Gleich mehrere Wiesbadener erhielten in den vergangenen Tagen Anrufe von Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten ausgaben.

Update: 9. April 2021: Trickbetrüger sind weiterhin aktiv, und Senioren werden pfiffiger

Mit ganz unterschiedlichen Tricks haben in den letzten Tagen wieder Anrufer versucht, die Angerufenen um hohe Geldbeträge zu bringen. Am Donnerstag rief wieder die „Enkelin“ erst ausgesuchten Opfers und dann einen Arzt in einem Klinikums an. Die Enkelin erklärte dem Opfer, dass sie einen schweren Verkehrsunfall gehabt habe und nun 22000 Euro Bargeld für die Reparatur ihres Fahrzeuges benötige. Sie beabsichtige in einigen Stunden an der Wohnanschrift der 86-jährigen Angerufenen zu erscheinen und das Geld in Empfang zu nehmen. Nach dem Anruf erfolgte keine weitere Kontaktaufnahme und es erschien niemand an der Wohnadresse. In einem weiteren Fall meldete sich ein Betrüger bei einem 82-Jährigen und gab sich als Arzt aus. Er berichtete, dass die Tochter des Angerufenen mit einer schweren Infektion im Krankenhaus liege und ein spezielle Medikament bräuchte, welches es nur in „Amerika“ gäbe. Da die Krankenkasse dies nicht erstatten würde, wollte der Arzt nun wissen, ob das ausgesuchte Opfer bereit sei die Kosten zu übernehmen. Der 82-Jährige roch den Braten, erbat sich jedoch Bedenkzeit und gab an den „Arzt“ zurückrufen zu wollen. Dieser war mit dessen Antwort natürlich nicht einverstanden und wollte das Opfer nun mit dem Satz „Ich rufe Sie dann an, wenn ihre Tochter gestorben ist!“ aus der Reserve locken. Nun schenkte der aufmerksame Senior dem Telefonbetrüger reinen Wein ein und entgegnete, dass er gar keine Tochter habe.

Update: 7. April 2021: Betrüger am Telefon versuchen es weiter

Wie in den vergangenen Tagen kam es auch am Mittwoch wieder im Wiesbadener Stadtgebiet zu verschiedenen betrügerischen Anrufen. Mit frei erfundenen Geschichten versuchten die Anrufer das Vertrauen der Senioren zu gewinnen, um so an ihr Bargeld und ihre Wertgegenstände zu kommen. Soweit bekannt ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen, weil Wiesbadens Bürger wachsam waren und so bereits die Anbahnung scheiterte.
Eine Wiesbadenerin gab vor, ihre Enkelin Karin erkannt zu haben, obwohl diese gar nicht existiert. Die Betrüger am Telefon sprangen darauf an und Karin schilderte ihre Geldnot. Im weiteren Verlauf legte die Seniorin einfach auf. Auflegen ist hier die beste und richtige Lösung, um die Unbekannten am Telefon loszuwerden.

Wiesbaden: Betrüger am Telefon: Lügengeschichten

In den allermeisten Fällen schilderten die Täter, dass die Angerufenen in  Gefahr seien und ein Einbruch bevorstehe. Um die Wertgegenstände zu sichern, könne man diese der Polizei übergeben. Oftmals wird die  Geschichte noch um eine Episode erweitert: auch auf dem Bankkonto sei das Vermögen in Gefahr, es habe ein Hackerangriff auf die Bank stattgefunden. Also müsse nun auch noch das Geld von der Bank abgehoben und ebenfalls „der Polizei“ übergeben werden.

“Es liegt eine Verfügung der Staatsanwaltschaft Berlin vor, demzufolge Ihr Konto bald gepfändet wird.“ – mögliches Szenario

In der Hoffnung das Richtige zu tun, wird genau die falsche Entscheidung getroffen. Sämtliche Vermögensbestände werden an die Betrüger ausgehändigt. Bei den aktuellen Anrufen hatten sich Betrüger auch als Mitarbeiter der Hausbank der Angerufenen ausgegeben. Es sei eine  „Verfügung“ der Staatsanwaltschaft Berlin eingegangen, welche vielleicht zur Pfändung des Kontos führen könne. Aus diesem Grund sollten die angerufenen Personen am Telefon den Kontostand  übermitteln.

Betrug

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen! Die Polizei ruft nicht bei Ihnen an und  verlangt auch nicht nach Wertgegenständen oder Bargeld. Und ihre  Hausbank fragt sie keinesfalls am Telefon nach ihrem Kontostand. Dies wird niemals passieren!

Broschüre „Sicher leben“

Betrug, Computer-/Internetkriminalität, Diebstahl, Enkeltrick, Gewinnversprechen, Haustürgeschäfte, Opferschutz, Raub/Erpressung, sonstiger Betrug, Taschendiebstahl, Trickdiebstahl, Zivilcourage. Die Polizei hilft Ihnen bei Fragen zu den vorgenannten Themen gerne weiter. Darüber hinaus informiert die Polizei auf Ihrer Internetseite www.polizei-beratung.de ausführlich über die Maschen der Täter.

Empfehlenswert ist hier der Ratgeber „Sicher leben“. Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen ältere Menschen in besonderer Weise ausgesetzt sind, und gibt Tipps zum wirksamen Schutz vor solchen Straftaten. Sie erläutert Gefahren an der Haustür und damit verbundene Diebstahlsdelikte sowie Gefahren am Telefon.

Foto: ©2018 ND Strupler / CC-BY-SA 2.0 / Flickr

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Eine offizielle Internetseite der Polizei Hessen mit Betrugsmaschen finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

 

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