Glatteis: Mehr als 200 Einsätze, Löschfahrzeug werden zu als Rettungswagen, Arbeiter kommen nicht zum Dienst, der Sternschnuppenmarkt öffnet später.

In der Nacht von Sonntag auf Montag legte gefrierender Regen mit einsetzendem Glatteis den Verkehr im gesamten Rhein-Main-Gebiet lahm. So ernst die Lage anfangs auch war, führte das teilweise zu kuriosen Bildern. Mancherorts sollen sich die Feuerwehr von A nach B sitzend fortbewegt haben. Ob das auch in Wiesbaden zu beobachten war, ist nicht bekannt.
In der Landeshauptstadt nahmen sich unmittelbar Rettungsdienste und zum Teil bereits am Sonntagabend ab 22:00 Uhr, die Feuerwehr, die Entsorgungsbetriebe ELW und weitere Kräfte der ernsten Lage an – auch wenn in den frühen Morgenstunden zeitweise der Notruf ausgefallen war. Nichts geht mehr, meldete auch ESWE Verkehr. Der Busverkehr musste vorrübergehend eingestellt werden. Verschiedene städtische  Einrichtungen wurden geschlossen oder öffneten später als gewohnt: etwa der Sternschnuppenmarkt.

200 Einsätze

Rettungsdienst und Feuerwehr waren in Wiesbaden seit dem frühen Vormittag stark durch Einsätze im Zusammenhang mit der Wetterlage gefordert. Bis 12:00 Uhr bearbeitete der Rettungsdienstes etwa 200 Einsätze, davon über 170 mit Bezug zur Wetterlage. Hierzu gehörten insbesondere Verstauchungen, Knochenbrüche oder Platzwunden durch Stürze. Zum Vergleich: An einem normalen Werktag sind bis 12 Uhr in der Regel etwa  80 Einsätze abzuarbeiten. Die Zentrale Leitstelle wurde personell verstärkt, um zusätzliche Abfrage- und Dispositionskapazitäten zu schaffen

Sie haben nicht lange diskutiert und abgewartet. Wenn Not an Mann und Fahrzeug herrscht, können Einsatzfahrzeuge schon mal andere Fahrten übernehmen.

Bedingt durch die hohe Auslastung waren die Rettungswagen der Hilfsorganisationen fast ununterbrochen im Einsatz. Einige Fahrzeuge konnten nicht rechtzeitig in Dienst gehen. Die Besatzungen konnten ihre Arbeitsstelle aufgrund der Straßenverhältnisse nicht erreichen. Zusätzlich  wurden deshalb Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr als First Responder bei medizinischen Notfällen eingesetzt. In einem Fall wurde der Transport in ein Krankenhaus mit dem Löschfahrzeug durchgeführt, da ein freier Rettungswagen absehbar nicht zur Verfügung stand. Außerdem konnten mit Unterstützung von Notfallsanitätern der Berufsfeuerwehr zusätzliche Rettungswagen der Hilfsorganisationen in Dienst genommen werden. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten sich bereits in der Nacht auf die angekündigte Unwetterlage vorbereitet und einzelne Fahrzeuge mit Schneeketten ausgestattet, so dass auch Einsatzstellen an stark vereisten Straßen erreicht werden konnten.

„Der Winterdienst geschieht nach Prioritäten, die mit der Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdiensten sowie ESWE-Verkehr abgestimmt sind.“ – Frank Fischer

Der Winterdienst der ELW war seit Sonntag, 22 Uhr, im Einsatz. Zwei Winterdienstfahrzeuge haben bis Montag, 2 Uhr, vorgestreut. Seit 2 Uhr waren 21 Räum- und Streufahrzeuge unterwegs. Sie fuhren die A-Pläne ab, das heißt die Hauptverkehrsadern, Bustrecken und Zufahrten zu Krankenhäusern, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei. Teilweise mussten die Pläne bis zu dreimal abgefahren werden, da es in einigen Stadtteilen und Vororten immer wieder Glätte auf der Straße durch frierenden Regen gab. Seit etwa 12 Uhr ist ein Teil der Räum- und Streufahrzeuge in den B-Plänen unterwegs, das sind Steilstrecken ohne Busverkehr. Teilweise fahren die Fahrzeuge noch A-Pläne ab, wo es Meldungen über eisglatte Fahrbahnen gab. C-Pläne, das heißt reine Wohnstraßen werden aktuell nicht angefahren.

„Wir können wegen den Auswirkungen des Wetters am Montag nicht alle Touren komplett fahren. Alles, was heute nicht geleert werden kann, wird in den nächsten Tagen nachgeholt. Das gilt auch für Sperrmülltermine.“ –  Frank Fischer.

Die Müllabfuhr konnten wegen des Wetters, obwohl die Mitarbeiter vor Ort waren, nicht wie gewohnt um 6 Uhr starten. Die Müllabfuhr benötigt nicht nur gestreute Straßen, sondern auch gestreute Gehwege. Um 6 Uhr waren die meisten Gehwege jedoch noch nicht gestreut. Dafür sind die jeweiligen Grundstückseigentümer verantwortlich. Seit etwa 10 Uhr ist die Müllabfuhr im Einsatz und leert überall dort die Tonnen, wo es möglich ist, also Straßen befahrbar sind und die Gehwege sowie Zugänge zu Abfallbehälterstandplätzen gestreut sind.

Wie gemeldet

Auch bei der Verkehrspolizei kam es zu erheblichen Einschränkungen, da viele Mitarbeiter die Dienststelle nicht erreichen konnten. Die Fußstreifen in der Parkraumüberwachung mussten vormittags wegen Glätte ausgesetzt werden, da insbesondere Gehwege noch nicht gestreut waren. Wiesbadens Mobilitätsdienstleister ESWE Verkehr musste wegen des Glatteises am Montagmorgen den Busbetrieb vorrübergehend einstellen. Zwischen 3.00 und 6.30 Uhr konnten keine ESWE-Busse ausrücken. Seit 6.30 Uhr konnten dank des Einsatzes der Streudienste die ersten Fahrzeuge den Betrieb wieder aufnehmen“, fasst ESWE-Verkehr-Pressesprecher Micha Spannaus die morgendliche Lage zusammen.

Wegen des Wetters mussten weitere Einrichtungen vormittags schließen, unter anderem die Friedhöhe. Der Sternschnuppenmarkt auf dem Schlossplatz, der Kindersternschnuppenmarkt auf dem Luisenplatz und die Winterstubb auf dem Mauritiusplatz bleiben bis 15 Uhr geschlossen. Aufgrund der aktuellen Situation sind außerdem alle Sportplätze in Wiesbaden bis auf weiteres gesperrt. Die Stadtpolizei und das Ordnungsamt waren wie gewohnt im Einsatz.

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