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„Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ wird die Firmengeschichte des Unternehmens dargestellt. @2018 Volker Watschounek

Ernst Wolfgang Topf: „Davon habe ich nichts gewusst!“

Philipp Kratz hat Koch gelernt, sich damit nicht zufrieden gegeben und Geschichte studiert. Am 15. Januar nimmt sich der Historiker Kratz der Apologie-Formel an. In seinem Vortrag spricht er über die „‘Davon habe ich nichts gewusst!‘-These und die Nachkriegskarriere von Ernst Wolfgang Topf in Wiesbaden.

Volker Watschounek 5 Jahren vor 1

Die Verbrennung von Braunkohle und ein effizientes Hochleistungs-Feuerungs-Verfahren machten Topf & Söhne groß. In den Schatten stellt sich die Firma selbst, mit den Verflechtungen zum Genozid.

Der letzte Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz hält der promovierte Dr. des. Philipp Kratz. Der Historiker gilt als ausgewiesener Experte, wenn es darum geht, Wiesbadens Nazi-Vergangenheit zu beleuchten. Würde er in der Vortragsreiche im zum Thema Topf&Söhne fehlen, würde die Reihe als Lückenhaft empfunden.

sam – Stadtmuseum am Markt, kurz gefasst

Vortrag – „Davon habe ich nichts gewusst“
Wann: Dienstag, 15. Januar 2019, ab 19:00 Uhr
Wo: sam – Stadtmuseum am Markt, Marktpl. 3, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Unkosten:  5,00 Euro

Die internationale Wanderausstellung aus Erfurt thematisiert die Firmengeschichte von Topf & Söhne, einem normalen, mittelständischen Unternehmen, das während des Zweiten Weltkriegs mit der SS zusammenarbeitete. Verbrennungsöfen für Konzentrations- und Vernichtungslager sowie Be- und Entlüftungsanlagen für die Gaskammern wurden wie selbstverständlich mit in das Produktsortiment aufgenommen, gefertigt, geliefert und gewartet. Schlüsseldokumente aus dem firmeneigenen Bestand, Akten der SS-Bauleitung sowie Verhörprotokolle aus Moskau zeichnen ein eindeutiges Bild der Zusammenarbeit. Die Motivationen der einzelnen beteiligten Akteure, die sich freiwillig zu Mitwissern und Mittätern gemacht haben, sind nicht immer eindeutig und werfen Fragen auf. Diesen nachzugehen, ist ein Ziel der Ausstellung.

Rede vom „Nichts-Gewusst-Habens“

Nach Ende der NS-Zeit entlasteten sich viele Deutsche damit, nichts von den Verbrechen gewusst zu haben. Auch der Geschäftsführer der Firma „Topf & Söhne“, Ernst Wolfgang Topf, nahm diese Apologie-Formel nach 1945 in Anspruch, um das Unternehmen in Wiesbaden wieder aufzubauen. Inwieweit ihm dies gelang, wie er dabei vorging und welche Auswirkung die Rede vom „Nichts-Gewusst-Habens“ auf die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit hatte, darüber wird Philipp Kratz in seinem Vortrag berichten. Der gelernte Koch studierte Geschichte und Sozialwissenschaften in Bochum und Frankfurt am Main und wurde 2016 in Jena promoviert. Anfang 2019 wird seine Dissertation „Eine Stadt und die Schuld. Wiesbaden und die NS-Vergangenheit seit 1945“ erscheinen.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Sigrid Ebert sagt:

    Meiner Meinung nach sollten wir uns alle gelegentlich auch mit diesem sehr unangenehmen Thema Holocaust auseinandersetzen, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Die im Beitrag genannte Sonderausstellung habe ich bereits anlässlich des Tages des offenen Denkmals am 9. September 2018 selbst besucht und meine persönlichen und nachhaltigen Eindrücke diesbezüglich auf der folgenden Seite in einem gereimten Kommentar zusammengefasst:
    https://wiesbaden-lebt.de/das-stadtmuseum-macht-mit-beim-tag-des-offenen-denkmals#comment-5927

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Geschrieben von

Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.