Hessen und Wiesbaden stemmen sich gegen den Bundestrend. Steigt die Zahl der Arbeitslosen global gesehen, verhält sie sich in der Region moderat: saisonüblich eben.

Der Schein trügt. Gerade was den Nachwuchs betrifft sieht es nicht rosig aus. Die Agentur für Arbeit verzeichnet in Wiesbaden mehr jüngere Arbeitslose. Im Februar 2021 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 17412 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III) sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 215 Personen, im Rechtskreis SGB II stieg die Arbeitslosigkeit mit 96 Personen leicht an. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Februar 2021 in beiden Rechtskreisen 3864 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, ein Anstieg um +28,5 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden hat sich im Vormonatsvergleich leicht rückläufig entwickelt. Auch der Anstieg beim Stellenzugang zeigt, dass wieder mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt kommt, die ersten Anzeichen für eine beginnende Frühjahrsbelebung sind zu erkennen.“ – Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden

Die Betrachtung der beiden Rechtskreise zeigt eine unterschiedliche Entwicklung. Im Rechtskreis SGB III waren gegenüber dem Vorjahr 1951 Menschen mehr ohne Arbeit (+44,8 Prozent), im Rechtskreis SGB II waren es 1.913 Menschen mehr (+20,8 Prozent).  Die Arbeitslosenquote für Februar 2021 liegt bei 6,8 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um -0,1 Prozentpunkte, gegenüber dem Vorjahresmonat ein Anstieg um +1,5 Prozentpunkte.

„Im Blick behalten sollten wir allerdings die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren. Insbesondere im Hinblick auf spürbare Fachkräfteengpässe benötigen unsere Nachwuchskräfte nach der Ausbildung ihrem Qualifikationsniveau entsprechende Einstiegmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt.“ – Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden

Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Wiesbaden sank gegenüber dem Vorquartal um -1,3 Prozent. 183039 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte waren am 30.06.2020 im Agenturbezirk Wiesbaden tätig. Dies waren 305 Beschäftigungsverhältnisse weniger als ein Jahr zuvor (-0,2 Prozent).

„Unternehmen sollten trotz der Corona-Krise auch ihre Ausbildungsplätze weiterhin besetzten, um ihren Fachkräftebedarf längerfristig zu sichern. Die Probleme durch Fachkräfteengpässe bestehen unabhängig von der aktuellen Krise und werden auch nach deren Überwindung eine Herausforderung für die Betriebe bleiben.“ – Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden

In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren 12519 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 8,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Arbeitslosenzahl insgesamt um 2940 Personen (+30,7 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III im Februar 2021 um 127 Personen, im Rechtskreis SGB II stieg die Arbeitslosigkeit um 122 Personen. Im Bereich des Rechtskreises SGB II waren im Vorjahresvergleich 1581 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+22,6 Prozent), im Rechtskreis SGB III waren es 1359 Menschen mehr (+52,9 Prozent).

Rheingau-Taunus-Kreis:

Im Rheingau-Taunus-Kreis waren 4.893 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Februar betrug 4,9 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um -0,1 Prozentpunkte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 924 Personen (+23,3 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat waren im Rechtskreis SGB III 88 Personen weniger arbeitslos (-3,6 Prozent). Innerhalb des Rechtskreises SGB II sank die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum leicht um 26 Personen (-1,0 Prozent).

Für den Bereich des Rechtskreises SGB II ergibt sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 332 Personen (+15,2 Prozent). Im Bereich des Rechtskreises SGB III waren es 592 Personen mehr (+33,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Zu- und Abgang (Rechtskreise SGB II und SGB III):

Im Februar 2021 wurden im Agenturbezirk 2601 Eintritte in und 2.709 Abgänge aus Arbeitslosigkeit registriert. Damit sank der Zugang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 143 Personen oder -5,2 Prozent. Der Abgang aus Arbeitslosigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 198 Personen (-6,8 Prozent).

Entwicklung Gemeldeter Stellen (Rechtskreis SGB III):

Der Arbeitsagentur Wiesbaden wurden im Februar 785 freie Stellen gemeldet. Dies sind 194 Stellen mehr (+32,8 Prozent) gegenüber dem Vormonat und 107 Stellen weniger (-12,0 Prozent) als vor einem Jahr. Mit 2280 gemeldeten offenen Stellen ist der Bestand im Vorjahresvergleich um 634 Stellen kleiner (-21,8 Prozent).

Anzeigen zur Kurzarbeit:

Von März 2020 bis Januar 2021 gingen in der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 6.285 Anzeigen zur Kurzarbeit für 62499 Personen ein.

Im Februar 2021 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur 259 Kurzarbeitsanzeigen für 3070 Personen ein.

Kurzarbeit in Wiesbaden

Der Agentur für Arbeit liegen inzwischen Daten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit bis einschließlich Oktober vor. Im Oktober 2020 haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden 9191 Personen tatsächlich kurzgearbeitet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten („Kurzarbeiter-Quote“) betrug 5,0 Prozent.

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Die offizielle Internetseite der Agentur für Arbeit in Wiesbaden finden Sie unter www.arbeitsagentur.de.

 

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