Max Liebermann, Carl Morgenstein, Anton Burger, Eugen Spiro, Hans Thoma – die Liste der Werke, die Jan Baechle dem Museum Wiuesbaden vermacht ist lang.

Das Museum Wiesbaden erhält eine umfangreiche Schenkung des Ehepaars Jan und Friederike Baechle. Insgesamt 30 Werke vermachte das Ehepaar dem Museum Wiesbaden. Die Schenkung erweitert den Museumsbestand um bedeutende Werke des 19. Jahrhunderts. Diese Schenkung wird mit der Sonderausstellung Exquisit – Kunst des 19. Jahrhunderts gewürdigt. Die Präsentation schließt an die Räume der Sammlung Alte Meister an und gibt mit Spitzenwerken –  darunter Porträts, Gemälde mit idyllischen Landschaften und fernen Reisen bis hin zu Stillleben –  einen Überblick über die bedeutendsten Maler der Region Frankfurt Rhein-Main.

 „Die Werle die jetzt aus dem Privatbesitz von Jan Baechle an das Museum Wiesbaden übergehen, schließen eine schmerzliche Lücken in der Sammlung des Hauses.“ – Dr. Andreas Henning

Die Schenkung der bislang privaten Kunstsammlung von Jan und Friederike Baechle erfolgte am 24. Dezember 2020 mit den Worten des Sammlers das ist es jetzt. Das Museum Wiesbaden sei Jan Baechle und seiner verstorbenen Ehefrau sehr dankbar für die Stiftung dieser außerordentlichen Gemäldekollektion, betont Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden. Die Werke sind eine bedeutende und hochqualitative Ergänzung des Museum-Bestands des 19. Jahrhunderts. Dank der großzügigen Geste kommt das Museum bei der Schaffung einer Galerie des 19. Jahrhunderts einen großen Schritt voran. Damit schließt die Ausstellung an die Gründerzeit des Museums an und veranschaulicht die kunsthistorische Entwicklung zu Jugendstil und Moderne.

Dank der Schenkung knüpfen wir inhaltlich an die Gründerzeit des Museums an. Damit gelingt es uns, die kunsthistorische Entwicklung zu Jugendstil und Moderne anschaulich zu machen.“ – Dr. Andreas Henning

Die Schenkung reiht sich ein in mäzenatisches Engagement von Stiftern wie Ferdinand Wolfgang Neess, der dem Museum 2019 seine Jugendstilsammlung anvertraute oder Frank Brabant, der 2017 verfügte, dass seine Sammlung der Klassischen Moderne nach seinem Tod in Wiesbaden und Schwerin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden solle. Um Baechles Schenkung zu feiern, wurde die Ausstellung Exquisit eingerichtet, die ursprünglich zum 80. Geburtstag des Stifters Ende des vergangenen Jahres eröffnet werden sollte. Aufgrund der Pandemie war das leider nicht möglich. In der Hoffnung, dass sie noch ein großes Publikum finden wird, ist die Ausstellung Exquisit bis zum 26. September 2021 verlängert.

„Es ist eine Genugtuung, meine Sammlung in guten Händen zu wissen, gepflegt, aufbewahrt und beschützt.“– Jan Baechle

Das Ehepaar Baechle engagierte sich über viele Jahre für den Förderverein Freunde des Museums Wiesbaden e.V.. 2005 startete Baechles Depotfrühschoppen. Bereits die erste Veranstaltung Maler aus dem Kreis um Wilhelm Leibl zeigte, dass sein Fokus als Sammler auf der Kunst des 19. Jahrhunderts lag. Gerne stellte er in seiner populären Reihe Überblicksthemen vor, die es dem Publikum ermöglichten, größere Zusammenhänge zu erfassen und ihr Wissen zu vertiefen. Dazu gehörten humorvoll aufgearbeitete Themen wie Die Kronberger Malerkolonie, Die Weimarer Malerschule, die Düsseldorfer Malerschule, Malerei der Rheinromantik, Biedermeiermalerei oder Moderne Skulpturen der Kaiserzeit. Das Besondere an den Veranstaltungen war, dass es Baechle nicht dabei beließ, Werke aus dem Depot zu thematisieren. Für ihn gehörte gehörte es auch immer dazu, ausgewählter Werke aus dem Depot zu präsentieren. Ein Ritual, welches sich schnell eingebürgert hatte, war es nach den Vorträgen, gemeinsam Kunst zu bestaunen und zu feiern. Friederike Baechle schmückte die Wandelhalle des Museums mit Blumen und schenkte selbst Wein aus, dessen Erlös der Kasse des Fördervereins zu Gute kam.

„Mit der Präsentation der Schenkung Jan und Friedericke Baechle gilt es, sich von einer liebgewonnenen Institution nun zu verabschieden. Die Zusammenarbeit mit ihnen war immer geprägt von einem großen gegenseitigen Vertrauen. Die Baechles sammelten immer autonom, ohne sich beeinflussen zu lassen. Mehrfach startete ich den Versuch, beide zum Erwerb einer Arbeit von Ludwig Knaus zu überreden – erfolglos. Im Nachhinein gut so, weil eine Sammlung authentisch sein muss.“ – Dr. Peter Forster, Kurator der Ausstellung „Exquisit“

Max Liebermann, Carl Morgenstein, Anton Burger, Heinrich Hasselhorst, Eugen Spiro, Hans Thoma –  die Liste der Künstler, von denen die Werke der Sammlung Baechle stammen, ist ebenso lang und wie eindrucksvoll. Viele der Künstler stammen aus dem Rhein-Main-Gebiet und haben die Region zum Zentrum ihres Schaffens gemacht. Zu den Hauptwerken zählen Hans Thomas Erinnerung an Orte von 1874 oder Wilhelm Trübners Unbekannte Dame nach rechts von 1882. Vor allem die Kronberger Malerkolonie bildet einen Schwerpunkt der Baechleschen Sammlung, die sich nahtlos in den bestehenden Museumsbestand einfügt. Die Werke der Sammlung reichen von der Romantik bis zum Realismus und zeugen von den gesellschaftlichen Veränderungen dieser Zeit und sind bis September in der Ausstellung Exquisit – Kunst des 19. Jahrhunderts vereint.

Zu Person Jan Baechle

Der Diplomvolkswirt ist 1940 in Madrid geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Friederike Baechle sammelte Jan Baechle die Kunst der Alten Meister. Das Interesse an der Kunst des 19. Jahrhunderts wurde schon in Baechles Kindheitstagen geprägt, eine Arbeit von Wilhelm Steinhausen ebnete ihm den Weg. Der Sammler ist eines der 300 Gründungsmitgliedern des Freundesvereins Freunde des Museums Wiesbaden e.V. und engagiert sich seit fast zwanzig Jahren im Kuratorium des Vereins. Gemeinsam mit seiner Friederike Baechle veranstaltete er ehrenamtlich die Programmreihe Depotfrühschoppen im Museum Wiesbaden. 2019 verstarb Friederike Baechle.

Foto oben Jan Baechle ©2017 Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

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Die offizielle Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

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