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Ralf Schodlok, OB Gert-Uwe Mende, Mario de Felippo, Robert Maus (Hintergrund) Jörg Höhler, Christiane Hinnnger.

ESWE Versorgung: Das Herz der Wiesbadener Fernwärme schlägt

Die Landeshauptstadt ist mitten drin und treibt den Umbau der Wärmeversorgung Wiesbadens voran. Das Herzstück des ambitionierten Projekts wurde heute in Betrieb genommen: Die Fernwärme-Pumpstation in der Deponiestraße.

Volker Watschounek 1 Monat vor 0

46000 Gebäude stehen in Wiesbaden. 80 Prozent werden mit Gas und Öl geheizt. 36000 Haushalte mit Fernwärme.

Von außen sei die neue Anlage wahrlich etwas unscheinbar, so Jörg Höhler, Vorstands Vorsitzender der ESWE Versorgungs AG. Doch innen ist die Anlage sehr spektakulär. Mit voller Kraft stößt die Landeshauptstadt im Wiesbadener Stadtteil Biebrich den Umbau der Wärmeversorgung an. Das Herzstück der Fernwärme-Versorgung schlage und es sei ein Meilenstein auf dem Weg der Decarbonisierung, ein Meilenstein auf dem Weg der Wärmewende. Daran führt kein Weg vorbei, so Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am Mittwochnachmittag in seiner Funktion als als ESWE Aufsichtsratsvorsitzender. Es sei das Thema unserer Zeit erklärte Mende und ergänzte, dass wir die Wärmewende nicht nur gestalten wollen, sondern auch gestalten müssen!

Der Bundesgesetzgeber sagt, wir müssen die Wärmewende machen. Aber es hat auch ein ethisches müssen. Wir müssen auf den Klimawandel reagieren, wir müssen uns auf den Klimawandel einstellen und wir müssen versuchen den Klimawandel zu stoppen.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

DasThema Klimawandel ist für alle von ureigenem kommunalen Interesse. Seit dem Ausrufen des Klimanotstands ist die Stadt auf einer spannende Reise, einer Riese, für die eine moderne und ausgeklügelte Infrastruktur notwendig ist. Eine Reise, auf deren Weg die jetzt fertig gestellte neue Fernwärme-Pumpstation in der Deponiestraße ein, wenn nicht das wichtiges Zwischenziel ist. ESWE Versorgung hat hier das Herz für die zukünftige Versorgung der Wiesbadener Innenstadt geschaffen. Das neue Herzstück des Wiesbadener Fernwärme-Systems wird das bestehende Biomasse-Heizkraftwerk und Ende 2024 das neue Müllheizkraftwerk mit den Abnehmern in der Stadt verbinden. Die Pumpstation mit seinem ausgeklügeltem Regelwerk wird den gesamten Wärmekreislauf in der Stadt regulieren und in Gang halten. Und nur mit dieser Investition wird ein weiterer Ausbau des klimafreundlichen Fernwärmenetzes nach dem Prinzip ,global denken, lokal handeln‘ überhaupt möglich.

Wiesbaden benötigt etwa 4300 Megawattstunden für Heiz- und Prozesswärme. Die Wärmeerzeugung ist dabei ein wesentlicher Verursacher von CO2. Von den über 46.000 Gebäuden in der Stadt werden immer noch 81 Prozent mit fossilen Brennstoffen beheizt. Das wollen und müssen wir gemeinsam ändern.

Christiane Hinninger

Bürgermeisterin Christiane Hinninger fügte hinzu: Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen im Wärmesektor drastisch reduzieren. Fernwärme wird im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung eine der entscheidenden Systemangebote sein. Und wir können vielen Menschen in Wiesbaden damit eine zuverlässige und vergleichsweise günstige Wärmeversorgung anbieten. Mit der neuen Pumpstation ist sichergestellt, dass auch bei einer deutlichen Ausweitung der Nachfrage dieses Angebot an Wärme ebenso wächst. Wiesbaden ist gesetzlich verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu entwickeln.

Das gesamte Innenleben der Pumpstation wiegt 80 Tonnen. Wenn alles gefüllt ist, haben wir Heizwasser in einem Volumen von 60.000 Liter in der Anlage. Wir arbeiten mit der Druckstufe 25 bar. Das entspricht einer Wassersäule von 250 Meter.

