Über 100 Eifeltürme. In den Anfangsjahren war Gerd Käfer überall in Wiesbaden und München auf der Jagd nach den Eifeltürmen. Dann kamen Autogrammkarten dazu.

Das Lambertus ist leer geräumt. Der Boden abgeschliffen. Die Wände kahl. Wer Platz nehmen und in Erinnerungen  schwelgen möchte, muss sich bis nach Ostern gedulden. Nicht ganz. Während das französische Bistro im Kurhaus ein neues Gesicht bekommt, steht das Interieur aus Käfers und Kuflers Zeiten zum Verkauf. Anfang Februar hat der neue Pächter die vielen Bilder, Postkarte und Parfüm-Flacons akribisch eingesammelt und inventarisiert: 125 Autogrammkarten, 103 kleine Bilder, 37 mittelgroße und 8 große Bilder, für die mancher sicher erst einmal die passende Wand finden muss. Bilder, die Geschichte geschrieben haben. Bilder, die nach dem Vorbild des Journals, einem Restaurant für Studenten in Bayern, dem Lambertus ein unverwechselbares Flair eingehaucht haben. Bilder, die in den ersten Jahren von Gerd Käfer und seiner Crew aus Zeitschriften, Büchern und sonstigen Druckerzeugnissen in Wiesbaden zusammengetragen wurden. Massenware, doch gerahmt und exponiert angebracht, jedes für sich ein Unikat. Und viele davon mit Anekdoten gespickt.

„Es geht nicht um den Wert an sich, es geht um den ideellen Wert. Ih persönlich werde mir auch etwas davon zu Hause oder im Büro davon aufhängen. Es ist ein Stück Geschichte, 30 Jahre Kurhaus. wo viele Menschen essen gegangen sind, wo sich Menschen kennengelernt haben.“ – Valeska Benner, neue Pächterin

Da ist etwa das Bild mit der Aufschrift J’taime. Ein Paar hat sich darunter vor etwa 30 Jahren kennengelernt, erzählt Valeska Benner. Es wird erzählt, dass die Frau von damals mit ihrem Mann und Kindern Jahre später ins Lambertus gekommen sei und gefragt habe, ob sie von dem Bild ein Foto machen dürfe. Danach habe sie das Bild auf Leinwand gebannt und ihrem Mann zum Hochzeitstag geschenkt.

„Blick nach vorne: Wir machen auf, wenn wir wieder öffnen dürfen. Ich denke, irgendwann im Aprill. Bis dahin werden wir unten im noch Lambertus fertig werden und alles renoviert haben.“ – Valeska Benner, neue Pächterin

Auch die vielen Post- und Autogrammkarten wecken bei dem einen oder anderen Begehrlichkeiten. Alle stammen aus einer Zeit, in der Porträts in schwarz-weiß einfach schicker aussahen und der Farbdruck einfach unerhört teuerer war – oder aber nicht möglich waren. Da haben sich früher viele Gäste gefragt, ob die Stars denn wirklich im Lambertus gewesen seien, erzählt Benner. Natürlich nicht! Fast alle Autogrammkarten habe ein Sammler gespendet, als er seine Sammlung aufgelöst hat. Gerd Käfer war fand das toll und baute seine Idee von der Studentenkneipe für Erwachsene weiter aus.

„Bei den Eifeltürmen ging es Käfer nur um das Bild. Zeitschriften, Zeitungen, Bücher … er hat viel gekauft, Bilder ausgeschnitten, gerahmt und aufgehängt. Das drumherum war dann Altpapier und unwichtig.“ – Valeska Benner, neue Pächterin

Immer wieder wurden freie Flächen mit neuen Bildern, Postkarten oder eben Autogrammkarten bestückt. Stammgäste werden sich daran erinnern, wie sie immer wieder Neues entdeckt haben und in dem Bistro eingetaucht sind, in ein Stück Frankreich in Hessen, ein Stück Frankreich in Wiesbaden. Und genau darum geht es: um ein Stück Frankreich für zu Hause. Ein kleines Erinnerungsstück an das Käfers/das Lambertus, dass so nicht mehr geben wird. Eine Erinnerung an ihre Geschichte. Ein Stück … Die Autogrammkarten im Set, die Bilder und Flacons in drei Kategorien. Alles muss raus. Alles ist zu schade, um es im Keller verstauben zu lassen.

„Unser Ziel ist es nicht große Summen zu erwirtschaften. Für viele haben die Bilder und Flacons einen ideellen Wert. Wir möchten jedem die Gelegenheit geben, sich ein Stück Vergangenheit und Erinnerung zu günstig bewahren.“ – Valeska Benner, neue Pächterin

Alles wird noch bis Sonnatgabend über eine Stille Auktion üner die Internetseite kurhaus-gastronomie.de versteigert. Schauen Sie doch mal rein, ob Sie ihr Lieblingsstück finden. Bieten Sie mit. Das Mitmachen ist ganz einfach: Nummer notieren, die Nummer mit einem Gebot in eine Mail schreiben und diese  bis 28. Februar an info@kurhaus-gastronomie.de schicken. Der Höchstbietende bekommt den Zuschlag und wird in der Zeit vom 1 bis 7. März darüber informiert und ein Termin zur Abholung vereinbart. Die Bezahlung erfolgt vor Ort in Bar oder mit Karte.
Auch das was jetzt noch nicht auf der Webseite eingestellt ist, wird verkauft. Da es sich hierbei um höher wertige Bilder und Fotografien handelt, darunter Unikate, wird es dazu ein anderes Format geben. Wer gezielt Interesse hat, kann uns aber auch gerne schon jetzt ansprechen.

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Die offizielle Internetseite der Versteigerung finden Sie unter kurhaus-gastronomie.de.

 

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