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Land Hessen fördert Erprobung

Thermospeicher: Dieselfrei und mehr Reichweite

Elektrobusse gelten als saubere Alternative zu Fahrzeugen mit Dieselmotor. Doch im Winter stimmt das nicht. Da müssen Hersteller improvisieren – werden die Busse zu einer Mogelpackung, und zwar auf Kosten der Umwelt. Thermischen Speichern in Elektrobussen sollen helfen.

Volker Watschounek 4 Jahren vor 0

Neben der Forschung im Bereich der alternativen Antriebskonzepte von Automobilen wird an der Hochschule RheinMain (HSRM) auch das Temperaturmanagement von Elektrobussen erforscht: den Thermospeicher.

Beim Einsatz im Stadtverkehr, aber insbesondere auch auf Flughafenvorfeldern spielt der Energieverbrauch für das Heizen und Kühlen von Fahrzeugen eine große Rolle. Das Heizen dun Kühlen hat einen erheblichen Einfluss auf die Reichweite und damit den Einsatz der Busse. Thermospeicher erhalten Gewicht. Daher fördert das Land Hessen das Projekt DIESELFREI – Direkte Erprobung thermischer Speicher in Elektrobussen für eine Reduktion der Immissionen in den kommenden zwei Jahren mit rund 300.000 Euro.

200 Kilometer Reichweite

Wird bei aktuellen Elektrobussen eine Reichweite von circa 200 Kilometern angegeben und die Energie für das Thermomanagement der Batterie entnommen, so kann das im Sommer, noch stärker aber im Winter zu erheblichen Einschränkungen bei der Einsatzplanung der Omnibusse führen. Grund ist der hohe Einsatz der vorhandenen Energiekapazitäten für die Klimatisierung beziehungsweise Beheizung der Innenräume. Aktuelle Busse im Einsatz auf dem Flughafenvorfeld benötigen über mehrere Monate im Jahr mehr Energie zum Heizen als zum Fahren. Busausfälle infolge von temperaturabhängigen Reichweitenproblemen führen jedoch zwangsläufig zu Akzeptanzproblemen bei Betreibern und deren Kundschaft.

Wärmepumpen in der Praxis testen

Die lokale Emissionsfreiheit von Elektrobussen ist nur dann gegeben, wenn die Beheizung oder die Klimatisierung tatsächlich auch ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe erfolgt. Der Verzicht auf den Antrieb durch Verbrennungsmotoren und auf die Beheizung mittels dieselbefeuerter Wasserheizer stellt jedoch ein Risiko dar, erklärt Prof. Dr. Stefan Rusche vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften der HSRM. Eine rein elektrische Beheizung oder Kühlung reduziere die Reichweite der Fahrzeuge. So könne als Lösung nur der Einsatz von Wärmepumpen, insbesondere mit thermischen Speichern, in Frage kommen. Wir wollen untersuchen, wie die Reichweitenverlängerung durch diese Wärmepumpen ausfällt und wie hoch die tatsächliche Reduktion der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs beim Einsatz von Elektrobussen in Abhängigkeit von der technischen Ausstattung und den Einsatzbedingungen ist, so der Heiz- und Kühltechnikexperte.

Beheizungs- und Kühlkonzepte

Wesentlich ist in diesem Zusammenhang der Praxisbetrieb: Unterschiedliche Beheizungs- und Kühlkonzepte müssten in möglichst identischen Fahrzeugen mit identischen Einsatzplänen idealerweise über ein ganzes Jahr ermittelt und verglichen werden. Darüber hinaus erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit der eingesetzten Systeme. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen als Entscheidungshilfe für künftige Beschaffungen durch die Flottenbetreiber dienen.

Zum Projekt Dieselfrei

Zum Projektkonsortium Dieselfrei gehören neben der Hochschule RheinMain der Verbundpartner Konvekta AG sowie als assoziierte Partner die Bus-betreiber ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, die Flughafen Stuttgart GmbH und die Fraport AG. Das Vorhaben (HA-Projekt-Nr.: 768/19-88) wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen gefördert. (Symbolbild: Vorfeldbus auf dem Frankfurter Flughafen © Fraport AG)

Weitere Nachrichten von der Hochschule RheinMain lesen Sie hier.

Die offizielle Webseite zum Forschungsprojekt Dieselfrei finden Sie unter www.hs-rm.-de.

 

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Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.