Jörg Höhler

Ein wichtiger Teil der Planung ist der Fernwärme-Ausbau Richtung Innenstadt. Die Pumpstation bildet dabei das Bindeglied zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeverbraucher. Denn in Wiesbaden wird der Hauptteil der Fernwärme durch das Biomasse-Heizkraftwerk (BMHKW) erzeugt. Zusätzlich wird bald schon auch die Abwärme des neuen Müllheizkraftwerks (MHKW) genutzt. Beide Kraftwerke liegen in unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Pumpstation. Durch sie ist es möglich, die Fernwärmeversorgung der für die Wiesbadener Innenstadt und das Airfield Erbenheim bedarfsgerecht bei den Erzeugern BMHKW und MHKW abzufordern.

In der Fernwärme-Pumpstation sind aufgrund der unterschiedlich benötigten Fördermengen und Förderhöhen der Netze und Kraftwerke vier Pumpengruppen im Einsatz, die jeweils aus drei Pumpen bestehen. Eine der drei Pumpen dient einem immer möglichen Störrfall. Sie springt ein, wenn eine Pumpe ausfällt. Die Motorleistungen betragen 3 x 45 Kilowatt (KW) für das BMHKW, 6 x 55 KW für das Airfield Erbenheim und das MHKW sowie 3 x 315 kW für das Primärnetz. Um die Lärmbelästigung der Umwelt so gering wie möglich zu halten, wurde die Pumpstation schallisoliert gebaut.

Die Anlage bewegt in der Stunde 1185 Tonnen Wasser bewegen. Heißes Wasser, dass im Winter mit 120° Grad das Pumpwerk verlässt und nach rund 230 Kilometern Leitungsweg mit einer Temperatur von etwa 50° zurück kommt.

Jörg Höhler

Die Pumpstation ist in der Druckstufe PN 25 gefertigt und kann bis zu 1.185 Tonnen an 120 Grad heißem Wasser pro Stunde fördern. Die Anlage verfügt über ein zentrales Leitsystem der gesamten Fernwärmeversorgung in Wiesbaden mit Überwachungs- und Eingriffsmöglichkeiten. Sie ist auf die ESWE-Netzleitstelle aufgeschaltet und wird damit rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kontrolliert.

Die gesamte Wärme-Einspeiseleistung der Erzeuger liegt bei 68 Megawatt, also 68 Millionen Watt. Ein Mensch produziert im Ruhezustand etwa 100 Watt Körperwärme. Als Ingenieur begeistert mich, wie durch gute Planung, technisches Know-how und mit Qualitätskomponenten neue Möglichkeiten geschaffen werden und tatsächlich immer wieder ein Fortschritt durch Technik erreicht wird, berichtet ESWE-Vorstandsmitglied Jörg Höhler.

Für junge Leute, die etwas gestalten wollen und sich für Technik interessieren, sind das die Projekte, die wir zeigen müssen. So sieht es aus, wenn aus richtungsgebenden Worten wie ,Energiewende‘ und , Transformation‘ etwas Konkretes wird.

Jörg Höhler

Die Planungen für das wegweisende Projekt begannen 2020, die Bauarbeiten starteten zwei Jahre später. Das Investitionsvolumen liegt bei 8 Millionen Euro – Anbindungsleitungen zu BMHKW und MHKW inklusive.
Für uns ist das eine Investition in die Qualität unser aller Leben und in die Zukunft der Landeshauptstadt, erläutert ESWE-Vorstandsvorsitzender Ralf Schodlok. Unser ESWE-Fernwärmenetz versorgt bereits heute viele Teile des Stadtgebietes. Damit leiste ESWE Versorgung einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Für die besondere klimatische Kessellage in der Wiesbadener Innenstadt sei jede Einsparung von Abgasen wichtig. Das Biomasseheizkraftwerk ersetzt ein Energieäquivalent von über 16 Millionen Litern Heizöl, die nicht verfeuert werden . Die Nutzung von Biomasse reduziert den COz-Ausstoß um 95 Millionen Kilo pro Jahr, so Schodlok abschließend.

Aktuell wird die Anlage hochgefahren und justiert. Im Frühjahr noch wird ESWE Versorgung die Pumpstation in Betrieb nehmen und über die Sommermonate damit etwas spielen. Verschiedene Szenarien ausprobieren und simulieren für den Winter einstellen. Da darf dann auch schon mal ein Fehler passieren. Das interessiert jetzt im Gegensatz zu den kalten Wintermonaten weniger.

Bild oben ©2024 Volker Watschounek

Weitere Informationen aus dem Ortsbezirk Südost lesen Sie hier.

Die Internetseite von ESWE Versorgung finden Sie unter www.eswe-versorgung.de.

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Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.