Ausbildungsbereitschaft: es gibt viele Möglichkeiten. Schulsozialarbeiter sollen Schülern beim der Wahl und auf dem Weg zu einem passenden Ausbildungsplatz unterstützen. 

Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Zuge der letzten Haushaltsberatungen beschlossen, die Schulsozialarbeit weiter auszubauen. Auf Basis der zugestandenen Mittel kann die Stadt damit zum Schuljahr 2022/23 an der Gerhart-Hauptmann-Schule,  der Albrecht-Dürer-Schule und der Erich Kästner-Schule vier neue Sozialarbeitsstellen schaffen. Wiesbadens Sozialdezernent gibt sich zuversichtlich, dass das erst der Anfang ist. Das die vier Stellen bereits früher besetzt werden, ist dankend dem Aufholprogramm des Landes Hessen zuzuschreiben.

„Durch das Aufholprogramm des Landes Hessen kann der geplante Startpunkt vier Monate vorverlegt werden. Damit geht es nach dem Magistratsbeschluss vom 18. Januar bereits am 1. März los.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

2020 ist ein zweitstufiger Ausbau der Schulsozialarbeit an drei der fünf Wiesbadener Realschulen bereits beschlossen und in einer ersten Stufe sind bereits zum Schuljahr 2020/21 fünf Stellen installiert worden. Da bedingt durch die Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren weniger Ausbildungsverträge unterschrieben wurden, ist es ein Gewinn, dass diese Schulen Schulsozialarbeit und Berufsorientierung ausweiten können; das kommt den Schülern zu Gute, betont der Sozialdezernent. Waren es 2020 noch 333 Schüler, die nach Abschluss aus Schulen mit Schulsozialarbeit in eine Ausbildung wechselten, so betrug bei einer vergleichbaren Größenordnung die Zahl im Sommer 2021 nur noch 269.

„Über zwei Jahre lang gab es keine Angebote zur beruflichen Orientierung. Das spüren unsere Schülerinnen und Schüler, aber ebenso die Unternehmen.“ – Dan Pascal Goldmann, Abteilungsleiter der Schulsozialarbeit im Amt für Soziale Arbeit

Wie wichtig für die gelingenden Übergänge in eine Ausbildung die vielfältigen Angebote zur beruflichen Orientierung sind, weiß man seitens der Schulsozialarbeit genau. An 13 Wiesbadener Förder-, Haupt-, Real- und Integrierten Gesamtschulen sowie an fünf berufsbildenden Schulen bieten die Mitarbeiter der Abteilung den jungen Menschen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung an. Zu diesen Angeboten gehören Betriebsbesichtigungen, zu denen auch die Eltern eingeladen werden. Ergänz wird das Angebot durch unterschiedliche Tage der Berufe, Vorbereitung auf Einstellungstests und Bewerbungsgespräche, arbeitsfeldbezogene Angebote in Werkstätten und betriebsähnlichen Arbeitsstätten. Zusammen tragen sie dazu bei, dass junge Menschen die Vielfalt der Arbeitswelt kennenlernen – sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden und erfolgreich in eine Ausbildung einmünden.

„Unternehmen, die für den Sommer 2022 engagierten und beruflich orientierten Nachwuchs suchen, sind gut beraten, ein Auge auf die Abgängerinnen und Abgänger der beruflichen Schulen zu werfen.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Kompensiert wurde der Rückgang des Übergangs aus den Klassen 9 und 10 in Ausbildung zum Großteil durch den Übergang in Angebote der Berufsvorbereitung wie beispielsweise die neue „Berufsfachschule Übergang Ausbildung (BÜA)“ in den beruflichen Schulen oder bei Maßnahme-Trägern wie zum Beispiel „Berufsvorbereitende Bildungsgänge (BvB)“ über die Agentur für Arbeit.

 „Aus Sicht der Schulsozialarbeit kann von einem Mangel an motivierten Nachwuchskräften in 2022 keine Rede sein. Das Nadelöhr könnten Ausbildungsverantwortliche sein, die bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze ausschließlich auf Noten schauen und dabei weniger berücksichtigen, welche Auswirkungen zwei Jahre Pandemie auf die jungen Menschen gehabt haben könnten.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Die Einzelstatistik zur einjährigen berufsvorbereitenden Schulform weist bei den Übergängen in Ausbildung sogar einen Zuwachs aus. In dieser Schulform findet eine Berufsvorbereitung durch schulischen Werkstattunterricht mit berufsbildenden Schwerpunkten statt. Gerade in Zeiten fehlender realer Werkstatterfahrungen ein umso wichtigeres Modell. Noch deutlicher wird es bei den Berufsfachschulen; hier sind 48 Prozent in Ausbildung übergegangen. Viele Jugendlichen haben diese Angebote genutzt und konnten dadurch Ausbildungsbetriebe und Unternehmen von ihrer Ausbildungsbereitschaft überzeugen. Zum Vergleich: Von 823 Schulabgängern aus den Regelschulen sind der Großteil im Jahr 2021 auf weiterführende Bildungsangebote und nur 16 Prozent  in Ausbildung übergegangen.

„Seien Sie mutig und schauen Sie vermehrt auf Wiesbadener Jugendliche, deren Bewerbungsunterlagen schon vorliegen oder in den nächsten Wochen auf Ihrem Schreibtisch landen. Geben Sie den jungen Menschen eine Chance, nach beziehungsweise mit Corona, eine echte Zukunftsperspektive zu haben.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Aber auch die  Abgänger der Sekundarschulen konnten sich in den zurückliegenden Monaten stärker mit Fragen ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Insgesamt 300 Schüler nahmen an zehn verschiedenen Angeboten der Berufsorientierung teil. Dabei konnten sie sich mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinandersetzen, Einblicke in verschiedene Berufsfelder erlangen und sich darin teilweise praktisch erproben. Dazu zählten unter anderem Angebote in Kooperation mit Wiesbadener Unternehmen, dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, den BAUHAUS Werkstätten oder der Wiesbadener Jugendwerkstatt. Weitere Angebote sind bereits geplant und werden umgesetzt, insofern die Schulen geöffnet bleiben oder die Angebote nicht abgesagt werden müssen.

Bewerbersuche

Wer geeignete Jugendliche sucht, kann sich gerne bei der Schulsozialarbeit melden und Petra Druckrey, Telefon (0611) 312996, E-Mail schulsozialarbeit@wiesbaden.de, kontaktieren.

Bild oben ©2018 IHK

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Mehr Informationen zum Thema  Schulsozialarbeit finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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