Laubbäume sind wichtig für unser Klima und im Herbst durch die Blattfärbung allemal eine Pracht. Fällt Herbstlaub zu Boden, gilt Räum- und Streupflicht.

Im Herbst fällt nach und nach auf den Gehwegen, in Parkanlagen aber auch zu Hause im Garten und vor dem Haus viel Laub an. Liegen lassen ist nicht überall eine Option. In der Regel gilt: Das Laub muss weg. Auf Gehwegen, die an Privatgrundstücke grenzen, gilt Räum- und Streupflicht. Rutschen Passanten auf dem nassen Laub aus und verletzen sich, wird es teuer für den Hausbesitzer. Im Garten leidet der Rasen unter einer dichten Laubdecke.  Wohin aber mit den mühsam zusammengekehrten Blättern, wenn die Biotonne nicht ausreicht oder Lagerfläche und Komposter fehlen?

„Biotonnen sind schnell voll. Wer nun auf die zündende Idee kommt, das Laub einfach zu verbrennen, dem sei gesagt, dass dies nicht nur verboten ist, sondern auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringt. Blätter erzeugen aufgrund ihres hohen Wassergehaltes sehr viel Rauch und Gestank.“ – Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline

Restmüll- und Papiertonnen sind absolut tabu, um das Laub loszuwerden. In Wiesbaden gibt es Biotonnen, in die neben organischen Küchenabfällen auch das Herbstlaub gefüllt werden darf. Außerdem werden in manchen Ortsteilen dazu Grünschnittcontainer aufgestellt. Die Wiesbadener Entsorgungsbetriebe bieten darüber hinaus auch sogenannte Grünabfallsäcke  für 1,70 Euro an, die nach Abfallkalender zu der Biomülltionne gestellt werden können und dann auch mitgenommen werden. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau: Gesammeltes Laub kann auch selbst zum Wertstoffhof gebracht werden.

„Auch richtig trockenes Laub, sollte nicht verbrannt werden, da es gefährlich schnell brennt und sich ausbreitet. Das Abladen der Blätter im Wald ist ebenso strafbar und Sie könnten mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.“ – Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline

Die Entsorgung über Biotonnen und -säcke ist nicht grundsätzlich die beste Lösung, um die Blätterflut zu bewältigen. Gartenbesitzer haben die Möglichkeit, das Laub als Mulch und Nahrung im Beet liegen zu lassen. Das ist der umweltfreundlichste und klimaschützendste Umgang mit den Blättern. Wenn das Laub verrottet und sich somit auflöst, gibt es wertvolle Nährstoffe an den Boden ab. Der wichtige Stoffkreislauf wird nicht unterbrochen und die Nahrungsbeziehungen im Ökosystem Garten bleiben erhalten. Klimabelastende Transportwege entfallen völlig.

Grünschnittcontainer in Rambach

Die ELW stellen im Kirchweg (Parkplatz des Kerbeplatzes) einen Grünschnittcontainer auf. Der Container wird am Freitag, 28. Oktober, aufgestellt und am Freitag, 11. November, wieder abgeholt.
Damit die gesammelten Gartenabfälle entsprechend weiterverarbeitet werden können, wird darauf hingewiesen, dass nur Grünschnitt und Gartenabfälle in die aufgestellten Container gegeben werden dürfen.

Doch einfach liegen lassen?

Eine Blätterdecke bietet Pflanzen im Winter zudem Schutz vor Frost und sorgt für einen ausgeglichenen Bodenfeuchtehaushalt. Auch können Sie mit dem Laub den Tieren etwas Gutes tun. Sammeln Sie an einer windgeschützten Ecke ihres Gartens Blätter zusammen und bedecken Sie diese zusätzlich mit kleinen Ästen. Damit schaffen Sie ein perfektes Überwinterungsquartier für Kleintiere.

Ob man den Rasen vom Laub befreien sollte, wird unter Gärtnern diskutiert. Da Rasen immer weiterwächst benötigt er Licht und Sauerstoff. Die Aufnahme von beidem wird jedoch durch das aufliegende Laub behindert. Der Rasen leidet. Es kann zu Fäulnis und gelben Flecken kommen. Kehren Sie das Laub am besten vom Rasen auf die Beete und verteilen Sie es dort gleichmäßig. Zur Not geht es auf großen Rasenflächen, die nur dünn mit Laub bedeckt sind, auch mit einem Rasenmäher. Das Laub wird zerkleinert und im Auffangbehälter mit dem Rasenschnitt vermischt. Dieser kann dann über dem Beet entleert werden. Beachten Sie aber bitte, dass beim Mähen auch nützliche Tiere schaden nehmen können. Gerade für Igel, die ja im Laub Unterschlupf suchen, sind Rasenmäher dann und Mähroboter sowieso eine große Gefahr.

Nicht zuviel Laub in den Kompost geben

Sind die Beete bereits übervoll mit Blättern, bietet sich die Entsorgung im Kompostbehälter oder auf einem Komposthaufen an. Allerdings sollte der Anteil von Laub im Kompost nicht zu groß sein, da es viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff enthält. Auch ein selbst gebauter Laubkorb aus engmaschigem Drahtgeflechtzaun bietet sich als Kompostierbehälter an. Der darin entstandene Laubkompost eignet sich zum Beispiel gut für Erdbeeren und zur allgemeinen Bodenverbesserung.

Geeignete Hilfsmittel zum Kehren 

Kehren Sie das Laub im Garten oder vor dem Haus am besten mit einem Rechen aus Metall zusammen. Mit einem Greifkehrer lässt sich das Laub ohne ständiges Bücken mühelos aufsammeln. So sparen Sie Energie und halten sich nebenbei fit und gesund.

Leichter fällt zwar die Arbeit mithilfe eines Laubbläsers und Laubsaugers oder wie oben erwähnt mit einem Rasenmäher. Dies sollte aber überdacht werden. Freilich sind die Zeiten der lauten Verbrennungsmotoren vorbei und es gibt moderne Akkugeräte, aber eine Geräuschbelästigung bleibt. Zudem benötigen die Geräte Energie. Ein Laubbläser pustet in Orkanstärke nicht nur Blätter und Äste weg, sondern auch Tiere. Mäuse und Jungigel werden förmlich durch die Luft geschleudert.

Laubsauger schaden nicht minder der Tierwelt, denn der Sauger saugt nicht nur tote Materie an. Da im Inneren das Gesaugte gleich geschreddert wird, werden dabei auch viele nützliche Tiere, die im Laub Unterschlupf gesucht haben, zerhäckselt. Sie sollten auch hier an den hohen Lärmpegel solcher Geräte denken.

Foto oben ©2022 Volker Watschounek

Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Südost lesen Sie hier.

Die Internetseite mit dem Wiesbadener Abfallkalender finden Sie unter www.elw.de.

 

Advertisement

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!