Der SVWW hält sich im Mittelfeld der Tabelle. Zum Relegationsplatz sind es nur fünf Punkte. Der Aufstieg ist noch nicht abgeschrieben.

Die Tabelle ist dicht gedrängt und der SVWW hält Kontakt, während einige Teams der dritten Liga überraschen. Das beginnt bereits beim 1. FC Magdeburg und dem FC Kaiserslautern auf den Plätzen eins und zwei.  Magdeburg landete in der vergangenen Saison gerade einmal auf dem 11. Platz und musste den Weggang einiger Stammkräfte kompensieren. Nichtsdestotrotz überzeugten sie schon in der Vorbereitung mit attraktivem Fußball, der sich auch auf dem Papier widerspiegelt. 16 Siege, die meisten Tore der Liga und aktuell neun Punkte Vorsprung auf den zweiten Rang sprechen eine klare Sprache. Die letzte Niederlage setzte es gegen Viktoria Köln, Ende Oktober 2021.

Traditionsverein vorne

Auch der Traditionsverein aus Kaiserslautern spielt über den Erwartungen. Trotz reichlich Erfahrung in der ersten und zweiten Bundesliga, entwickelte man sich sportlich in den letzten Jahren nur langsam weiter. Zu viele interne Probleme, vor allem wirtschaftlicher Art, sorgten dafür, dass die Schlagzeilen über den FCK meist negativ waren. Seit 2018 ist man drittklassig, das letzte Mal Bundesligaluft durfte der Verein 2012 schnuppern. Im vergangenen Jahr spielte die Mannschaft außerdem die schlechteste Saison der Geschichte, konnte den Klassenerhalt nur spät und mit einer ordentlichen Menge Glück sichern. Nun stehen sie auf Platz zwei und bieten neben ansehnlichem Offensivfußball auch die beste Abwehr der Liga.

Als Absteiger ganz vorne

Punktgleich liegen sie mit Eintracht Braunschweig bei 39 Zählern. Braunschweig selbst steht als Absteiger aus der 2. Bundesliga nicht sonderlich überraschend mit auf den vorderen Plätzen. Der Verein verfolgt das Ziel des direkten Wiederaufstiegs und glänzt bislang mit einer gut ausbalancierten Mannschaft. Nicht nur bei seriösen Wettanbietern, auch bei Trainern und Spielern aus der 3. Liga gilt der BTSV als einer der Topfavoriten in diesem Jahr. Sie können den Erwartungen dementsprechend gerecht werden und sind ein heißer Kandidat für die Rückkehr in die 2. Liga.

Schwacher Saisonstart

Anders ist die Lage bei 1860 München, die von Experten ebenfalls an die Tabellenspitze prognostiziert wurden. Nach einer soliden Vorjahrssaison und der knapp verpassten Relegation, führte für viele kein Weg an den Münchnern vorbei. Aktuell steht das Team von Michael Köllner auf dem neunten Platz, was vor allem am schwachen Saisonstart lag. Lediglich zwei Siege in den ersten 13 Partien zeigten, dass die Mannschaft erst zusammenfinden musste. Mittlerweile hat sich der Club gefangen und gewann sechs seiner letzten acht Spiele.

 

Wiesbaden mit Hochs und Tiefs

So auch gegen den SV Wehen Wiesbaden, der sich am 15. Januar mit 3:2 geschlagen geben musste. In der letzten Partie der Wiesbadener fuhr man gegen den VfL Osnabrück beim torlosen Remis einen Punkt ein. Insgesamt stehen nach 24 Spielen nun 35 Punkte auf Seiten des SVWW, dessen Saison vor allem als eines bezeichnet werden kann – durchwachsen.

Platz sechs

Die letzte Spielzeit endete mit dem sechsten Rang, nachdem man die Zweitklassigkeit 2019/2020 nicht halten konnte. Die Ambitionen vor der Saison wurden relativ klar ausgerufen. Man wolle oben mitspielen und auch die Rückkehr in die 2. Bundesliga schaffen, zumindest mittelfristig. Der Start war durchaus solide, denn aus den ersten fünf Spieltagen holte Wiesbaden unter Coach Rüdiger Rehm elf Punkte heraus. Es folgte allerdings eine Negativserie, in welcher über acht Begegnungen fünf Niederlagen hingenommen werden mussten. Lediglich gegen Saarbrücken und die abstiegsgefährdeten Würzburger Kickers konnten wichtige Zähler gesammelt werden.

Trainerwechsel

Die Konsequenz folgte auf der Trainerbank. Nach über vier Jahren im Amt, trennte sich die Vereinsführung von Rüdiger Rehm als Cheftrainer, da man die gesteckten Ziele auf sportlicher Basis in Gefahr sah. Die Co-Trainer Mike Krannich und Nils Döring übernahmen die Aufgaben interimsweise und betreuten sowohl den Sieg gegen Braunschweig als auch das Unentschieden gegen den FSV Zwickau.

Der SV Wehen Wiesbaden stellte daraufhin mit Markus Kauczinski seinen neuen Trainer vor, der zuletzt bei Dynamo Dresden tätig war. Kauczinski wird das Amt voraussichtlich bis zum Sommer 2023 innehaben. Mit Kauczinski konnten die Wiesbadener in sieben Spielen für neun Punkte sorgen, mussten sich nur Kaiserslautern und 1860 München geschlagen geben. Dennoch hapert es auch unter ihm noch mit der Chancenverwertung der Mannschaft. Er selbst ist sich dessen bewusst: Zwar stehe die Defensive gut, im Angriff brauche man in einer solch starken 3. Liga allerdings die gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die er noch vermisse. Aktuell stehen 31 Treffer auf der Habenseite der Wiesbadener, bei denen Gustaf Nilsson mit 17 Torbeteiligungen (11 Tore, 6 Assists) die Lebensversicherung ist.

Aufstieg nicht abgeschrieben

Fest steht, dass der SVWW nun nachlegen muss, um den Anschluss an die Aufstiegsränge nicht zu verlieren. Nur sechs Punkte trennen die Hessen vom dritten Platz der Liga, in der noch immer alles nah beieinander liegt. Doch Kauczinski gibt sich bescheiden und möchte sich mit der Mannschaft erstmal weiterentwickeln. Ob es letztendlich für den Aufstieg reicht, kann sich noch von Spieltag zu Spieltag ändern. Die Chance besteht und der SV Wehen Wiesbaden um seinen neuen Coach wird alles dafür geben, erfolgreich zu sein – ein solides Fertigspielen der Saison ist allerdings der Hauptfokus aktuell.

Foto oben ©2021 Agentur RSCP

Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Südost lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite des SV Wehen Wiesbaden finden Sie unter svww.de.

Advertisement

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!