Häufig reicht der Niederschlag nicht aus. Pflanzen benötigen im Sommer regelmäßig Wasser – auch wenn es regnet. Nicht jeden Tag, aber ausgiebig.

Der Boden ist trocken. Die Pflanzen sind trotz guter Versorgung geschlaucht. Im Beratungsgarten des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) sind die Auswirkungen der langandauernden Trocken- und Hitzeperiode deutlich zu erkennen. Experten gehen davon aus, dass derartige Wetterereignisse im Zuge des Klimawandels zunehmen werden. Da hilft nur eine richtige Bewässerung.

Automatische Bewässerung

Von den Profis lernen – für die Landesgartenschau in Bad Schwalbach wurde bereits in der Planungsphase vorbeugend ein Bewässerungssystem berücksichtigt. Gerade jetzt kommt dies allen zugute. So befinden sich in vielen Bereichen automatische ober- und unterirdische Tropfbewässerungsschleifen sowie zahlreiche Schlauch- und Regneranschlüsse. Die Bewässerung der vielen Kübelpflanzen erfolgt teilweise mit nicht automatisch betriebenen Kapillarbewässerungssystemen, die ohne größeren technischen Aufwand von jedermann installiert werden können.

Pflanzen helfen dun Schutz geben

Die Probleme, die sich Dank guter Planung bei der Landesgartenschau verhindern ließen, plagen vielerorts nicht nur landwirtschaftliche Betriebe, sondern auch Garten- und Pflanzenfreunde. Damit Ihre Pflanzen im Garten oder auf Balkonien die Periode mit geringen Wasserangebot besser überstehen, geben die Berater des LLH Ihnen folgende Ratschläge:

Zeitpunkt – Bewässern Sie vorzugsweise vormittags. Der noch nicht aufgeheizte Boden kann zu dieser Zeit das meiste Wasser aufnehmen, ohne dass es zuvor verdunstet. Die Bewässerungsgänge sollten durchdringend sein und nicht nur oberflächlich.

Verdunstungsschutz – Mulchen Sie Pflanzflächen. Eine Mulchdecke reduziert den Wasserverlust des Bodens. Beachten Sie allerdings, dass nicht alle Pflanzen organische Mulchstoffe vertragen.

Bodenbearbeitung – Oberflächliches Lockern nicht gemulchter Flächen unterbricht die Bodenkapillaren und verhindert somit ebenfalls Wasserverluste. Gleichzeitig lassen sich damit mittels Bodenbearbeitung während der Trockenheit auf mechanischem Wege ideal eventuell vorhandene Unkräuter beseitigen, die dann, mit Ausnahme von Wurzelunkräutern, auf der Fläche verbleiben können.

Blattabwurf – Manche Bäume und Sträucher werfen bei Wassermangel von selbst Blätter und Früchte ab, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Manche Stauden welken und ziehen ein. Dies bedeutet nicht, dass die Pflanzen abgestorben sind.

Entlaubung – Andere Bäume, Sträucher oder Stauden welken, ohne dass sie es schaffen, Blätter, Blüten und Früchte vorsorglich abzuwerfen. Hier können eine Teilentlaubung sowie das Entfernen von Blüten und Früchten als unterstützende Maßnahme hilfreich sein.

Bedarfsgerecht – Mit Hilfe kapillar wirksamer Tonkegel, die über einen Glas- oder PET-Flaschenaufsatz verfügen, lässt sich insbesondere bei Kübelplanzen auf einfache Art eine gleichmäßige Wasserversorgung über mehrere Tage gewährleisten.

Genauso wichtig und hilfebedürftig wie die Pflanzenwelt ist die Tierwelt. Vergessen Sie daher bitte nicht, dass auch Vögel, Insekten und Kleintiere unter der Trockenheit leiden. Täglich neu befüllte Vogeltränken oder flache Wasserschalen helfen den Tieren ungemein weiter. Wer zu den oben stehenden Ratschlägen Fragen hat, kann sich gerne im Rahmen der Landesgartenschau in Bad Schwalbach noch bis zum 7. Oktober an die Experten mit dem grünen Daumen wenden.

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