Die Regel sagt von O bis O. Jedes Jahr im Herbst tauschen Millionen von Menschen ihre Sommerreifen gegen Winterreifen. Einige streichen sich den Ersten als Stichtag  für den Reifenwechsel im Kalender an.

Das der Tag Rot im Kalender markiert wird, ist kein Wunder, denn Winterreifen stehen für mehr Sicherheit bei nassen, verschneiten und glatten Straßen. Doch während rund um den Wechsel zum Winter recht viel Aufmerksamkeit herrscht, wird deutlich weniger direkt und häufig darüber gesprochen, wann und ob es Zeit wird, wieder auf Sommerreifen umzustellen. Das kann gefährliche Folgen haben, denn auch Sommerreifen sind notwendig.

Reifenwechsel in der Werkstatt

Reifenwechsel in der Werkstatt. Nachziehen mit dem Drehmomentschlüssel. Mylene2401 ©2021 Pixabay

Sommerreifen: Das sind die vielen Vorteile

Sommerreifen haben eine andere Gummimischung als Winterreifen. Die härtere Zusammensetzung sorgt dafür, dass sie auch bei hohen Temperaturen beständig und somit sicher bleiben. Sie haben außerdem weniger Lamellen als Winterreifen und größere Profilblöcke – das ist vor allem bei schwierigem Untergrund und beim Bremsen extrem wichtig, um die Kontrolle über den Wagen zu behalten. Stabilität erhalten Sommerreifen dadurch, dass sie ein weniger tiefes Profil haben. Im Winter ist eine höhere Profiltiefe wichtig, um Griffigkeit zu garantieren. Im Sommer sorgen wiederum die weniger tiefen Profile dafür, dass höhere Geschwindigkeiten problemlos erreichbar und sicher sind.

Durch ihre Gestaltung und Zusammensetzung sind Sommerreifen sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen die beste Wahl. Auch bei wechselnden Umständen ist das wichtig, denn Sommerreifen sind eher gegen das sogenannte Aquaplaning (das hauptsächlich im Sommer auftritt) gewappnet als Winterreifen.

Mit Sommerreifen hat ein Wagen in den warmen Monaten:

  • mehr Agilität
  • eine bessere Reaktionsfähigkeit
  • weniger Lärmerzeugung
  • besseres Bremsverhalten
  • weniger Kraftstoffverbrauch

Die Empfehlung von Fahrsicherheitsexperten lautet daher ganz klar: Im Sommer sollte jedes Auto mit Sommerreifen fahren und im Winter mit Winterreifen. Die dadurch entstehenden Mehrkosten sollten gegen die ansonsten entstehenden Risiken abgewogen werden – dann ist das Ergebnis eindeutig, dass sich Sommerreifen lohnen.

Was ist beim Kauf von Sommerreifen zu beachten?

Autoreifen müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Wann genau es so weit ist, hängt vom Fahrverhalten, Fahrzeugtyp und Witterungsbedingungen ab. In Deutschland gilt: Reifen müssen ein Profil von mindestens 1,6 Millimetern haben. Wer mit Reifen ohne die entsprechende Profiltiefe erwischt wird, der wird mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg bedacht. Ein einfacher Test kann mit einer 1 Euro Münze gemacht werden: Die Münze wird in das Profil gesteckt und solange der Goldrand unten nicht zu erkennen ist, ist definitiv genug Profil vorhanden.

Beim Kauf von Sommerreifen gibt es auch einiges zu beachten. Zum Beispiel, dass die Reifen möglichst neu beziehungsweise jung sein sollten. Wer ganz neu kauft, hat dieses Problem natürlich nicht. Wer allerdings gebrauchte Reifen kaufen möchte, um Geld zu sparen, sollte vorher genau in Erfahrung bringen, wie alt die Reifen sind und ob die Profiltiefe noch einige Jahre ausreichend sein wird.

Welche Reifen für einen Wagen geeignet sind, lässt sich anhand des Zulassungsbescheids Teil 1 feststellen. Dort sind die Reifendimensionen für Vorder- und Hinterachse festgeschrieben. Darin abzulesen sind außerdem:

  • Reifenbreite
  • Verhältnis von Höhe zu Breite
  • Reifenbauart
  • Belastbarkeit
  • Höchstgeschwindigkeit
  • Felgendurchmesser

Wer ganz sicher sein möchte, der sollte sich vom Fachpersonal helfen lassen und die Reifen gegebenenfalls auch gleich beim Fachhändler kaufen. Auch die Werkstadtmitarbeiter des Vertrauens können hier helfen und Fragen beantworten – außerdem ziehen sie die Reifen gleich professionell auf.

Soll der Kauf doch in Eigenregie abgewickelt werden, dann hilft das EU-Reifenlabel. Dieses gibt es seit 2012 und darin sind Qualitätswerte der Reifen abgebildet. Auf einer Skala von A bis G (A ist sehr gut, G ist sehr schlecht) werden Rollwiderstand/Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung/Bremsleistung bewertet. Hinzu kommt eine Angabe zum externen Abrollgeräusch – also wie stark/laut die Reifen von außen zu hören sind.

Berg alter Reifen

Berg alter Reifen – S. Hermann & F. Richter auf Pxabay

Ganzjahresreifen als Alternative?

Viele Autofahrer sind sich der hohen Kosten durch den Reifenwechsel bewusst. Nicht nur der Kauf selbst ist jedes Mal eine Investition, auch der Gang in die Werkstatt kann Geld kosten, wenn man die Reifen nicht selbst wechselt (Hinweis: Was nur mit Fachwissen geschehen sollte).

Reifenwechsel oder Ganzjahresreifen

Daher überlegen sich viele Menschen, dass sie es lieber mit Ganzjahresreifen beziehungsweise Allwetterreifen versuchen wollen. Diese müssen ebenso gesetzlichen Vorgaben entsprechen wie Sommer- und Winterreifen auch. Die Profiltiefe muss bei mindestens 1,6 Millimetern liegen (empfohlen werden aber eher 4 Millimeter) und die Reifen müssen mit einem Alpine-Symbol versehen sein (für ältere Reifen reicht noch „M+S“).

Härtetechnisch befinden sich Ganzjahresreifen genau in der Mitte zwischen Winter- und Sommerreifen. Sie sind also weicher als Sommerreifen aber härter als Winterreifen. Somit sind sie sehr flexibel, aber auch nicht perfekt. Ein guter Winterreifen ist einem Allwetterreifen im Winter genauso überlegen wie ein Sommerreifen im Sommer.

Zunächst wird beim Kauf von Ganzjahresreifen Geld gespart, da sie nun mal nicht neu montiert werden müssen und es nur einen Satz braucht – doch selbstverständlich ist dieser eine Reifensatz dann auch einer höheren Belastung ausgesetzt. Allwetterreifen eignen sich vor allem für Gelegenheitsfahrer und für Stadtautos, also für ein relativ geringes Belastungsniveau ohne allzu extreme Wetterbedingungen.

Foto oben ©2021 Thanks for your Like • donations welcome auf Pixabay

Weitere Ratgeber Themen lesen Sie hier.

Reifen online bestellen, das Reifenportal Oponeo finden Sie online unter www.oponeo.de.

 

Advertisement

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!