichnung, die nicht nur glänzt, sondern auch nachklingt – vielleicht bei der nächsten Diskussion über den besten Krimi des Jahres.
Wenn Realität ins Drehbuch drängt
Das Festival bleibt nicht stehen, es reagiert. Der Drehbuchwettbewerb „Tatort rechtsaußen“ stellt Rechtsextremismus ins Zentrum. Mehr als 60 Ideen gingen ein. Vier schaffen es ins Finale, werden vorgestellt, gelesen, diskutiert. Schauspieler wie Şahin Eryılmaz oder Trang Le Hong verleihen den Texten Stimme.
Vorher sprechen Expertinnen und Autoren über die Frage, wie Film auf politische Radikalisierung reagieren kann. Wie erzählt man von Hass, ohne ihn zu reproduzieren? Wie zeigt man Gewalt, ohne sie zu verherrlichen? Das Festival stellt diese Fragen – und gibt keine einfachen Antworten.
Nächte, Preise, Perspektiven
Am 8. Mai verdichtet sich alles. Die Preisverleihung bringt Spannung in den Saal, der Gewinnerfilm läuft direkt im Anschluss. Gespräche ziehen sich bis spät in die Nacht. Einen Tag später übernimmt die Lange FernsehKrimi-Nacht. Bis in den Morgen laufen alle Wettbewerbsfilme noch einmal. Wer durchhält, sieht mehr als nur Krimis – er erlebt ein Panorama gesellschaftlicher Erzählungen.
Parallel öffnet die Ausstellung „febris.“ von Michal Schmidt einen weiteren Raum. In der SV AtriumGalerie begegnen Besucher Arbeiten, die sich zwischen Kunst und Beobachtung bewegen. Das Festival weitet so den Blick: vom Film zur Gesellschaft, vom Einzelfall zur großen Erzählung.
Symbolfoto – Jury beim Deutschen Fernsehkrimifestival Denise Langhan, Anton Spieker, Isabell Polak, Jonas Grosch und Tijan Nije (im Uhrzeigersinn von links oben nach links unten) ©2026 Wiesbaden lebt! Sasha Ilushina, Christine Fiedler, Valerie Mitelman, Holger Talinski, Pascal Bünning
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