Auch wenn der Geschäftsklimaindex leicht gefallen ist, bewegt er sich mit 130 Punkten auf einem sehr hohen Niveau. Sorge bereitet alleine der Fachkräftemangel.

Zurückhaltung und Optimismus reichen sich die Hand. Wiesbadens Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage hervorragend. Dennoch wollen die Unternehmen in Wiesbaden, dem Rheingau-Taunus-Kreis und in Hochheim in diesem Jahr eutlich weniger investieren und auch weniger neue Mitarbeiter einstellen heißt es aus der Zentrale der IHK. Ungeachtet davon ist für 2019 nach deutlichen Exportrückgängen im vergangenen Jahr wieder mit Leichten Zuwächsen zu rechnen. Die Erwartungen wurden durch die IHK-Konjunkturumfrage leicht nach oben korrigiert.

„Das vergangene Jahr lief gut für die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Wiesbaden. In das neue Jahr blicken sie verhalten optimistisch.“ – Dr. Florian Steidl, Chefvolkswirt der IHK Wiesbaden

Der Geschäftsklimaindex in der Wirtschaftsregion Wiesbaden ist mit 130 Zählern auch zu Jahresbeginn immer noch überdurchschnittlich – im Vergleich zur letzten Erhebung ist er zwar um sechs Punkte gefallen. Er bewegt sich aber 11 Punkte über dem hessischen Durchschnitt von 119 Punkten.
Ein Indexwert über 100 Punkten signalisiert einen positiven Wachstumsimpuls. Der Geschäftsklimaindex ist ein Gradmesser für die regionale Wirtschaftsentwicklung und errechnet sich aus den Einschätzungen zur derzeitigen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen.

„Die Gründe für die Zurückhaltung zu Jahresbeginn  liegen in außenwirtschaftlichen Risiken wie dem Zollstreit zwischen China und den USA, dem sich abschwächenden Wachstum in China und dem drohenden harten Brexit.“ Dr. Florian Steidl, Chefvolkswirt der IHK Wiesbaden

Für die kommenden zwölf Monate hegt rund ein Viertel der Unternehmen positive Geschäftserwartungen (-1 Prozentpunkt gegenüber der Umfrage im Herbst 2018). 12 Prozent der Betriebe rechnen mit schlechteren (+8 Punkte) und 64 Prozent mit gleichbleibenden Aussichten (-7 Punkte). Der Saldo aus guten und schlechten Erwartungen geht deutlich um 9 auf 12 Punkte zurück.

Investitionspläne

Während sich die Geschäftserwartungen auf einen Zwölf-Monats-Horizont beziehen, bilden die Investitionspläne den Zustand der Wirtschaft in den kommenden Jahren ab. Die Investitionsdynamik ist bereits seit Frühsommer 2018 rückläufig. Im Jahr 2019 will immerhin noch rund ein Drittel der Unternehmen die Investitionsbudgets steigern (-4 Punkte gegenüber Herbst 2018). 16 Prozent planen, Investitionen zu kürzen (+7 Punkte). Der Saldo sinkt deutlich um 9 auf 16 Punkte.

31 Prozent der Unternehmen, die im Ausland investieren, wollen 2019 ihre Investitionen dort steigern. 10 Prozent wollen die Auslandsinvestitionen verringern und 59 Prozent nicht verändern. Insgesamt werden sie auf gleichem Niveau wachsen wie im vergangenen Jahr. Die globalen Handelskonflikte führen bei 85 Prozent der Unternehmen nicht zur Zurückhaltung bei Investitionen. Die Bedeutung der Eurozone für Auslandsinvestitionen nimmt gegenüber dem Rest der Welt deutlich zu.

Beschäftigungszuwachs

Der Beschäftigungszuwachs bei den Unternehmen wird sich in den kommenden 12 Monaten verlangsamen, vor allem in der Industrie und im Dienstleistungsbereich. 21 Prozent der Unternehmen planen die Vergrößerung ihrer Belegschaft (-6 Punkte), 7 Prozent wollen Stellen abbauen (+1 Punkt). 72 Prozent planen keine quantitative Veränderung im Personalbestand. Der Saldo aus steigender und fallender Beschäftigung geht um 7 Punkte auf 14 Prozentpunkte zurück.

Fachkräftemangel

Als Top-Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung nennen Unternehmen abermals den Fachkräftemangel. Er wird von 55 Prozent der Betriebe als Risiko wahrgenommen. Vor einem Jahr waren es 58 Prozent, zuletzt im Herbst 64 Prozent. „Nachdem der Fachkräftemangel seit gut drei Jahren als wirtschaftliches Risiko kontinuierlich bedeutender wurde, wird der Wert nun erstmals wieder etwas abgeschwächt. Ein Grund zum Aufatmen ist das nicht – das Risiko wird weiterhin sehr hoch eingeschätzt“, sagt Steidl.

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