Die 2,3 Kilometer lange Fahrradweg entlang der Äppelallee vom Herzogsplatz bis zur Autobahnzufahrt ist fertig und wurde gestern offiziell eingeweiht. Was bedeuten aber…

Am Mittwochmittag wurde in Wiesbaden Biebrich auf Höhe des Biebricher Bahnhofs die neue Fahrradweg eingeweiht. Symptomatisch  wurde in dem Abschnitt, der exemplarisch für die rund 1,5 Millionen Euro kostende umweltfreundliche neue Querachse steht, an Leitungen gearbeitet. Den Unmut, den Biebrichs Ortsvorsteher Kuno Hahn über die wenig koordiniert zu scheinenden Bauarbeiten der letzten Monate äußerte, kam die Mini-Baustelle ganz gelegen. Waren und sind die Biebricher und Schiersteiner in den letzten Jahre von den diverse Baumaßnahmen doch extrem betroffen gewesen: etwa durch die Arbeiten an der Schiersteiner Brücke, Salzbachtal Brücke oder der Kasteler Straße.

„Die Fülle der Baustellen – Schiersteiner Brücke, Salzbachtal Brücke oder Kasteler Straße – sind und waren eine Provokation. Dass muss man sich nicht gefallen lassen.“ – Kuno Hahn, SPD, Ortsvorsteher

Der Radweg, der im städtischen Rad-Grundnetz 2020 als Hauptverbindung aufgeführt ist, „stellt einen wichtigen Lückenschluss für Biebrich mit Wirkung über den Stadtteil hinaus dar“, erläutert Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr bei der vor Ort. Die Planungen seien im Vorfeld mit den Ortsbeiräten Biebrich und Schierstein sowie der Stadtverordnetenversammlung intensiv diskutiert und abgestimmt und von diesen Gremien beschlossen worden. Nach Auffassung von Hahn nicht weitreichend genug.

„Man hätte zumindest von Hessen mobil oder wer auch immer dafür zuständig war erwarten können, dass hier rechtzeitig informiert wird. Frei nach dem Motto – haltet Euch in den nächsten zwei, drei Jahren mit Eueren Baumaßnahmen zurück.“ – Kuno Hahn, SPD, Ortsvorsteher

Letztendlich gewinnen alle dem neuen Schutzstreifen und kombinierten Geh- und Radweg Positives ab. Die neuen Radwege gewähren Radfahrern künftig bessere Bedingungen. Außerdem werden An den Knotenpunkten Fußgänger und Radfahrer parallel die Fahrbahn besser queren können. Verbreiterte Gehwege im Kreuzungsbereich und Fahrbahnteiler bieten mehr Schutz beim Überqueren der Straße.

„Mehr Sicherheit und Komfort für den Rad- und Fußgängerverkehr und eine Steigerung des Radverkehrsanteils: Das sind die Hauptziele des Radverkehrskonzepts, denen wir mit einer durchgängigen Radverbindung entlang der Äppelallee ein wichtiges Stück näherkommen.“ – Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

Zusammen mit der Herstellung einer durchgehenden Radverkehrsverbindung wurden der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen Im Rosenfeld in beide Richtungen und die Neuordnung der Parkbuchten für das Längsparken entlang der Straße umgesetzt. Der Verkehrsfluss insgesamt wurde somit verbessert. Der Ausbau erfolgte in insgesamt 32 einzelnen Bauphasen unter Teilsperrung einzelner Fahrbahnbereiche. Für die Erneuerung der Fahrbahndecken waren an einigen Wochenenden Vollsperrungen beziehungsweise Einbahnstraßenregelungen erforderlich.

„Baumaßnahmen gehen immer mit Verkehrseinschränkungen einher; sie sind aber notwendig, um die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen und Mobilität für alle zu gewährleisten. Ich möchte mich daher bei allen Biebricherinnen und Biebrichern für das Verständnis während der Baumaßnahmen bedanken.“ – Andreas Kowol, Verkehrsdezernent.

Kleine Regelkunde

Die blauen Verkehrszeichen, die den Verkehr für Radfahrer und Fußgänger kennt im Grunde jeder. Was sie im Einzelnen bedeuten, wo und wie sie richtig eingesetzt werden … auch da gingen die Meinungen bei der Einweihung der neuen Radverkehrsanlage auseinander. Rechtlich regeln die Schilder 237, 240 und 241 die Benutzung von sogenannten Sonderwegen. Sonderwege, die mit diesen Schildern gekennzeichnet sind, sind benutzungspflichtig und müssen in der Regel von Radfahrern befahren werden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Das heißt, ist der Radweg nicht straßenbegleitend, empfindet ein Radfahrer den Weg als benutz und zumutbar, darf er von der Regel abweichen.

Radwege können unzumutbar sein…

… wenn sie nicht in die Richtung führen, in die Sie fahren wollen. (2)…, wenn sie zugeparkt oder durch Mülltonnen zugestellt sind oder Fußgänger auf ihnen laufen, so dass man dort nicht fahren kann. (3) …, anderweitig, etwa im Winter durch Schneemassen, blockiert sind. (4) … aber auch. Wie es um die Zumutbarkeit im Bereich des Biebricher Bahnhofs auf dem neuen Biebricher Radweg verhält, wird die Zukunft zeigen. Mit Bushaltestelle und nicht ausreichend gekennzeichneter Radfahrflächen, ist hier aus Sicht einiger Nachbesserungsbedarf gegeben. Dabei ist die Beschilderung eindeutig. Das Fußgängerschild mit der Nummer 239 besagt, dass der Weg nur als Gehweg von Fußgängern genutzt werden darf. Durch das Zusatzschild „Radfahrer frei“ ist dann aber das Radfahren erlaubt – jedoch nicht vorgeschrieben. Radfahrer dürfen auch die Fahrbahn benutzen. Wenn man sich für den frei gegebenen Gehweg entscheidet, muss man aber mit Schrittgeschwindigkeit fahren –  4–7 km/h also.

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