Gert-Uwe Mende: „Das Tor zur Region und ein Stück weit zur Welt ist wieder offen. Das ist für Wiesbaden eine beruhigende Nachricht.“

Nach über sechs Monaten fahren seit Mittwoch, 22. Dezember, 0:54 Uhr erstmals wieder Züge über die Schienenhauptstrecke zum Wiesbadener Hauptbahnhof. Und die Erfahrung, dass man sich daran erst wieder gewöhnen muss, machten in der Nacht zwei Fahrkartenkontrolleure des RMV. Sie waren derart in ihre Arbeit verstrickt, dass sie es gar nicht mitbekommen haben, als die S1 in der Nacht am Bahnhof Ost angehalten und wieder abgefahren ist: Am Wiesbadener Hauptbahnhof sind sie dann ausgestiegen und mit dem Schienen-Ersatzverkehr zurück zum Ostbahnhof. Den Vertretern von Stadt, Deutscher Bahn und Verkehrsunternehmen blieb dies erspart. Sie kamen alle zu Fuß oder mit dem Auto – als sie gegen 9:00 Uhr eine der ersten S-Bahnen in Empfang genommen haben und den Fahrgästen für ihre Geduld dankten. Für Pendler und Reisenden ist die Wiesbaden jetzt wieder in gewohnter Weise mit den Linien S1, S8, S9, RB10, RB33 und RB75 sowie mit dem Fernverkehrszügen aus ganz Deutschland zu erreichen.

Rund 500 Züge täglich rollen nun erneut über die Schiene und bringen die Menschen verlässlich zur Arbeit, in die Schule, zu Familie und Freunden. Dafür haben die Bauteams in einem eng getakteten Zeitplan Schienen, Schwellen und Schotter auf der Bahnstrecke instandgesetzt, vier Oberleitungsmasten errichtet und die Signaltechnik wieder hergestellt.“ – Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Hessen.

Der wichtigste Schienenstrang zum Wiesbadener Hauptbahnhof war seit dem 18. Juni nicht mehr befahrbar. Ursache war die Sperrung der einsturzgefährdeten Salzbachtalbrücke. Da die Straßenbrücke über die Hauptstrecke zum Wiesbadener Hauptbahnhof führt, musste aus Sicherheitsgründen auch die Schienenverbindung darunter gesperrt werden. Während der Sperrung war die hessische Landeshauptstadt auf der Schiene ausschließlich über die Ländchesbahn via Niedernhausen zu erreichen. Alle anderen Zugverbindungen mussten eingestellt werden.

„Mehr als sechs Monate war die Landeshauptstadt Wiesbaden nicht mehr im Fern- und S-Bahnverkehr erreichbar. Nach der Eröffnung der Bundesstraße vergangene Woche ist dies ein weiterer entlastender Schritt für unsere Stadt. Alle Linien fahren wieder wie gewohnt. Der Flughafen und der Frankfurter Hauptbahnhof sind wieder nur eine halbe Stunde Fahrt entfernt. Ein wichtiger Tag für die Menschen und die Wirtschaft unserer Stadt.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende.

Während der Sperrung hatten die ÖPNV-Verantwortlichen zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Beispiele dafür sind die Zusatzlinie 928 von Mainz-Kastel zum Wiesbadener Hauptbahnhof, Fahrplanausweitungen auf der Buslinie X26 nach Hofheim, längere Züge auf der Ländchesbahn, eine tarifliche Kulanzregelung für die Fahrt über Niedernhausen sowie der Einsatz von Reisendenlenkern an der temporären S-Bahn-Endhaltestelle Wiesbaden Ost.

„Mit der Öffnung und Wieder-Inbetriebnahme des Wiesbadener Hauptbahnhof wachsen wir wieder näher an die Region ran und können allen Fahrgästen wieder ein attraktives und schnelles Angebot für die Fahrt mit dem Zug machen, egal ob zur Arbeit oder zur Universität, zum Einkaufen oder um Freunde und Familie zu besuchen.“ – Andreas Kowol, RMV-Aufsichtsratsmitglied und Wiesbadens Verkehrsdezernent

Mit Wiederaufnahme des planmäßigen Zugverkehrs endet der Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Zusatzlinie 928 verkehrt noch bis einschließlich 23. Dezember, die Ausweitung des Platzangebots auf der Ländchesbahn wird noch bis Heiligabend fortgeführt. Die zusätzlichen Fahrten der X26 finden bis auf weiteres weiterhin statt. Außerdem ist Wiesbaden nun auch wieder fester Bestandteil des bundesweiten Fernverkehrsnetzes. Die zweistündlichen ICE-Verbindungen Richtung Frankfurt-Erfurt-Leipzig-Dresden und weitere Einzelzüge zum Beispiel in Richtung Stuttgart und München oder Hannover und Hamburg verkehren wieder ohne Einschränkungen.

 „Ich danke allen – unseren Fahrgästen für ihre Geduld und unseren Partnern bei den Verkehrsunternehmen für ihre Flexibilität, denn sie haben über Nacht einen umfangreichen Ersatzbusverkehr aufgebaut. Nur aufgrund dieser hervorragenden Zusammenarbeit waren die Ausweitungen im Lokal- und Expressbusverkehr wie auch auf der Ländchesbahn möglich.“ – Dr. André Kavai, RMV-Geschäftsführer

Abschließend sagte Veit Salzmann, Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn: Es ist uns gut gelungen, die Bahnanbindung des Hauptbahnhofes mit unserer Ländchesbahn zumindest auf einem kleinen Niveau aufrecht zu halten. Aber wir freuen uns natürlich, dass es jetzt im Hauptbahnhof wieder belebter wird und wir endlich unsere wichtigen Verbindungen nach Darmstadt umsteigefrei wieder anbieten können. Jochen Auler, Geschäftsführer der Vias ergänzte:  Die Streckensperrung rund um den Wiesbadener Hauptbahnhof war die dritte große Einschränkung auf der Rheingaulinie innerhalb eines Jahres. Unseren Fahrgästen wurde sehr viel zugemutet und auf uns als Unternehmen kam viel außerplanmäßige Arbeit zu. Umso mehr freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vias, den Fahrgästen wieder eine schnelle, umsteigefreie Verbindung auf der Schiene von Wiesbaden in den Rheingau und nach Frankfurt bieten zu können.

Wiederinbetriebnahme des Hauptbahnhof Wiesbaden

Foto oben ©2021 Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite vom Hauptbahnhof Wiesbaden finden Sie unter www.bahnhof.de

 

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