Die Investitionen für Wiesbadens Bildungslandschaft gehen weiter. Die Landeshauptstadt investiert rund 55 Millionen Euro für zwei neue Gymnasien.

Der Magistrat hat in seiner Sitzung am 29. Januar die Sitzungsvorlage für ein weiteres Wiesbadener Gymnasium in den Beratungslauf gegeben. Überraschend, aber städtebaulich geschickt, werden gleich zwei Standorte geplant. Dies führt dazu, dass mit entsprechender zeitlicher Versetzung dem steigenden Bedarf an Gymnasialplätzen in Wiesbaden entsprochen werden kann und ein weiteres neues Gymnasium zum Schuljahr 2026/2027 in Betrieb gehen könnte, so Schuldezernent Axel Imholz.

Standort Dotzheim

An der Stegerwaldstraße in Dotzheim steht ein städtisches Grundstück unterhalb des Neubaus der HSK zur Verfügung, von dem eine Teilfläche von maximal 20.000 Quadratmetern für den Neubau eines Gymnasiums inklusive einer Zwei-Feld-Turnhalle zur Verfügung gestellt werden kann.

Standort Kastel

Im Bereich Kastel-Housing befindet sich die benötigte Grundstücksfläche noch im Besitz des Bundes und wird derzeit noch von den amerikanischen Streitkräften genutzt. Die Verhandlungen zum Ankauf der Flächen sind im Gange. Auf dem Areal soll zusätzlich eine Vier-Feld-Sporthalle geplant werden, die von der bestehenden Grundschule und dem neuen Gymnasium gemeinsam genutzt werden soll.

„Beide Standorte bieten die Möglichkeit der wohnortnahen Versorgung mit Gymnasialplätzen. Sowohl im westlichen Teil der Stadt, wie auch im südöstlichen Teil der Stadt ist bisher kein Gymnasium vorhanden“, stellt Schuldezernent Imholz zur Standortfrage klar

Die Stadt geht momentan auf Basis der Baukosten in 2017/2018 von einem groben Kostenvolumen in Höhe 36 Millionen Euro für ein fünf-zügiges Gymnasium, drei bis vier Millionen Euro für die Einrichtung eines fünf-zügigen-Gymnasiums, 6,5 Millionen Euro für eine Zwei-Feld-Turnhalle und zwölf Millionen Euro für eine Vier-Feld-Sporthalle aus. Dabei handelt es sich um Mindestwerte, die durch die momentan steigenden Baupreise im tatsächlichen Bauzeitraum auch deutlich höher sein können, so Imholz.

Aktuelle Pläne

Um ein erstes neues Gymnasium zum Schuljahr 2023/24 beziehen zu können, ist der Start in die Planung umgehend erforderlich. Die Entscheidung für den Standort des ersten neuen Gymnasiums soll nach Vorliegen erster Planungen für beide Gymnasien spätestens bis zum 30. Juni 2019 getroffen werden. Für den Vorlaufbetrieb des ersten neuen Gymnasiums werden ab dem Schuljahr 2020/21 mobile Raumeinheiten genutzt.

„Mit dem Start des Schulbetriebs zum Schuljahr 2020/2021 in einem mobilen Raumsystem wird sichergestellt, dass die Nachfrage nach Gymnasialplätzen in Wiesbaden abgedeckt werden kann.“ – Axel Imholz, Schuldezernent

Die Planungen für das zweite Gymnasium werden nach der Entscheidung über den Standort für das erste Gymnasium ausgesetzt und im Jahre 2023 wieder aufgenommen. Die frühe Festlegung auf das Areal Kastel-Housing als Standort für ein Gymnasium ermögliche die frühzeitige Einbindung in die dort anstehende weitere städtebauliche Planung, so Imholz weiter.

Für den Standort in Dotzheim muss die Anbindung an den ÖPNV optimiert werden. Dies betrifft insbesondere die Taktung zum Schulbeginn und –ende sowie den Einsatz von Schulbussen, die den Standort direkter anfahren. Ein entsprechender Auftrag an das Verkehrsdezernat wird ebenfalls erteilt.

Die Festlegung welche pädagogische Ausrichtung die neuen Gymnasien jeweils haben sollen, wird von einem Planungsteam des Staatlichen Schulamtes in Verbindung mit dem Schulträger festgelegt.

„Die beiden zuständigen Ortsbeiräte werden nun gebeten, sich auf Namenssuche zu begeben.“ – Axel Imholz, Schuldezernent

Da das erste neue Gymnasium ab dem Schuljahr 2020/21 seinen Vorlaufbetrieb aufnehmen soll und damit ab Herbst 2019 in den „Werbeveranstaltungen“ für die Eltern der 4. Klassen mit seinem Angebot werben muss, ist es unbedingt erforderlich, dass das Gymnasium einen Namen hat.

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