Beim Ehrentag im Rathaus hat die Stadt zum ersten Mal Ehrenamtskarten persönlich übergeben und freiwilliges Engagement gewürdigt.
Der 23. Mai ist ein besonderer Tag für die deutsche Demokratie. An diesem Datum trat 1949 das Grundgesetz in Kraft. In Wiesbaden wurde der Jahrestag nun genutzt, um jene Menschen zu würdigen, die demokratische Werte Tag für Tag mit Leben füllen: die vielen Ehrenamtlichen in Vereinen, Initiativen, sozialen Einrichtungen und Nachbarschaften.
Idee des Ehrentags
Der Ehrentag ist eine gemeinsame Initiative des Bundespräsidenten und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Er geht davon aus, dass Demokratie von Menschen lebt, die mitmachen. Die Idee ist deshalb: Am Geburtstag unserer Verfassung packen wir alle mit an, um unser Land ein bisschen besser zu machen.
Im Rahmen des bundesweiten Ehrentags kamen im Rathaus Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen die Menschen, die sich oft seit vielen Jahren freiwillig für das Gemeinwohl engagieren und damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Rekordzahl bei der Ehrenamtskarte
Eine besondere Rolle spielte dabei die Ehrenamtskarte. Erstmals übergaben Staatssekretärin Katrin Hechler aus dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales sowie Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr die Karten persönlich an die Geehrten.
Die Zahl der vergebenen Ehrenamtskarten erreichte dabei einen neuen Höchststand. Nach Angaben der Stadt wurden in diesem Jahr so viele Karten wie noch nie zuvor ausgegeben. Die persönliche Übergabe soll künftig fester Bestandteil der Ehrung werden und zweimal jährlich stattfinden – jeweils zum Ehrentag am 23. Mai sowie zum Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember.
Ehrenamtliche halten Wiesbaden zusammen
Wer an diesem Nachmittag durchs Rathaus und den Festsaal blickte, sah einen Querschnitt durch die Stadtgesellschaft. Unter den Geehrten und Gästen waren Menschen, die Lebensmittel bei der Kolping-Speisekammer ausgeben, Kindern in Grundschulen vorlesen, Sportmannschaften trainieren oder sich in Migrantenvereinen engagieren und viele mehr
Das Spektrum der Tätigkeiten war und ist beeindruckend vielfältig. Viele der Aufgaben finden fernab öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Sie sorgen dafür, dass Vereine funktionieren, Nachbarschaften lebendig bleiben und Menschen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung erhalten. Ihre Arbeit ist für viele Einrichtungen unverzichtbar – und dennoch wird sie oft als selbstverständlich wahrgenommen.
„Unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende stellte in seinem Grußwort die Bedeutung des freiwilligen Engagements für die Stadtgesellschaft heraus. „Bürgerschaftliches Engagement und sozialer Einsatz sind unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Stadt“, sagte Mende. Das Ehrenamt zeige sich in Wiesbaden in vielfältiger Form – von der Vereinsarbeit über soziale Initiativen bis hin zur Unterstützung im direkten nachbarschaftlichen Umfeld.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen sei das freiwillige Engagement vieler Menschen ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Es schaffe Begegnungen, fördere den Dialog und stärke das Vertrauen innerhalb der Stadtgesellschaft.
Demokratie lebt vom Mitmachen
Auch die Präsidentin des Hessischen Landtags, Astrid Wallmann, betonte die demokratische Bedeutung des Ehrenamts. Wer sich freiwillig engagiere, übernehme Verantwortung für das Gemeinwesen und stärke die demokratische Kultur. Staatssekretärin Katrin Hechler, die Ministerin Heike Hofmann vertrat, würdigte die große Vielfalt ehrenamtlicher Tätigkeiten in Hessen. Sie machte deutlich, dass freiwilliges Engagement das gesellschaftliche Leben in Städten und Gemeinden entscheidend mitprägt.
Im Anschluss diskutierten Oberbürgermeister Mende, Staatssekretärin Hechler und der Autor sowie Jurist Ronen Steinke über Demokratie, gesellschaftliche Verantwortung und bürgerschaftliches Engagement. In seinem Impulsvortrag erinnerte Steinke daran, dass das Grundgesetz nicht nur Rechte garantiere, sondern von Menschen lebe, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv in die Gesellschaft einbringen.
Anerkennung für Menschen, die im Hintergrund wirken
Der Wiesbadener Engagementbeauftragte Ashkan Nekoueian sieht die regelmäßige Würdigung als wichtiges Zeichen der Wertschätzung. „Die Stadt Wiesbaden schafft mit regelmäßigen Veranstaltungen einen Rahmen zur Würdigung des langjährigen Engagements von Inhaberinnen und Inhabern der Ehrenamtskarte“, sagte er.
Der Ehrentag machte deutlich, dass das Ehrenamt weit mehr ist als eine Freizeitbeschäftigung. Es schafft Begegnungen, stärkt den Zusammenhalt und sorgt dafür, dass viele soziale, kulturelle und gesellschaftliche Angebote überhaupt existieren können. Die Ehrenamtskarte steht dabei symbolisch für den Dank an jene Menschen, die oft im Hintergrund wirken – und ohne deren Einsatz Wiesbaden eine andere Stadt wäre.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
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Mehr vom Ehrentag auf der Seite der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt.




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