Sie sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. In dem Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft.

Im Gespräch mit dem Journalisten Christoph Schröder stellt die in Argentinien geborene und in Berlin lebende Autorin María Cecilia Barbettas ihren Roman Nachtleuchten vor – ein Roman wie eine Stadt voller Winkel und Gassen. In Nachtleuchten beschreibt Barbetta das große Panorama Argentiniens im Umbruch zwischen 1974 und 1975.

Villa Clementine, kurz gefasst

BuchvorstellungNachtleuchten
Wann: Donnerstag, 13. Dezember 2018, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation) 
Eintritt: 10,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro im Vorverkauf

An der Abendkasse kostet der Eintritt 13 Euro, ermäßigt 9 Euro.

In ihrem zweiten Roman entwirft Barbetta ein ebenso kunst- wie humorvolles Panorama vom Leben in Ballester, einem kleinen Randbezirk von Buenos Aires, im Jahr 1974. Juan Domingo Perón verstirbt kurz nach seiner dritten Ernennung zum Präsidenten, der Militärputsch von 1976 und die anschließende Schreckensherrschaft der Militärjunta deuten sich bereits an. Mittels einer fluoreszierenden Madonnenfigur, die von Haushalt zu Haushalt getragen wird, lässt die Autorin ihre Leser in die unterschiedlichen Milieus von Ballester schauen, bis die Figur nach mehr als fünfhundert Seiten versehentlich von einer Ladefläche kippt und zerschellt. Damit entsteht ein Gesellschaftspanorama aus unzähligen individuellen Geschichten, in dessen Mittelpunkt nicht die große Politik und die mächtigen Männer stehen, sondern die kleinen Leute aus dem Viertel: Menschen mit italienischen oder libanesischen Wurzeln, Bäcker, Wäschereibesitzer, Zeitungsverkäufer oder die Mechaniker der Kfz-Werkstatt Autopia.

Geschichtsschreibung von unten

Mit ihrem figurenreichen Epos, in drei Teilen und hundert Kapiteln erzählt, setzt Barbetta die lateinamerikanische Tradition fort, von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs zu berichten. Einfallsreichtum, überbordende Fabulierlust und Sprachspielartistik zeichnen ihre Geschichtsschreibung von unten aus. Zugleich entwirft sie ein exemplarisches Bild von der Spaltung westlicher Gesellschaften zwischen Rationalität und ideologischem Glauben.

Zur Person María Cecilia Barbetta

María Cecilia Barbetta wurde 1972 in Buenos Aires, Argentinien, geboren und wuchs in dem Viertel Ballester, in dem ihr Roman „Nachtleuchten“ spielt, auf. Sie kam 1996 nach Berlin und blieb. Schon ihren ersten Roman „Änderungsschneiderei Los Milagros“ schrieb sie auf Deutsch. Er wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, darunter der aspekte-Literaturpreis und der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. (Bild: Amrei-Marie – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0)

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